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App-Store-Zensur: Rundfunkreferenten wollen Apple zähmen

Das Geschäftsgebaren von Apple beschäftigt nun auch die deutsche Politik. Die Rundfunkreferenten der Länder prüfen nach Informationen des SPIEGEL, ob man den kalifornischen Konzern gesetzlich zwingen kann, Produkte in seinen App Store für iPhone und iPad aufzunehmen.

Spiel "Party Trampoline": Politiksatire nur vermummt Zur Großansicht

Spiel "Party Trampoline": Politiksatire nur vermummt

Kann der deutsche Staat Apple vorschreiben, was das Unternehmen verkaufen muss? Ist der App Store für iPhone, iPad und iPod vergleichbar mit dem Angebot eines Kabelnetzbetreibers? Diese Fragen werfen die Rundfunkreferenten der Bundesländer nun auf. Sie wollen ausloten, ob der Konzern aus Cupertino gezwungen werden kann, Angebote in den Software-Laden im Netz aufzunehmen.

Weil der US-Konzern wiederholt Inhalte von Verlagen aus seinem App Store entfernt oder gar nicht erst zugelassen hat, prüfen die Rundfunkreferenten der Bundesländer nach Informationen des SPIEGEL jetzt, ob man Apple auf ähnliche Weise an die Kandare nehmen könnte wie Kabelnetzfirmen oder andere Plattformbetreiber. Eine solche Verpflichtung ist im Rundfunkstaatsvertrag fixiert, auf Internetplattformen wie den App Store fand sie bisher aber keine Anwendung. Inwieweit sich allerdings deutsche Rundfunkgesetzgebung auf internationale Online-Angebote anwenden lässt, ist zumindest fraglich.

Auf Initiative Hamburgs sondiert eine Arbeitsgruppe der Rundfunkkommission nun, ob die Regelung ausgeweitet wird. "Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Verstoß gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen können", sagte Nikolas Hill, Hamburgs Staatsrat für Medien. Im Umfeld der Länderchefs schätzt man die Umsetzung zwar als schwierig ein, das Thema sei aber relevant.

Kein Busenblitzer mehr für Springers nackte Mädchen

Apple hatte jüngst nicht nur erotische Inhalte, sondern beispielsweise auch politische Karikaturen aus dem App Store verbannt. Betroffen war eine Weile sogar die App des kurz zuvor mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Karikaturisten Mark Fiore. In diesem Fall jedoch intervenierte offenbar Apple-Chef Steve Jobs höchstpersönlich. Die Anbieter anderer Anwendungen, in denen Apples Kontrolleuren zufolge "Figuren des öffentlichen Lebens der Lächerlichkeit preisgegeben" werden, hatten weniger Glück. Im Spiel "Party Trampoline" etwa dürfen zwar Politiker im Oval Office des Weißen Hauses auf einem Trampolin herumhüpfen - ihre Gesichter aber sind mit Papiertüten verhüllt.

Der Konzern scheint seine harte Haltung inzwischen aber zumindest teilweise aufzuweichen: Während der Springer-Verlag bis vor wenigen Tagen die halbnackten Mädchen auf Seite eins der "Bild"-Zeitung für iPhone und iPad mit einem Busenblitzer kaschieren musste, dürfen sie nun mit blanker Brust zu sehen sein.

Apple habe damit kein Problem mehr, so ein Springer-Sprecher. Der deutschen Ausgabe des "Playboy" dagegen bleibt der Zugang zum App Store verwehrt, obwohl das Magazin eine recht züchtige App mit einem Video über zwei leichter bekleidete Frauen vorgelegt hatte. "Apples Entscheidungen sind völlig intransparent", sagt "Playboy"-Verlagschef Vernon von Klitzing. Es habe keinen Hinweis gegeben, was an der App störe. "Das ist Zensur. Was am Kiosk verkäuflich ist, muss auch im App Store angeboten werden können."

