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Adressbuch-Kopierer: Kammergericht verbietet Facebooks Datensauger

Berufung abgelehnt. Facebooks aggressives Vorgehen beim Auslesen der Adressbücher seiner Nutzer ging zu weit. Das Kammergericht Berlin lehnt Facebooks Einwände gegen ein Urteil ab.

Facebook: Datenschutz-Niederlage vor Gericht in Berlin Zur Großansicht
AFP

Facebook: Datenschutz-Niederlage vor Gericht in Berlin

Facebook hat in Deutschland jahrelang komplette Adressbücher von den Smartphones und E-Mail-Konten seiner Mitglieder kopiert, ohne transparent über die Folgen zu informieren und eine Abwahl anzubieten. Diese Praxis hatte das Landgericht Berlin 2012 verboten. Facebook wollte das nicht hinnehmen, beantragte Berufung. Die hat nun das Kammergericht Berlin abgelehnt.

Das nun bestätigte Urteil von 2012 verbietet Facebook auch andere aggressive Maßnahmen gegen seine Nutzer:

  • Das Landgericht hatte eine standardisierte Einwilligungserklärung, mit der Facebook-Nutzer der Verarbeitung ihrer Daten zu Werbezwecken zustimmen müssen, als rechtswidrig verboten.
  • Facebook darf sich nicht per Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ein umfassendes weltweites und kostenfreies Recht an der Nutzung von Inhalten seiner Mitglieder einräumen.

Az. 5 U 42/12
(LG
16 O 551/10)

