Verkehrsminister Scheuer Gigabit-Internet für Schulen und Kliniken soll stärker gefördert werden

Viele Schulen, Kliniken und Gewerbegebiete haben nur langsame Internetzugänge. Verkehrsminister Scheuer verspricht, das zu ändern. Künftig soll deren Anschluss an schnelle Netze gefördert werden.

Andreas Scheuer (CSU)
DPA

Andreas Scheuer (CSU)


Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) weitet die Förderung für schnelleres Internet in Schulen und Kliniken aus und will damit weitere "weiße Flecken" beseitigen. "Wir bringen ab sofort das Turbo-Internet in alle Klassenzimmer, Gewerbegebiete und auch in Krankenhäuser", erklärte Scheuer am Mittwoch in Berlin.

Rund 6000 Schulen hätten bereits einen Anschluss ans sogenannte Gigabit-Netz erhalten. Gemeint sind damit Internetzugänge, die eine Datendurchsatzrate von mindestens einem Gigabit, also 1000 Megabit pro Sekunde, haben. Jetzt wolle das Ministerium mit einem neuen Förderaufruf deutlich in die Breite gehen und auch Krankenhäuser und unterversorgte Klassenzimmer angehen. Zuerst hatte die "Funke Mediengruppe" darüber berichtet.

Das Bundeskabinett trifft sich von diesem Mittwoch an zu einer zweitägigen Digitalklausur in Potsdam. Unter anderem soll eine Strategie beschlossen werden, die Deutschland zum führenden Forschungsstandort für künstliche Intelligenz machen soll. Dafür will die Bundesregierung drei Milliarden Euro vor allem in Forschung und Entwicklung investieren. Zudem wollen die Minister darüber diskutieren, mehr Verwaltungsleistungen zu digitalisieren, sodass man online etwa ein Auto ummelden oder einen Personalausweis beantragen kann.

Leichterer Zugang zur Förderung

Andreas Scheuer sprach von einem "weiteren Meilenstein auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft". Ab sofort seien alle Schulen, Gewerbegebiete und Krankenhäuser, die noch nicht ans Gigabit-Netz angeschlossen seien oder noch keinen privatwirtschaftlichen Gigabit-Anschluss hätten, förderfähig und könnten angeschlossen werden.

Bislang war laut Ministerium eine Förderung nur möglich, wenn einer Schule, einem Krankenhaus oder einem Unternehmen im Gewerbegebiet eine Datenübertragungsrate von weniger als 30 Megabit pro Sekunde zur Verfügung standen. Eine Förderung sei nun auch möglich, wenn zum Beispiel nicht jede Station im Krankenhaus über diese Bandbreite verfügen könne.

Laut Koalitionsvertrag soll Deutschland bis 2025 flächendeckend mit Gigabit-Netzen versorgt werden. Union und SPD hatten sich dabei auch auf einen Ausbau schnellen Internets in Schulen verständigt.

mak/dpa



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Kritisch-und-kritisch 14.11.2018
1. Staatliche Förderung und Kommunen
Was immer wieder in den Berichten unterschlagen wird, ist, was das für die Komunen bedeutet, die für die Schulen sogenannte Sachmittelaufwandsträger sind. D.h. eine Schule bekommt z.B eine Förderung in Höhe von € 50000, um einen Gigabitanschluss zu installieren, Klassenzimmer mit Laptops us.w auszustatten. Nachdem die Förderung "verbraucht" ist, muss aber die Kommune die Unterhaltskosten tragen, was der Staat eben nicht fördert. Der puscht die Innovation, aber die Kmmunen bleiben ohne Ausgleich auf den Kosten sitzen. Die sind, das weiß ich als EDV-Leiter einer Kommune, nicht eben unerheblich.
vaikl 15.11.2018
2. Was wirklich unterschlagen wird:
In NRW regelt seit 15 Jahren ein Erlass den Einsatz von Lernmitteln, der digitale Inhalte mit "Kopien" analog erstellter Inhalte - also mit Büchern und ähnlich antiquierten Medien - gleichsetzt. Solche Lernmittel werden also nur dann zugelassen, wenn es die gleiche Zulassung für deren analoge Vorlagen gibt. Sprich: Nur wenn man schon früher was von Digital ahnte, darf man heute auf dieser Basis lehren. Diskriminierung und Bildungsnot allez!! Man will ja die Schulbuchverlage nicht vergrätzen....
herrschläfer 15.11.2018
3. Haha 7 Jahre
Da sind mittlerweile 500 Gb Standard in Mumbuktu und dem Rest der Welt. Dass sich die Regierung nicht schämt, für solch rückschrittliche Offerte. Bloß Niemanden weh tun...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.