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10.05.2010
 

Gema-Chef Heker

"Allianz gegen YouTube"

Die Gema hat die Verhandlungen mit YouTube über Musik im Netz abgebrochen. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt Gema-Chef Harald Heker, warum seine Organisation nun 600 Songs sperren lassen will, warum er Google in der Pflicht sieht - und was die Gema von Apple erwartet.

SPIEGEL ONLINE: Herr Heker, als YouTube vor rund einem Jahr von sich aus Musikvideos sperren lassen wollte, nannten Sie das im SPIEGEL-Interview eine unfaire Maßnahme, um "Druck auf die Urheber auszuüben". Jetzt will die Gema ihrerseits das Gleiche machen und bei YouTube etwa 600 Titel sperren lassen. Wie passt das zusammen?

Heker: Das ist eine völlig andere Situation. Wir haben über ein Jahr mit YouTube ergebnislos verhandelt. Wir haben YouTube mitgeteilt, dass wir die Verhandlungen abgebrochen haben. Insofern ist das völlig in Ordnung.

SPIEGEL ONLINE: Zwingt man einen Weltkonzern mit der Sperrung von 600 Titeln in die Knie?

Heker: Das wissen wir nicht. Wir hoffen, dass man bei YouTube dieses Zeichen versteht und es richtig einschätzt.

SPIEGEL ONLINE: Gehen Sie juristisch gegen YouTube vor, wenn man sich dort weigert, die Titel wie von Ihnen gefordert zu sperren?

Heker: Wir setzen darauf, dass YouTube begreift, wie ernst es uns ist. Wir haben nur einige wenige beispielhafte Werke ausgewählt, die wir entfernt haben wollen. Es geht darum, dass wir so schnell wie möglich wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren - wir wollen uns ja einigen.

SPIEGEL ONLINE: Bei YouTube heißt es, dass die Gema nach wie vor schlicht zu hohe Forderungen erhebt. Wie viel Cent halten Sie denn nun für angemessen? Ein Cent pro Click oder eher zwölf?

Heker: Ich würde furchtbar gerne darüber sprechen, vor allem auch gegenüber den Gema-Mitgliedern. Wir dürfen aber nicht, weil YouTube auf einer Vertraulichkeitsvereinbarung besteht. Um zwölf Cent geht es aber definitiv nicht. Es geht nicht um irgendeine Entlohnung, die hätten wir von YouTube längst bekommen können. Es geht um eine angemessene Summe - dazu sind wir gesetzlich verpflichtet.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben neun Musikrechte-Verwerter gegen YouTube, eine Tochter des Internet-Konzerns Google, zusammen gebracht. Geht es letztlich um einen Angriff gegen Google?

Heker: Es ist eine Allianz gegen YouTube. YouTube ist unser Kunde und nicht der Nutzer. Deutschland steht eben nicht allein da. YouTube hat ein weltweites Problem mit Musikautorengesellschaften, das zeigt die breite Front der Mitstreiter. Alle neun Gesellschaften, wie die Amerikaner oder Franzosen, verhandeln seit längerem mit YouTube und kommen nicht weiter. Da geht es zusammen genommen immerhin um 60 Prozent des Weltrepertoires.

SPIEGEL ONLINE: YouTube klagt, dass die Gema mit Ihren angeblich zu hohen Forderungen eine noch junge Geschäftsidee kaputt macht.

Heker: Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Die Urheber sind nicht dafür verantwortlich, dass Geschäftsmodelle auf ihre Kosten möglich werden. Da muss sich die sehr vermögende Mutter Google etwas einfallen lassen.

SPIEGEL ONLINE: Auch der US-Konzern Apple versuchte zum Deutschlandstart des Mini-Computers iPad die Gema zum Sündenbock für hohe Preise zu machen. Werden Sie eine Urheberrechtsabgabe für die Geräte fordern?

Heker: Apple-Chef Steve Jobs hat seine Aussage in einer Mail ja mittlerweile relativiert. Apple hat bisher mit uns aber überhaupt keinen Kontakt aufgenommen. Wir gehen davon aus, dass Apple auf uns zukommt. Nach bisherigen Kenntnisstand aber meine ich, dass das iPad ein Gerät ist, auf das die Industrie eine Urheberrechtsabgabe zu entrichten hat. Details kennen wir jedoch bislang nicht, die Geräte sind ja bei uns noch nicht erhältlich.

Das Interview führte Martin U. Müller

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13.05.2010 von Kalix: Resistent gegen jede Veränderung

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13.05.2010 von M.Clements: Also..

an mir haben diverse Künstler dank Utube schon prächtig kassiert.Zur Infobeschaffung, ob die Musik taugt oder nicht, einfach dort den Namem eingeben, anhören oder runterladen.Ist aussagekräftiger als die ersten 30s bei z.B. Amazon [...] mehr...

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Zur Person

DPA
Harald Heker, 52, ist seit 2007 Vorstandsvorsitzender der Gema. Der promovierte Jurist war zuvor vier Jahre lang Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Gema, die "Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“, wurde 1903 zum Wohle der Urheber (Komponisten, Textdichter und Musikverleger) gegründet und vertritt heute die Rechte von über 60.000 Mitgliedern. Wenn ein Lied irgendwo öffentlich gespielt wird - sei es in der Telefonwarteschleife oder auf der Plattform YouTube - bezahlt die Gema den Urheber. Das Geld sammelt sie von denen ein, die das Lied nutzen.






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