Anschlag in Pittsburgh Rechtes Onlineportal geht offenbar offline

Der mutmaßliche Attentäter von Pittsburgh soll auf dem Nachrichtendienst Gab.com antisemitische Botschaften verbreitet haben. Nun muss die Seite ab Montag ihren Betrieb aussetzen.

Gab/ SPIEGEL ONLINE


Das rechtsgerichtete Internetportal Gab.com, auf dem antisemitische Inhalte verbreitet werden, muss nach dem Anschlag in einer Synagoge von Pittsburgh offenbar offline gehen. Der mutmaßliche Attentäter von Pittsburgh soll auf der Seite, die bei weißen Nationalisten und Mitgliedern der rassistischen Alt-Right-Bewegung beliebt ist, aktiv gewesen sein. Der Provider werde deshalb ab Montag seine Dienste aussetzen, erklärte Gab.com, Berichten zufolge hat auch der Online-Bezahldienst Paypal die Seite gesperrt.

In der Stadt Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte am Samstagmorgen (Ortszeit) ein schwer bewaffneter Angreifer in einer Synagoge um sich geschossen und elf Menschen getötet. Sechs weitere Menschen wurden verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

"Gab wird wahrscheinlich über Wochen nicht erreichbar sein", schrieb die Internetseite im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wir werden weiter für freie Meinungsäußerung und individuelle Freiheit im Internet für alle kämpfen", hieß es weiter. Gab, das 2016 als Alternative zu Twitter auf den Markt gebracht wurde, habe "null Toleranz" für Gewalt und Terrorismus und sei "traurig und angeekelt" über die Nachrichten aus Pittsburgh, hieß es in einer Stellungnahme.

Gab teilte mit, dass es nach Bekanntwerden des Anschlags den Namen des mutmaßlichen Schützen mit einem seiner Nutzerkontos in Verbindung gebracht habe. Daraufhin habe es das Konto von Robert B. gesperrt und sofort die Bundespolizei FBI kontaktiert.

B. soll der Verfasser einer Serie von antisemitischen Botschaften sein. In einem Eintrag, der von B. stammen soll und nur wenige Stunden vor dem Attentat gepostet wurde, wird die jüdische Flüchtlingshilfeorganisation Hias angegriffen: "Hias holt gerne Eindringlinge, die unsere Leute töten. Ich kann nicht sitzen bleiben und zusehen, wie meine Leute abgeschlachtet werden. Scheiß auf Eure Sichtweise, ich gehe rein."

hei/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.