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13.03.2010
 

Zensur-Streit

Google steht vor Rückzug in China

Google-Zentrale in Peking: China will keine Ausnahme machenZur Großansicht
AFP

Google-Zentrale in Peking: China will keine Ausnahme machen

China gibt sich hart und will für Google keine Ausnahmen machen bei seinen Zensurforderungen. Nun steht das Unternehmen einer Zeitung zufolge kurz vor dem Rückzug aus der Volksrepublik.

London - Endgültig ist die Entscheidung noch nicht. Aber es sei zu "99,9 Prozent" sicher, dass Google die Schließung seiner chinesischen Suchmaschine vorantreiben werde, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf informierte Personen.

Die Regierung in Peking hatte am Freitag mit Nachdruck betont, dass sie für Google keine Ausnahme von der Vorschrift machen werde, die Suchergebnisse politisch zu zensieren. Google hatte vor zwei Monaten von massiven Hacker-Attacken aus China berichtet und angekündigt, sich nicht mehr der Zensurforderung Pekings beugen zu wollen. Dafür werde man notfalls auch das Geschäft in China aufgeben, hatte es damals geheißen. Seitdem war intensiv darüber verhandelt worden, zu welchen Bedingungen Google seine chinesische Suchmaschine weiterbetreiben darf. Laut "Financial Times" stecken die Gespräche in einer Sackgasse, und das oberste Google- Management sei fest entschlossen, die Zensur aufzugeben.

Auch bei einer Rückzugsentscheidung werde Google sich allerdings Zeit nehmen, sie umzusetzen, schränkte die Zeitung ein. Der US-Konzern wolle zudem andere Geschäftsbereiche wie ein Forschungszentrum in Peking erhalten - befürchte aber, dass eine harte Haltung der chinesischen Behörden dies unmöglich machen könnte.

Microsoft wäre lachender Dritter

Ein Sprecher von Google erklärte auf SPIEGEL ONLINE zu dem Bericht: Google habe "sehr deutlich gemacht", dass man sich bei den Suchergebnissen nicht mehr selbst zensieren wolle. Die aktuellen "aktiven Diskussionen" mit der chinesischen Regierung wolle er jedoch nicht kommentieren.

Über Google laufen rund 35 Prozent aller Suchanfragen des mit 384 Millionen Internetnutzern weltweit größten Marktes. Der einheimische Rivale Baidu hält etwa 60 Prozent.

Chinas Minister für Industrie und Informationstechnologie, Li Yizhong, hatte am Freitag betont, Google werde "die Konsequenzen tragen müssen", wenn der Konzern seine lokale Suchmaschine nicht mehr zensiert. Der US-Konzern verstoße dann gegen chinesische Gesetze. Das wäre "unverantwortlich und unfreundlich".

Lachender Dritter in dem Streit ist Microsoft. Auf seinen neuen Smartphones für China will der amerikanische Handy-Hersteller Motorola Bing verwenden, die Suchmaschine des Google-Rivalen. Motorola dürfte damit den Ratschlägen von Analysten folgen, sich nach Alternativen umzusehen - falls Google sich tatsächlich aus China zurückzieht, schrieb das "Wall Street Journal". Die Geräte sollen noch in diesem Quartal auf den Markt kommen.

ase/dpa

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insgesamt 230 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.03.2010 von riga_ernest: Sie verstehen nicht.

Es geht darum, dass es nicht unbedingt für alle Menschen auf dieser Erde richtig ist, was SIE für richtig halten. ICH finde die Zensur in China auch unmöglich, aber viele Chinesen eben NICHT. Sie können sich jetzt gerne [...] mehr...

23.03.2010 von riga_ernest: Schockierend.

Es ist schön, wie Sie sich moralisch über die "Black Holes" in anderer Leute Hirnen entrüsten... ich stimme ganz sicher mit vielem nicht überein, was Tao Chatai hier begeistert über seine Heimat zum Besten gibt... da [...] mehr...

23.03.2010 von lmuwang: the soft war

Sie haben Recht. Sicherlich geht es dabei nicht nur um Kohle. Wenn Google weiß, dass all ihre Anhänger die Google-Ambition so unterschätzen, muss sie richtig enttäuscht sein. Die Google-NSA (The National Security Agency)- [...] mehr...

23.03.2010 von Wasserrutsche:

Ich teile ihre Meinung im Großen und Ganzen auch. Unternehmen geht immer, egal auf welchem Markt, egal in welchem Land, immer nur um Profite. Und wenn sie sich mal ethisch oder moralisch zeigen, dann immer mit dem [...] mehr...

23.03.2010 von Wasserrutsche: .

Würden sie sich auf eine Diskussion einlassen, der zB Hitler und die seinen verherrlicht? Ich nicht. Und genauso geht es mir mit Leuten, die mir Mao als großen Staatsmann und größten Chinesen aller Zeiten verkaufen wollen. [...] mehr...

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