180-Grad-Wende Apple macht wieder bei Umweltsiegel mit

Jetzt kommt die Rolle rückwärts: Vergangene Woche hatte Apple erklärt, zukünftig auf das Epeat-Umweltsiegel zu verzichten. Schulen, Behörden und selbst die Stadt San Francisco wollten daraufhin keine Macintosh-Computer mehr kaufen. Und prompt korrigiert sich die Konzernführung.

Apple in Kalifornien: Nach Kritik macht das Unternehmen eine Rolle rückwärts
REUTERS

Apple in Kalifornien: Nach Kritik macht das Unternehmen eine Rolle rückwärts


Cupertino - Enttäuschte Kunden und der Boykott von Schulen und Behörden haben es möglich gemacht. Apple will wieder mit dem Epeat-Umweltsiegel zusammenarbeiten. Wenige Tage zuvor hatte das Unternehmen verkündet, Mac-Computer nicht länger mit der Umweltplakette auszeichnen zu lassen. Das Siegel bescheinigt den Einklang mit US-Umweltstandards.

"Wir haben von vielen loyalen Apple-Kunden gehört, dass sie unglücklich mit der Entscheidung waren, dass wir unsere Produkte aus dem Epeat-Bewertungssystem herausgenommen haben", schrieb Hardware-Chef Bob Mansfield am Freitag in einem offenen Brief. "Ich gebe zu, das war ein Fehler."

Der Chef des Umweltsiegels, Robert Frisbee, bestätigte Apples 180-Grad-Wende: "Alle zuvor registrierten Apple-Produkte und eine Zahl neuer Produkte sind zurück im Epeat-System." Technologieblogs hatten vermutet, dass die neuen Notebooks der Baureihe MacBook Air wegen ihrer kompakten Bauweise die Auflagen zur Recycling-Fähigkeit und einfachen Reparatur nicht mehr erfüllen und Apple deshalb lieber gleich alle Geräte vom Umweltsiegel zurückziehe.

"Unser Engagement, die Umwelt zu schützen, hat sich niemals geändert", versicherte Mansfield. Mit dem Rückzug bei dem von der US-Regierung unterstützten Umweltsiegel hatte sich Apple den Weg zu zahlreichen staatlichen Aufträgen verbaut. Aus diesem Grund wohl die Kehrtwende. Viele Verwaltungen und Schulen verlangen bei Neuanschaffungen, dass ein Gerät die Epeat-Auflagen erfüllt. Die Stadt San Francisco hatte bereits angekündigt, keine Apple-Computer mehr anzuschaffen.

lei/dpa/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
benutzer10 14.07.2012
1. So machen es Firmen wie Apple ...
... , sie starten Versuchsballons, wie weit sie gehen können in ihrer Arroganz, und kneifen blitzschnell, wenn es Geld kosten könnte. Gilt analog auch für Google, Facebook usw..
chagall1985 14.07.2012
2. Eine Marketing Katastrophe
Zitat von sysopREUTERSJetzt kommt die Rolle rückwärts: Vergangene Woche hatte Apple erklärt, zukünftig auf das "Epeat"-Umweltsiegel zu verzichten. Schulen, Behörden und selbst die Stadt San Francisco wollten daraufhin keine Macintosh-Computer mehr kaufen. Und prompt korrigiert sich die Konzernführung. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,844349,00.html
folgt der nächsten. Mal schauen wie viel Kredit APPLE noch verspielen kann bevor sich das an Umsatzzahlen niederschlägt und den Bösenkurs beeinträchtigt. Das neue iphone ist zur Zeit das schlechteste Premiumhandy aller 3 relevanten Hersteller. Wie kann man auch ein Handy mit Glasschale bauen? Sturz aus 40 CM führt automatisch zum Totalschaden. Ich bin mal sehr gespannt ob Jobs noch was in der Schublade hatte was die jetzt rauskramen können. (APPLE TV) Ansonsten wird dieser KOnzern die nächsten Jahre wohl wieder von seiner Substanz leben.
mad_man_walking 14.07.2012
3. Lehrstück
Ein geradezu klassisches Beispiel für die Macht der Verbraucher. Schade, dass diese nur so selten eingesetzt wird. Manches wäre möglich.
rekord66 14.07.2012
4. Apples Arroganz gegenüber Kunden & Umwelt
Was sich Apple mit seinen neuen Retina MacBooks geleistet hat ist in der Tat eine Frechheit & alles andere als nachhaltig. War früher beispielsweise ein Aufrüsten mit mehr Arbeitsspeicher nachträglich möglich - sei es aus Budgetgründen, sei es aus veränderten Arbeitsbedingungen - so ist dies heute nicht mehr möglich. Treue Apple-KundInnen werden dadurch u.U. heute schneller zum Neukauf gezwungen. Auch sind die Akkus verklebt. Diese MacBooks werden nach 1000 Ladezyklen dadurch zum Wegwerf-Produkt! Ich jedenfalls bin froh, mich an meinem '08er MacBook Pro (mit der schöneren, silbernen Tastatur) dank seiner Service-Freundlichkeit noch lange erfreuen zu können!
willi2007 14.07.2012
5. Na also,
geht doch! Die Boykott-Androhung von Schulen und öffentlichen Verwaltung haben bereits gereicht, dass Apple eine Rolle rückwärts macht. Ich wünschte die Kunden und Verbraucher würden sich öfters ihrer Macht bewusst sein und den Herstellern die rote Karte zeigen. Reparaturfreundlichkeit ist mittlerweile ein Fremdwort in der Industrie
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.