E-Book-Preisabsprachen Apple muss 450 Millionen Dollar zahlen

Kostspielige Gerichtsentscheidung gegen Apple: Wegen illegaler Preisabsprachen für E-Books muss der Konzern insgesamt 450 Millionen Dollar zahlen. Das meiste geht an Kunden - aber nicht in bar.

iPad mit iBooks-Store
AP

iPad mit iBooks-Store


Im Streit um illegale Preisabsprachen für elektronische Bücher ist der US-Technologiekonzern Apple mit seinem Einspruch vor dem Obersten Gerichtshof gescheitert. Der Supreme Court in Washington lehnte es am Montag ab, sich mit dem Fall zu befassen. Für Apple wird die Entscheidung teuer: Sie wird das Unternehmen 450 Millionen Dollar kosten.

Das Gericht hat mit seiner Entscheidung eine Verurteilung von Apple durch ein Bundesgericht im Jahr 2013 bestätigt, auf dessen Grundlage Verbraucher eine Millionenentschädigung erhalten sollen.

In dem Verfahren hatte das US-Justizministerium Apple zur Last gelegt, Ende 2009 und Anfang 2010 vor der Markteinführung des iPads mit fünf großen Verlagen Verträge für elektronische Bücher abgeschlossen zu haben, die zu Lasten der Verbraucher gingen. Damals wurde der E-Book-Markt von Amazon beherrscht. Der Onlinehändler verkaufte Bestseller für seine Kindle-Lesegeräte zum Missfallen der Verlage zu deutlich günstigeren Preisen als für die gedruckten Exemplare fällig wurden.

Gutschriften für E-Book-Käufe

Während Amazon die Preise selbst festsetzte, bot Apple den Verlagen Verträge mit einer Preisbindung an. Bei diesem Modell konnten die Verleger höhere Preise festlegen, im Gegenzug erhielt Apple eine Kommission. Anschließend setzten die Verlage auch bei Amazon und anderen E-Book-Anbietern eine Preiserhöhung durch.

Apple hatte sich im Sommer 2014 in einem vorläufigen Vergleich zur Zahlung von 400 Millionen Dollar (363 Millionen Euro) Entschädigung sowie 20 Millionen Dollar für an der Klage beteiligte Bundesstaaten und 30 Millionen Dollar an Gerichtskosten bereit erklärt, gleichzeitig aber den Supreme Court zur endgültigen Klärung angerufen. Das US-Justizministerium begrüßte die Entscheidung der Obersten Richter. Die Klage wegen Apples illegaler Absprachen mit Buchverlagen sei damit "ein für alle Mal geregelt". Konsumenten, die durch die Preisabsprachen benachteiligt worden seien, sollten Gutschriften erhalten, die sie für künftige E-Book-Käufe einsetzen können, so das Justizministerium.

Die fünf Verlage Hachette, HarperCollins, Simon and Schuster, Penguin und Macmillan hatten schon früh millionenschweren Vergleichen zugestimmt - insgesamt zahlten die Verlage Bloomberg zufolge 166 Millionen Dollar. Apple ließ es dagegen auf das Gerichtsverfahren ankommen. Der Konzern äußerte sich zunächst nicht zum Ausgang vor dem Supreme Court.

cis/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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fortyfy 07.03.2016
1. null verständlich
es geht nicht hervor was nun illegal war. Amazon setzt die Preise selber fest was zuvor die Verlage machen und Apple hält sich daran und das ist jetzt illegal. So steht es und es klemmt die Logik.
Bueckstueck 07.03.2016
2.
Zitat von fortyfyes geht nicht hervor was nun illegal war. Amazon setzt die Preise selber fest was zuvor die Verlage machen und Apple hält sich daran und das ist jetzt illegal. So steht es und es klemmt die Logik.
Was an Preisabsprachen illegal ist? Es widerspricht dem freien Markt der die Preise selbst festsetzt. Apple streicht für diesen Deal neben der Verkaufsprovision zusätzlich Geld ein, lässt sich also für die Preistreiberei extra bezahlen. Und weil Apple halt kein Buchladen an der Ecke ist, konnten die Verlage mit diesem Deal andere, darunter auch Amazon, quasi erpressen und dort ebenfalls die Preise erhöhen. Wer nicht mitzieht, kriegt kein Material mehr, denn man hat ja Apple. Und Apple verdient doppelt.
fritz__meyer 07.03.2016
3. Unlogisch
ist es trotzdem. Zwei Partner eines Vertrages sprechen den Preis ab. Normal.
ElkeOspert 08.03.2016
4.
Zitat von fritz__meyerist es trotzdem. Zwei Partner eines Vertrages sprechen den Preis ab. Normal.
Das Problem dabei ist dass beide Partner von einem hohen Preis profitieren - denn sie beide nicht bezahlen müssen sondern stattdessen der "kleine" Dritte - nämlich der Kunde der die Bücher kauft. Das funktioniert natürlich nur wenn man eine entsprechende Größe und damit Marktmacht hat....
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