lis

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insgesamt 7 Beiträge
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1. und nun ?
dh88 27.01.2014
Bekommen deutsche Facebook-User nun ihre "Adressbücher" zurück ? Kann man Facebook nun in den USA auf millionenhohe Schadenszahlungen verklagen ? Wird diese "Rechtsprechung" irgendwie vollzogen ? @ Spon -das würde mich interessieren.
2. An alle, die entäuscht sind, weil ich sie auf facebook nicht
Gerdd 27.01.2014
- das gilt auch für die Kollegen, die früher die Diskussionsforen bei stern.de betrieben haben, die mittlerweile nur noch auf facebook stattfinden, aber auch fuer die bei focus.de, die mir regelmäßig die Seite ausblenden, damit ich mich erst bei facebook registriere und viele andere mehr - Ich würde euch - die meisten von euch - ja gerne "like"n, aber nicht auf facebook, denn ich "like" facebook nicht! Und hier erfahrt Ihr nun auch einen (nur einen!) Grund, warum das so ist. Auch an Elena Uhlig, die neulich bei Volle Kanne um Mitteilung gebeten hatte, ob wir das mögen, was sie macht: Elena, Du machst fast alles richtig, aber über facebook werde ich Dir das nie mitteilen!
3. Ist ja der Hammer...!
rompipalle 27.01.2014
Und was sagt die Frau mit den Genscher Falten im Gesicht zu diesem Urteil ....? :[-) Ist wohl witzig wenn jetzt auf kleingerichtlicher Ebene,diese ganze Daten klauerrei Stück für Stück verboten wird. Dann,am Ende, sind unsere Gerichte dem Grundgesetze treuer als unsere Politiker Kaste -auch wenn sie ja nur auf die Verfassung einen Eid geschworen haben.
4. kleingerichtlich
telefavela 27.01.2014
Zitat von rompipalleUnd was sagt die Frau mit den Genscher Falten im Gesicht zu diesem Urteil ....? :[-) Ist wohl witzig wenn jetzt auf kleingerichtlicher Ebene,diese ganze Daten klauerrei Stück für Stück verboten wird. Dann,am Ende, sind unsere Gerichte dem Grundgesetze treuer als unsere Politiker Kaste -auch wenn sie ja nur auf die Verfassung einen Eid geschworen haben.
Das Kammergericht Berlin entspricht einem Oberlandesgericht. Darüber steht nur noch der Bundesgerichtshof. http://de.wikipedia.org/wiki/Kammergericht
5. Absolut unverständlich
tomatosoup 27.01.2014
Absolut unverständlich, wie überhaupt jemand freiwillig Teilnehmer von Facebook oder ähnlichen Geschäftemachern sein kann.
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Soziale Netzwerke
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach eigenen Angaben hat Facebook 845 Millionen aktive Mitglieder weltweit (Dezember 2011). Mehr zu Facebook auf der Themenseite.
Google+
Google+ ist der Versuch, den sozialen Funktionen von Facebook und Twitter etwas entgegenzusetzen. Das soziale Netzwerk wurde im Juni 2011 gestartet und hat nach Firmenangaben rund 170 Millionen Nutzer (April 2012). Der Funktionsumfang ist rein aus Nutzersicht vergleichbar mit Facebook, Schnittstellen für externe Entwickler sind allerdings eingeschränkt. Google animiert seine Nutzer, das Netzwerk als zentralen Hub für seine Dienste zu nutzen. Mehr zu Google+ auf der Themenseite.
Twitter
Der auf kurze Textnachrichten spezilalisierte Dienst Twitter wurde im Juli 2006 gegründet. Populär wurde der Dienst als Verteilnetzwerk für Links, Fotos und Videos. Twitter zählt nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Nutzer (März 2012). Mehr zu Twitter auf der Themenseite.
Xing
Xing (früher OpenBC) wurde 2003 von Lars Hinrichs gegründet. Nach eigenen Angaben hat Xing über 11,7 Millionen Mitglieder (Stand: Dezember 2011), etwa acht Prozent haben einen kostenpflichtigen Premium Account. Bei Xing geht es vor allem um berufliche Kontaktaufnahme. Mehr zu Xing auf der Themenseite...
StudiVZ
Ehssan Dariani hat die Studenten-Community StudiVZ 2005 gegründet. Zuerst investierten Lukasz Gadowski und Matthias Spiess in StudiVZ, später finanzierten es vor allem die Gebrüder Samwer - bekannt für die Klingeltonfirma Jamba - und der Venture-Capital-Arm des Holtzbrinck-Verlags ("Die Zeit", "Handelsblatt"). Im Januar 2007 übernahm Holtzbrinck StudiVZ. Derzeit haben die Plattformen studiVZ.net, schuelerVZ.net und meinVZ.net nach eigenen Angaben rund 17,4 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2011). Mehr zu StudiVZ auf der Themenseite...
Lokalisten
Im Mai 2005 gegründet, hat das Netzwerk Lokalisten nach eigenen Angaben (Stand Juli 2010) inzwischen 3,6 Millionen Nutzer. Mehr zu Lokalisten bei Wikipedia...
Spin.de
Das 1996 in Regensburg gegründete Unternehmen Spin betreibt ein eigenes soziales Netzwerk, aber auch integrierte Unter-Communitys mit regionalem Fokus, die mit Partnern vor Ort (Lokalradios vor allem) betrieben werden. Nach eigenen Angaben (Stand Februar 2011) hat Spin.de eine Million aktive Mitglieder. Mehr zu Spin.de bei Wikipedia...
Wer kennt wen
Wer-kennt-wen wurde von den beiden Studenten Fabian Jager und Patrick Ohler gegründet. Seit Februar 2009 gehört das Netzwerk vollständig RTL Interactiv, die Gründer schieden Ende August 2010 aus. Das Netzwerk hat laut Betreiber über 9,5 Millionen Nutzer (Stand: Januar 2012). Mehr zu Wer-kennt-wen bei Wikipedia...
MySpace
MySpace war 2006 das populärste soziale Netzwerk in den USA. Ein Jahr zuvor war es von Rupert Murdochs News Corporation gekauft worden. Bekannt wurde es durch die Möglichkeit, Musik einzubinden. Künstler und Bands nutzten die Plattform als Marketingplattform. Zeitweise hatte MySpace mehr als 220 Millionen Nutzer, nach Berechnungen von Google rund 30 Millionen Nutzer (Dezember 2011). Mehr zu MySpace auf der Themenseite...


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