Transparenzbericht US-Behörden verlangen immer mehr Daten von Apple

Die Strafverfolgungsbehörden in den USA fordern immer mehr Daten von Apple - und berufen sich dabei auf die nationale Sicherheit. Deutschland hingegen ist Spitzenreiter in einer anderen Kategorie.

Logo an einem Apple-Store
DPA

Logo an einem Apple-Store


Die US-Regierung will immer mehr über Apple-Nutzer wissen. Laut einem Transparenzbericht des Tech-Konzerns hat sich die Zahl der Regierungsanfragen im Zeichen der Terrorabwehr im Vergleich zum Vorjahr vervierfacht.

Demnach haben Fisa-Geheimgerichte und das FBI zwischen 13.250 und 13.499 Anfragen gestellt und sich dabei auf die nationale Sicherheit berufen. Davon waren zwischen 9000 und 9249 Nutzer betroffen. Das geht aus dem Bericht hervor, den Apple am Donnerstag veröffentlicht hat. 2016 waren es noch zwischen 2750 und 2999 Anfragen und zwischen 2000 und 2249 Nutzer im ersten Halbjahr, im zweiten Halbjahr 2015 lediglich halb so viele.

Wenn Tech-Unternehmen eine Anfrage der Fisa-Geheimgerichte oder einen Brief zur Nationalen Sicherheit bekommen, dann dürfen sie die Nutzer meist nicht informieren, dass sie überprüft werden. Die Berichte der Tech-Konzerne sind freiwillig und dürfen nur in 250er-Schritten angegeben werden. Die veröffentlichten Zahlen sollen dazu beitragen, dass die Kunden nach dem NSA-Skandal nicht das Vertrauen in die Online-Unternehmen verlieren.

Deutschland bei Geräte-Anfragen Spitze

Betrachtet man die Geräte-Anfragen an Apple weltweit, hat sich nicht viel verändert. Insgesamt zählte Apple im ersten Halbjahr etwa 31.000 Ersuche. Wenn es darum geht, dass die Behörden ein iPhone, ein iPad oder einen Mac-Rechner nach einem Diebstahl oder bei einem Betrug orten wollen, dann steht Deutschland weiterhin an der Spitze.

Knapp 13.000 Anfragen zu mehr als 24.000 Geräten hat die deutsche Polizei an Apple gestellt. Bei etwas mehr als 9000 Anfragen hat der Konzern die Ermittler auch wirklich unterstützt. Im vergangenen Jahr hatten deutsche Sicherheitsbehörden im gleichen Zeitraum knapp 12.000 Anfragen gestellt. In den USA waren es hingegen rund 4500 Anfragen für 9000 Geräte.

China forderte Informationen zu 35.000 Accounts

Heikel wird es vor allem bei Anfragen zu persönlichen Daten, die auf dem Telefon oder den Apple-Servern gespeichert sind. Bei Account-Anfragen fordern Strafverfolgungsbehörden in der Regel konkrete Daten wie Namen, Adressen, manchmal auch Fotos aus der iCloud, Termine und Telefonbuch-Kontakte.

In dieser Kategorie ist Deutschland eher zurückhaltend. Regierungsbehörden haben im ersten Halbjahr etwa 223 Anfragen für 249 Accounts gestellt. Bei 180 Profilen hat Apple die Anfragen akzeptiert - allerdings nur in einem Fall auch Inhalte des Telefons wie beispielsweise E-Mails, Kontakte oder Fotos weitergegeben.

Bei den Account-Anfragen liegt Großbritannien an der Spitze in Europa mit Regierungsersuchen zu 325 Profilen. Doch weltweit betrachtet ist die Zahl relativ gering. In den USA etwa hat Apple die Informationen zu knapp 5000 Accounts weitergeleitet. China hat zwar nur 24 Anfragen gestellt, wollte dabei jedoch die Details von insgesamt 35.000 Accounts erfahren.

jbr/rtr

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
mcpoel 29.09.2017
1. Deshalb....
...niemals Sicherungskopien von Apple Geräten in der iCloud erstellen!
schlaueralsschlau 29.09.2017
2.
Hat Apple auch Zugriff auf die Daten in meinem Telefon, wenn diese nicht in der cloud abgespeichert sind?
ISTQB 01.10.2017
3. Nationale Sicherheit...
..wie gern würde ich diese 2 Worte jedem Idioten jenseits des Atlantiks in den M..... stopfen. Der Persilschein für jede Art von Gesetzesbruch im „Land of the free“...
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