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WikiLeaks-Gründer: Assange will Botschaft von Ecuador in London verlassen

Die Gerüchte vom Morgen haben sich bestätigt: WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat auf einer Pressekonferenz in London angekündigt, dass er nach zwei Jahren die Botschaft von Ecuador in Kürze verlassen will.

London - Auf einer Pressekonferenz mit dem ecuadorianischen Außenminister Ricardo Patino erklärte Julian Assange: "Ja, ich werde die Botschaft bald verlassen, aber nicht aus den Gründen, an die sie denken". Zuvor hatte es in Gerüchten geheißen, Assange müsse sein Zwangsexil in London aus gesundheitlichen Gründen verlassen.

Zuvor hatte der britische Fernsehsender "Sky News" gemeldet, Assange "könnte planen, sich den Behörden zu stellen". Der Sender berief sich dabei auf ein Interview, das Assange am Wochenende gegeben hatte. Darin habe er sehr "mutlos" geklungen. Zudem hätten Personen aus seinem Umfeld auf zahlreiche medizinische Probleme hingewiesen, die ihm zu schaffen machten. "Er hat viel von seinem Kampfgeist verloren", wird "Sky News"-Korrespondent Martin Brunt zitiert.

Herzprobleme und hoher Blutdruck machen Julian Assange ebenso zu schaffen wie Augenprobleme. Dass Assange gesundheitlich angeschlagen ist, war bereits länger bekannt. Schon im November 2012 wurde öffentlich, dass der Aktivist an einer chronischen Lungenerkrankung leidet und sich sein Zustand in der Botschaft jederzeit verschlechtern könnte. Für seine Behandlungskosten kommt ebenfalls Ecuador auf.

Der WikiLeaks-Gründer genießt seit dem 24. August 2012 Asyl in der Botschaft Ecuadors. Kurz nachdem es ihm gewährt wurde, hatte er gesagt, dass er zwischen sechs und zwölf Monaten auf eine Einigung warten würde, damit er die Botschaft verlassen dürfe. Daraus wurden bisher zwei Jahre.

In Schweden liegt gegen den WikiLeaks-Gründer der Vorwurf der sexuellen Nötigung vor. Im Jahr 2010 stellten schwedische Strafverfolger einen internationalen Haftbefehl aus, Assange wurde gesucht. Er stellte sich daraufhin der britischen Polizei und ging juristisch gegen die Auslieferung vor, auch weil er fürchtete, von Schweden in die USA ausgeliefert zu werden.

Gegen eine Kaution in Höhe von 240.000 Pfund - gesammelt von Unterstützern - kam er schließlich frei und stand unter Hausarrest, doch letztlich scheiterten seine Bemühungen. Die Auslieferung schien unvermeidlich und stand kurz bevor, als Assange im Juni 2012 schließlich in die ecuadorianische Botschaft floh und einen Antrag auf Asyl stellte.

Für die britische Polizei ist die Assange-Überwachung eine teure Angelegenheit: Zwischen Juni 2012 und Mai 2013 soll sie laut Polizeiangaben 3,8 Millionen Pfund gekostet haben umgerechnet waren das rund 11.000 Euro pro Tag. Im April meldete die "Daily Mail" mit Bezug auf Scotland Yard, die Überwachung habe mittlerweile 5,9 Millionen Pfund gekostet - darunter eine Million Pfund Kosten für Überstunden. Rund um die Uhr stehen drei Scotland-Yard-Beamte vor der Botschaft. Sie passen auf, dass Assange keinen Fuß vor die Tür setzt.

mak/juh/mbö

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insgesamt 110 Beiträge
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1. Tapetenwechsel
Trollfrühstücker 18.08.2014
Ich weiß. was er vorhat: Mit Snowden tauschen.
2.
andre_22 18.08.2014
Zitat von sysopREUTERSDie Gerüchte vom Morgen haben sich bestätigt: WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat auf einer Pressekonferenz in London angekündigt, dass er die Botschaft von Ecuador in Kürze verlassen will. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/assange-will-botschaft-von-ecuador-in-london-verlassen-a-986655.html
Ich hab das Interview gesehen! Schlimm wie selbstmitleidig Assange da ist! Wenn er nichts getan hat, warum hat er sich dann nicht den Behörden in Schweden gestellt! Oder zumindestens mit ihnen zusammengearbeitet!
3.
cs01 18.08.2014
Ich bin immer noch der Meinung, dass er längst ein freier Mann wäre, wenn er sich der Anklage in Schweden gestellt hätte.
4. Bin sehr gespannt
habmeinemeinung 18.08.2014
Wird man Assange nach Schweden ausliefern? Wird Schweden Assange nach USA ausliefern? Wird Assange "Selbstmord" in einem Schwedischen Untersuchungsgefängnis begehen, oder wird ein Unfall passieren?
5. Höchste Zeit
TWOSTONE 18.08.2014
Zitat von sysopREUTERSDie Gerüchte vom Morgen haben sich bestätigt: WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat auf einer Pressekonferenz in London angekündigt, dass er die Botschaft von Ecuador in Kürze verlassen will. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/assange-will-botschaft-von-ecuador-in-london-verlassen-a-986655.html
Aber ist es sicher, dass man endlich eine Lösung gefunden hat den Hausarrest zu beenden ohne Möglichkeit einer Auslieferung in die USA?
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