Drohnen-Zustellung Amazon will ein Stück vom Himmel

Amazon hat große Pläne, was Warenlieferungen per Drohne angeht. Nun hat der Konzern einen Vorschlag gemacht, wie das in Zukunft tatsächlich funktionieren könnte: Mit einer eigenen Drohnenspur im Luftraum.

Lieferdrohnen-Illustration: Eine Überholspur für Pakete
[M] Colourbox; DPA

Lieferdrohnen-Illustration: Eine Überholspur für Pakete


Ein Teil des Himmels nur für Lieferdrohnen - so stellt man sich beim Onlineshop Amazon die Zukunft der Zustellung aus der Luft vor. Amazon-Manager Gur Kimchi forderte am Dienstag auf einer Konferenz der US-Raumfahrtbehörde Nasa in Kalifornien eine Aufteilung des Luftraums, um Auslieferungen von Paketen mit einer Drohne zu ermöglichen. Er schlug vor, Lieferdrohnen nur in einer Höhe von 200 bis 400 Fuß (61 bis 122 Metern) fliegen zu lassen - reguläre Flugzeuge mit einem Sicherheitsabstand ab 500 Fuß.

Unterhalb des speziellen Luftraums für Lieferdrohnen sollten demnach andere Drohnen zum Einsatz kommen dürfen. Es sei "am sichersten und effizientesten", wenn Drohnen ein "abgetrennter Luftraum mit definierten Strukturen für Einsätze" unterhalb von 500 Fuß vorbehalten wäre, hieß es in der schriftlichen Fassung der Amazon-Präsentation.

Nach den Vorstellungen des Konzerns dürften in dem mit einer eigenen Flugsicherung ausgestatteten Luftraum für Lieferdrohnen nur unbemannte Mini-Flugzeuge fliegen, die spezielle technische Standards erfüllen. Rund um Flughäfen wäre demnach ein Einsatz von Drohnen verboten.

Was es alles gibt: Kuriose Drohnen
Selfie-Drohne Airdog

Wer zu kurze Arme für einen Selfie hat, kann auch die Kameradrohne Airdog in die Luft schicken. Die Drohne folgt ihrem Nutzer von alleine und wird über seinen Sender gesteuert. Airdog kann fotografieren und filmen.
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Drohnenflug mit Videobrille

Sehen wie ein Vogel: Die Bilder der Kameradrohne Bebop lassen sich mit einer Videobrille in Echtzeit mitverfolgen. Gesteuert wird die Drohne über eine Smartphone-App.
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Paketkopter, die Drohne der Deutschen Post

Die Deutsche Post bezeichnet ihren „DHL-Paketkopter“ noch als Forschungsprojekt. Die Paket-Drohne wird testweise verwendet, um zum Beispiel dringend benötigte Medikamente vom Festland auf eine Nordseeinsel zu bringen. Auch Unternehmen wie Amazon testen Paketdrohnen.
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Disneys Puppenspieler-Drohne

Zurzeit gibt es nur ein Patent für diese Drohne - gebaut wurde sie noch nicht. Das Patent beschreibt Drohnen, die große Disney-Puppen auf Paraden oder in Freizeitparks steuern können. Dünne Drähte sollen die Drohnen mit den Armen und Beinen der Puppen verbinden.
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Pizza-Drohne statt Pizza-Bote

Um Fastfood noch schneller ausliefern zu können, haben bereits mehrere Entwickler Drohnen getestet. Schließlich eigenen sich solche Tests auch sehr gut als PR-Maßnahme. Das Bild zeigt den Drohnen-Testflug der Schnellrestaurantkette Domino’s.
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Aufklärungsflüge durch Polizei-Drohnen

Mit Kameradrohnen lassen sich nicht nur Selfies und Naturfilme machen. So verwendet auch in Deutschland die Polizei seit einigen Jahren Polizeidrohnen zu Aufklärungszwecken. Die Drohnen könnten bei Hochwasser und Bränden hilfreiche Bilder liefern – sind aber bei Datenschützern umstritten.
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Drohnen als Lichter-Spektakel

Für eine eindrucksvolle Werbeaktion sorgte vor zwei Jahren ein Drohnenschwarm am Londoner Nachthimmel. 30 Drohnen formten zum Kinostart des neuen Star Trek Films das vielen Science-Fiction-Fans bekannte Logo über der Tower Bridge.
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Drohnen aus dem Drucker

Künftig wird man sich Drohnen vielleicht nicht mehr fertig kaufen müssen, sondern sich zuhause das Grundgerüst per 3D-Printer ausdrucken. Steuerungstechnik und Motoren müssten freilich von Hand darauf montiert werden. Forscher der University of Virginia haben das schon mal ausprobiert
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Wartungs-Drohnen im Profi-Einsatz

Das Unternehmen Microdrones bietet verschiedene Drohnentypen für den kommerziellen Einsatz an. Dieses Exemplar wird zur Überprüfung von Stromleitungen eingesetzt. Die Geräte können bis zu 70 Minuten in der Luft bleiben und kosten fünfstellige Summen.
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Die Hochgeschwindigkeits-Drohne

Die meisten Drohnen, die man so zu Gesicht bekommt, bewegen sich eher langsam. Die Plexidrone ist da ganz anders. Bei einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 70 km/h könnte man sie durchaus verwenden, um sogar fahrenden Autos nachzustellen.
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Diese Drohne spinnt

So etwas können sich nur Forscher ausdenken: Ein kleiner Roboter umfliegt zwei gespannte Seile. Immer wieder stoppt er und schwebt auf der Stelle. Er beginnt vorsichtig, neue Seilverbindungen zu spannen, bis sich langsam ein stattliches Spinnennetz herausbildet. Erdacht und entwickelt wurde der Netze spinnende Flug-Roboter von Forschern und Architekten der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich.
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Amazon verfolgt seit Langem das Projekt "Prime Air", mit dem eine Lieferung bereits 30 Minuten später bei US-Kunden per Drohne eintreffen soll. Allerdings fehlen in den USA noch klare Regeln der zuständigen Luftfahrtbehörde FAA für den Einsatz von Drohnen. Amazon sperrte sich gegen Vorschläge der FAA, die Mini-Flugzeuge aus Sicherheitsgründen nur in Sichtweite ihres Piloten am Boden fliegen zu lassen. Diese Regelung gilt derzeit auch in Deutschland. Aufgrund der fehlenden Regelungen testet Amazon den Flugbetrieb seiner Drohnen in anderen Ländern, unter anderem in Kanada.

Amazon sowie Google arbeiten auch mit der Nasa zusammen, um mögliche Szenarien für die Flugsicherung in einer Welt voller Drohnen auszuloten. Bei einem Forschungsprojekt geht es zum Beispiel um die Frage, ob Drohnen von Mobilfunkmasten aus kontrolliert werden könnten, etwa um No-Fly-Zonen für die Flugobjekte zu etablieren oder sie in Notfällen kontrolliert zur Landung bringen zu können.

cis/AFP



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