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Netz-Attacke auf Liberale: Hacker knacken FDP-Plattform

Hacker haben nach eigenen Angaben die FDP-Plattform "meine-freiheit.de" attackiert und persönliche Daten von Nutzern veröffentlicht. Angeblich wurden auch Zugangsdaten von prominenten FDP-Politikern gekapert.

Hamburg - Eine Gruppe von Hackern behauptet, die FDP-Arbeitsplattform "meine-freiheit.de" gehackt zu haben. Über den Twitter-Account "Anonymous Germany" wurde am Nachmittag der Link zu einer Textdatei verbreitet, die angeblich Login-Daten für mehr als 37.000 Zugänge zur Plattform enthält.

In einer Stellungnahme der Hacker heißt es, die Aktion sei ein Protest gegen die neue Regelung der Bestandsdatenauskunft. Diese verpflichtet Telekommunikationsanbieter, bestimmte gespeicherte Kundendaten an Ermittlungsbehörden herauszugeben. Der Protest kommt allerdings reichlich spät: Die Gesetzesänderung ist schon im März beschlossen worden. Für die Änderung hatten neben der FDP auch die Union und die SPD gestimmt.

Opfer des Hack-Angriffes wurden nur die Liberalen. Auf der Plattform "meine-freiheit.de", die laut Impressum von der Bundes-FDP betrieben wird, können sich Mitglieder und Interessierte registrieren. In dem ansonsten geschlossenen Netzwerk wird über das politische Programm diskutiert. Außerdem soll die Plattform dazu dienen, regionale Gruppen besser zu organisieren.

Allerdings können FDP-Mitglieder dort auch ihre Mitgliedsdaten einsehen und aktualisieren - eine lange Liste mit Telefonnummern, Mail-Adressen und ähnlichen Angaben befindet sich nun ebenfalls unter den Daten, die die Hacker ins Netz gestellt haben.

Darüber hinaus findet sich in dem Datenpaket auch eine Liste mit Nutzernamen und Passwörtern. Darin tauchen die Namen mehrerer FDP-Bundestagsabgeordneter auf, unter anderem der von Entwicklungsminister Dirk Niebel. Die Passwörter sind verschlüsselt, der verwendete Algorithmus lässt sich nach Darstellung der Hacker jedoch leicht knacken - vor allem wenn der Account-Inhaber kein sicheres Passwort gewählt hat.

Sogar einige der Accounts mit Administratorrechten seien nur mit schwachen Kennwörtern geschützt gewesen, heißt es in der Nachricht der Hacker. Als Beispiele nannten sie die Begriffe "Pupi" und "Herakles". Einige der Accounts sollen zudem mit anderen Social-Media-Diensten verknüpft gewesen sein.

Die Website meine-freiheit.de war am Abend nicht mehr aufrufbar.

usp

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insgesamt 19 Beiträge
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1. Was kann man da knacken?
tino1960 13.04.2013
Bei den Inhalten, die die FDP den Leuten anbietet, kann man sich ja nur wirklich fragen, was dort geknackt werden kann und gleichzeitig von politischer Relevanz ist...
2. Die Fortschrittlichen Linken
spon_1542210 jorgos48 14.04.2013
Links ist Fortschrittlich, antifaschistisch, antirassistisch, Ausländerfreundlich, international und überhaupt.... Die dürfen das!! Und was Rechts ist bestimmen auch die Linksrotgrünen Strassenkämpfer.
3. Na bitte
Ausfriedenau 14.04.2013
Zitat von sysopDPAHacker haben nach eigenen Angaben die FDP-Plattform "meine-freiheit.de" attackiert und persönliche Daten von Nutzern veröffentlicht. Angeblich wurden auch Zugangsdaten von prominenten FDP-Politikern gekapert. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/anonymous-hacker-attackieren-fdp-plattform-meine-freiheit-de-a-894245.html
geht doch. Hoffentlich nutzt es was, um diese sozial-staatsgefährdende, marktradikale Partei so zu beobachten, dass diese 3% keinen Einfluss mehr auf unsere Politik haben werden.
4. Aufschlußreiche Einstellung.
tweet4fun 14.04.2013
Zitat von Ausfriedenaugeht doch. Hoffentlich nutzt es was, um diese sozial-staatsgefährdende, marktradikale Partei so zu beobachten, dass diese 3% keinen Einfluss mehr auf unsere Politik haben werden.
Sie finden das also toll? Und wenn es die Partei Ihrer Wahl treffen würde? Fänden Sie das auch toll? Es geht gar nicht darum, daß es die FDP getroffen hat. Hacker sind ganz einfach Kriminelle, deren Taten strafrechtlich verfolgt und empfindlich bestraft werden müssen. Diese miesen, kleinen selbstverliebten Möchtegern-Revoluzzer sind einfach zu feige zu offener Auseinandersetzung. Sie tun das heimlich in der Hinterstube und arbeiten zudem Denjenigen in die Hände, die das Internet kontrollieren wollen. Somit sind diese Typen die wirklich antisozialen und gesellschaftsschädigenden Elemente.
5. ♟
flachatmer 14.04.2013
Zitat von tweet4funSie finden das also toll? Und wenn es die Partei Ihrer Wahl treffen würde? Fänden Sie das auch toll? Es geht gar nicht darum, daß es die FDP getroffen hat. Hacker sind ganz einfach Kriminelle, deren Taten strafrechtlich verfolgt und empfindlich bestraft werden müssen. Diese miesen, kleinen selbstverliebten Möchtegern-Revoluzzer sind einfach zu feige zu offener Auseinandersetzung. Sie tun das heimlich in der Hinterstube und arbeiten zudem Denjenigen in die Hände, die das Internet kontrollieren wollen. Somit sind diese Typen die wirklich antisozialen und gesellschaftsschädigenden Elemente.
tweet4brain wäre u.U. erfolgversprechender.
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