cis

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 121 Beiträge
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1. Steve Jobs mag halt keine Porno-Apps.
Michael Giertz, 05.06.2010
Zitat von sysopDas Geschäftsgebaren von Apple beschäftigt nun auch die deutsche Politik. Die Rundfunkreferenten der Länder prüfen nach Informationen des SPIEGEL, ob man den kalifornischen Konzern gesetzlich zwingen kann, Produkte in seinen App Store für iPhone und iPad aufzunehmen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,698914,00.html
Ich beantworte die Frage mal simpel und einfach: "Nein". Wenn Steve Jobs der Meinung ist, dass bestimmte Apps nicht zur Firmenphilosophie passen, kann man ihn ja wohl kaum zwingen, die Firmenphilosophie zu ändern, oder? Auch wenn's vielleicht bescheuert ist, dass nicht jede App auf iPad & co läuft, so muss sich eben der geneigte Apple-User eben damit abfinden. Oder auf einen Anbieter wechseln, der weniger Probleme damit hat, Porno-Apps anzubieten. Letztendlich geht's ja nur darum. Dafür den Gesetzgeber einzuschalten ist fast schon ein bisschen lustig ...
2. Mächtig
lassehoffe, 05.06.2010
die Pornoindustrie scheint mehr Macht zu haben, als man glauben könnte...
3. Das gibt ja Hoffnung
obacht! 05.06.2010
Zitat von sysopDas Geschäftsgebaren von Apple beschäftigt nun auch die deutsche Politik. Die Rundfunkreferenten der Länder prüfen nach Informationen des SPIEGEL, ob man den kalifornischen Konzern gesetzlich zwingen kann, Produkte in seinen App Store für iPhone und iPad aufzunehmen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,698914,00.html
Allerdings betrifft das nicht nur den App-Store sondern auch andere Plattformen wie beispielsweise Ebay. Dort werden Händer gesperrt und damit in ihrer Existenz bedroht weil sie angeblich gegen eBay-Grundsätze verstoßen hätten. Es ist in so einem Fall dann unmöglich mit eBay in Kontakt zu treten um die Vorwürfe zu entkräften. Wenn überhaupt, wird man mit Massenmails abgespeißt die nichts mit dem Sachverhalt zu tun haben. Eine gerichtliche Überprüfung ist auch unmöglich, weil Richter keine Monopolstellung von eBay sehen. Ein Richter eines OLG tat sich durch eine besondere Kenntnis der Materie hervor: Es ging um die Monopol Frage und Axel Grohnen von www.wortfilter.de war als Gutachter geladen. Der Richter ging mit den Worten in die Verhandlung: "Ich brauche keinen Gutachte, meine Frau sagte mir heute morgen beim Frühstück, dass es hunderte Auktionshäuser im Internet gibt" Sicher gibt es hunderte, wenn nicht gar tausenden. Jedoch hat eBay einen Marktanteil in Deutschland von ca 97%. Das zweitgrößte Auktionshaus HOOD.de hat eien Marktanteil von 2% und das restliche Prozent teilen sich die besagten "hunderte Auktionshäuser" Ich bin der Meinung, dass jeder der sich an die Gesetze der Bundesrepublik hält einen Zugang zu eBay einklagen können müsste. Ebenso müsste es einen Schutz vor willkürlichen Löschungen von Angeboten und Händlern geben. Was eBay nicht genehm ist, darf nicht angeboten werden. Um ein Beispiel zu nennen. Es ist verboten Angebote mit erotischem Inhalt (wir reden hier nicht von pornografischen Inhalten) einzustellen, gleichzeitig gibt es aber eine Kategorie "Aktfotografie und erotische Bilder" Ich frage mich, wie man ein erotisches Bild ohne erotischen Inhalt anbieten kann. Ich habe eBay mehrfach darauf hingewiesen aber bisher nie eine Antwort erhalten. Zwei mal gab es eine Mail mit zusammengeklickten Absätzen, die nicht mit meiner Frage zu tun hatten. Wer sagt mir denn, dass eBay nicht, gegen Zahlung entsprechender Summen, Mitbewerber von der Plattform fern hält? Ich könnte jetzt endlos weiterschreiben, es gibt unzählige obskure Löschungen, ohne die Möglichkeit einer unabhängigen Überprüfung. Aber so lange es Richter wie den oben zitierten gibt, wird sich da wohl nichts tun.
4. Ms
DJ Doena 05.06.2010
Zitat von Michael GiertzIch beantworte die Frage mal simpel und einfach: "Nein". Wenn Steve Jobs der Meinung ist, dass bestimmte Apps nicht zur Firmenphilosophie passen, kann man ihn ja wohl kaum zwingen, die Firmenphilosophie zu ändern, oder? Auch wenn's vielleicht bescheuert ist, dass nicht jede App auf iPad & co läuft, so muss sich eben der geneigte Apple-User eben damit abfinden. Oder auf einen Anbieter wechseln, der weniger Probleme damit hat, Porno-Apps anzubieten. Letztendlich geht's ja nur darum. Dafür den Gesetzgeber einzuschalten ist fast schon ein bisschen lustig ...
Erzählen sie das mal Microsoft und deren Versuch, andere Offices und Browser als die eigenen abzuwürgen... Kartellrecht hat schon irgendwo seinen Sinn.
5. Seit wann....
obacht! 05.06.2010
Zitat von Michael GiertzIch beantworte die Frage mal simpel und einfach: "Nein". Wenn Steve Jobs der Meinung ist, dass bestimmte Apps nicht zur Firmenphilosophie passen, kann man ihn ja wohl kaum zwingen, die Firmenphilosophie zu ändern, oder? Auch wenn's vielleicht bescheuert ist, dass nicht jede App auf iPad & co läuft, so muss sich eben der geneigte Apple-User eben damit abfinden. Oder auf einen Anbieter wechseln, der weniger Probleme damit hat, Porno-Apps anzubieten. Letztendlich geht's ja nur darum. Dafür den Gesetzgeber einzuschalten ist fast schon ein bisschen lustig ...
...hat eine "Firmen-Philosophie" Vorrang vor Gesetzen?
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