Anonymous-Aktivist: 18 Monate Gefängnis für Operation Payback

Anonymous-Aktivisten (Symbolbild): Haft für DDoS-Angriffe Zur Großansicht
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Anonymous-Aktivisten (Symbolbild): Haft für DDoS-Angriffe

Drei Anonymous-Aktivisten sind in Großbritannien für ihre Teilnahme an der Operation Payback verurteilt worden. Das Web-Kollektiv hatte die Websites von PayPal, Mastercard und Visa lahmgelegt. Einer der jungen Männer muss für 18 Monate in Haft.

Ein Gericht in Großbritannien hat am Donnerstag drei Männer für DDoS-Angriffe auf die Websites von PayPal, Mastercard und Visa verurteilt. Ein 22-Jähriger muss für 18 Monate ins Gefängnis, berichtet "The Register". Er hatte bestritten, an den Angriffen direkt beteiligt gewesen zu sein. Ein 28-Jähriger und ein 24-Jähriger hatten ein Geständnis abgelegt, so die BBC. Der Ältere wurde zu sieben Monaten Haft verurteilt, die sechsmonatige Strafe des Jüngeren setzte das Gericht auf Bewährung aus.

Der vierte Angeklagte, zur Tatzeit 17 Jahre alt, war ebenfalls geständig. Sein Urteil soll Anfang Februar gefällt werden. Ihnen wurde zur Last gelegt, vor rund zwei Jahren an der Operation Payback teilgenommen zu haben. Dabei legten Anhänger des Web-Kollektivs Anonymous über mehrere Tage die Websites von Paypal, Mastercard und Visa zeitweise mit massenhaften Abfragen lahm.

Mit den Angriffen hatte Anonymous zunächst gegen Musik- und Filmunternehmen, dann gegen Zahlungsdienstleister protestiert. Die US-Firmen hatten der Enthüllungsplattform WikiLeaks die Zusammenarbeit gekündigt. Der Verteidiger des zu 18 Monaten Verurteilten hatte erklärt, auf einem von Anonymous genutzten Chatserver seien damals 11.000 Nutzer gewesen. Eine unbekannte Anzahl dieser Nutzer habe an den Angriffen teilgenommen. Sein Mandant sei nur für seine eigenen Handlungen verantwortlich und habe aus Idealismus gehandelt.

Der Richter, berichtet "The Register", sei jedoch nach Durchsicht der Chatlogs davon überzeugt gewesen, dass der junge Mann eine führende Rolle eingenommen habe. Er habe andere ermutigt, technische Hilfestellungen gegeben und Ziele ausgerufen.

Techniker von PayPal hatte die Angriffe im Dezember 2010 registriert. Eine Liste mit den tausend IP-Adressen, von denen die meisten Abfragen ausgingen, leiteten sie noch im selben Monat an die US-Bundespolizei FBI weiter. Offenbar hatten nicht alle Unbekannten ihre Spuren verwischt und konnten so identifiziert werden.

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insgesamt 23 Beiträge
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1. Helden kommen ins Gefängnis Verbrecher laufen weiter frei herum...
trioul 25.01.2013
Zitat von sysopDrei Anonymous-Aktivisten sind in Großbritannien für ihre Teilnahme an der Operation Payback verurteilt worden. Das Web-Kollektiv hatte die Websites von PayPal, Mastercard und Visa lahmgelegt. Einer der jungen Männer muss für 18 Monate in Haft. Anonymous-Aktivist: 18 Monate Haft für Operation Payback - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/anonymous-aktivist-18-monate-haft-fuer-operation-payback-a-879753.html)
2. 3 Jahre für virtuelle Sitzblockade
Meckermann 25.01.2013
Obwohl weder Menschen zu Schaden gekommen sind, noch Sachschaden entstanden ist, noch Daten entwendet wurden, muss ein Mann 18 Monate Haft absitzen. Hätte er mal lieber einen Rentner in der U-Bahn zusammengeschlagen, dafür häts nur Bewährung gegeben...
3. Was soll das den..
rompipalle 25.01.2013
Ist den multinationalen den nicht klar, das sie am Ende nur verlieren können. Auch weil sie es sind welche da verurteilt werden -einestages !!!
4.
Loosa 25.01.2013
Zitat von MeckermannObwohl weder Menschen zu Schaden gekommen sind, noch Sachschaden entstanden ist, noch Daten entwendet wurden, muss ein Mann 18 Monate Haft absitzen. Hätte er mal lieber einen Rentner in der U-Bahn zusammengeschlagen, dafür häts nur Bewährung gegeben...
Ist das in UK so wie bei uns? Weiß ja nicht. Wie auch immer, es ist auf jeden Fall Schaden entstanden. Bei so großen Dienstleistern wie Paypal war das sicherlich auch kein unerheblicher. Das Strafmaß ist hart (wobei ein Schuldeingeständnis anscheinend viel geholfen hätte). Aber wenigstens hält es sich im Rahmen und ist nicht so vollkommen abgedreht wie in USA. Und wer bei so einer Angriff nichtmal seine IP-Adresse verschleiern kann erntet sogar von Anonymous nur Spott. Das waren keine Rebellen sondern unbedarfte Script-Kiddies.
5. Nicht zu glauben...
betonmischa2000 26.01.2013
...wenn ich überlege welchen horrenden Schaden der so genannte Finanzmarkt mit seinen zynischen Protagonisten täglich, stündlich, ja beinahe in jeder Sekunde anrichtet, dann stell ich mir schon die Frage warum diese Jung´s dermaßen bestraft werden. Die Relationen sind hier in so groteskerweise verschoben das man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Die wahren "Schädlinge" der Menschheit bekommen "Ehrenpreise"
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