Umstrittener Werbefilter: Vermarkter verklagen Anbieter von Adblock Plus

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Adblock-Plus-Logo im Browser: Kein Kommentar zu laufenden Verfahren

Der Streit um Eyeos Werbefilter Adblock Plus verschärft sich. Einem Medienbericht zufolge gehen ProSiebenSat.1 sowie zwei RTL-Tochtergesellschaften gerichtlich gegen Eyeo vor. Auch Axel Springer hat eine Klage eingereicht.

Viele Sender, Verlage und Redaktionen ärgern sich schon lange über Adblock Plus: Die Browser-Erweiterung blendet Onlinewerbung auf ihren Websites aus - nicht gänzlich, sondern mit ebenfalls umstrittenen Ausnahmen. Für die Anbieter ist das vor allem ein Problem, weil sich ihre kostenlos nutzbaren Angebote in der Regel durch Werbeeinnahmen finanzieren. Sehen weniger Nutzer die Anzeigen, verdienen die Anbieter weniger Geld.

Mehrere Werbevermarkter gehen nun gerichtlich gegen den Werbefilter vor: ProSiebenSat.1 sowie die RTL-Tochtergesellschaften IP Deutschland und RTL Interactive haben beim Landgericht München Klage gegen die Adblock-Plus-Mutterfirma Eyeo eingereicht, berichtet das Branchenmagazin "Horizont". Die Vermarkter hätten den Schritt bestätigt. Adblock-Plus-Sprecher Ben Williams scheint die Klage allerdings noch nicht zugestellt worden zu sein. "Es gibt keine Klage gegen Adblock Plus", wird er zitiert.

Gegenüber "Horizont" erläutert Thomas Port, Geschäftsführer des ProSiebenSat.1-Vermarkters Seven One Media, das Vorgehen gegen Adblock Plus: "Wir halten das Geschäftsmodell für rechtswidrig und werden das nun gerichtlich klären lassen." Seven One Media hatte im April durch ein Video mit Bernd Stromberg auf das Werbefilter-Problem aufmerksam gemacht. "Adblocker ausschalten!", lautete die Botschaft des Clips.

Laut "Horizont" erwägen auch weitere Medienhäuser juristische Schritte gegen Adblock Plus. Axel Springer etwa hat bereits bestätigt, Klage gegen Eyeo eingereicht zu haben. In anderen Häusern hält man sich die Entscheidung offen. "Wir haben bislang keine Klage eingereicht, halten das Geschäftsmodell von Adblock Plus aber für wettbewerbswidrig und schließen nicht aus, ebenfalls zu klagen", heißt es demnach aus dem SPIEGEL-Verlag. Auch Tomorrow Focus Media ("Focus Online", "Chip Online") und die Bauer Media Group (Bravo.de) sollen über eine Klage noch nicht entschieden haben.

mbö

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1.
OskarVernon 04.07.2014
Zitat von sysopDPADer Streit um Eyeos Werbefilter Adblock Plus verschärft sich. Einem Medienbericht zufolge gehen ProSiebenSat.1 sowie zwei RTL-Tochtergesellschaften gerichtlich gegen Eyeo vor. Auch Axel Springer hat eine Klage eingereicht. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/adblock-plus-vermarkter-reichen-klage-gegen-werbeblocker-ein-a-979159.html
Sie wollen wirklich Ihre Leser zwingen, nicht nur nervige, sondern oft genug auch ressourcenfressende und damit rechnerbremsende Reklame wehrlos über sich ergehen zu lassen...? oO
2. ...
sponnerd 04.07.2014
Zitat von sysopDPADer Streit um Eyeos Werbefilter Adblock Plus verschärft sich. Einem Medienbericht zufolge gehen ProSiebenSat.1 sowie zwei RTL-Tochtergesellschaften gerichtlich gegen Eyeo vor. Auch Axel Springer hat eine Klage eingereicht. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/adblock-plus-vermarkter-reichen-klage-gegen-werbeblocker-ein-a-979159.html
AdBlock Plus gehört seit vielen Jahren für mich zur absoluten Grundausrüstung meiner PCs. Unverzichtbar! In der Firma werde ich jeweils halb wahnsinnig, wenn ich einmal kurz eine Webseite aufmachen und mir die vielen Werbebanner um die Ohren fliegen. Es wird mir dann immer wieder klar, wie gut es mir auf meinen privaten Rechnern geht. Insbesondere als Vater einer Tochter halte ich Werbeblocker als die beste Erfindung seit geschnittenem Brot, denn ich lasse mein Kind auch keine Fernsehwerbung sehen. Lieber zahle ich etwas mehr für die Nutzung einer Internetseite oder eines Fernsehsenders, als das ich mir die Laune von schlechter, aufdringlicher, manipulativer Werbung aufzwingen lasse! Hoffentlich gibt Eyeo nicht klein bei bzw. wechselt dann entsprechend in das Ausland, um ihr Produkt weiter entwickeln zu können!
3. Zu erwarten
stephansturm 04.07.2014
Ein bisschen Werbung in eigener Sache? Nun, SPON - das war zu erwarten. Wettbewerbswiedrig, dass ich nicht lache. Die Aussteller dieser Werbung sind einfach nur inkompetent: Werbung, die interessiert - und den Nutzer anspricht, wird nicht geskipped. Gehirn statt Anwalt einschalten.
4. Werbung nervt
nawaswohl 04.07.2014
egal ob im Internet, TV, Radio, Zeitung und besonders der vollgestopfte Briefkasten - nicht Werbekasten. Es gab und gibt immer Werbeblocker: TV Toilette gehen, Zeitung umblättern, Biefkasten gleich wegwerfen, Internet Werbeblocker oder die Seite nicht mehr ansteuern. Da hilft auch keine Klage.
5. Dank für den Tipp!
penie 04.07.2014
Werde mir die Erweiterung gleich installieren. Vermutlich werde ich aber dann von der vereinigten Medienmafia verklagt. Im Ernst: Niemand zwingt mich, einen ad blocker zu installieren. Ich soll aber gezwungen werden, mir Werbung anzutun. Wenn das Geschäftsmodell der Anbieter ohne Werbung nicht trägt, dann ist das eben so.
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