NSA-Whistleblower Bernie Sanders fordert Milde für Snowden

Edward Snowden soll "nach Hause" in die USA kommen - und zwar ohne eine allzu harte Strafe. Das fordern mehrere US-Politiker, Menschenrechtler und Hollywoodstars im "Guardian".

Bernie Sanders
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Der Ex-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Bernie Sanders, hat sich an die Spitze der Bewegung gesetzt, die Gnade für Edward Snowden fordert. Der Whistleblower habe Amerika einen großen Dienst erwiesen, indem er das NSA-Überwachungsprogramm enthüllt habe, schreibt Sanders im britischen "Guardian". Die Regierung solle eine Lösung finden, die Snowden eine "sehr lange Gefängnisstrafe oder ein permanentes Leben im Exil" erspare.

Snowden hatte geheime NSA-Dokumente veröffentlicht und lebt seit 2013 in Russland im Exil. In den USA wird er wegen Geheimnisverrats gesucht, im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lange Haftstrafe.

Sanders schrieb, es bestehe kein Zweifel, dass Snowden ein Verbrechen begangen habe. Doch sei der Gerechtigkeit am besten gedient, wenn die Regierung Milde walten lasse.

Das Weiße Haus hatte am Dienstag die Regierungsposition bekräftigt. "Herrn Snowden werden schwere Verbrechen vorgeworfen und Politik der Regierung ist, dass Herr Snowden in die Vereinigten Staaten zurückkehren sollte, um sich diesen Vorwürfen zu stellen", sagte Sprecher Josh Earnest. Snowden werde in den USA ein faires Verfahren bekommen.

Neben Sanders sprachen sich im "Guardian" rund 20 weitere prominente Persönlichkeiten dafür aus, dass Snowden "nach Hause" zurückkehren darf, darunter der Whistleblower Daniel Ellsberg und die Schauspielerin Susan Sarandon.

Die drei Menschenrechtsorganisationen Amnesty International, Human Rights Watch und American Civil Liberties Union starteten am Mittwoch die Kampagne "PardonSnowden": Begnadigung für den Whistleblower.

"Dieser Mann hat die Welt verändert", sagte Naureen Shah von Amnesty International in New York. Snowden habe eine Debatte angestoßen, die heute Gerichte, Parlamente und Technologie-Unternehmen weltweit beschäftige. Erst die nächsten 20 bis 50 Jahre würden die Verdienste Snowdens im Kampf gegen ausufernde Überwachung zeigen.

Der per Video aus Moskau zugeschaltete Snowden erklärte bei der Pressekonferenz in New York, dass er seine Enthüllungen auch drei Jahre nach seiner Flucht ins Exil nicht bereue. "Ich bin froh über die Entscheidungen, die ich getroffen habe", sagte der 33-Jährige. "Nicht in meinen wildesten Träumen hätte ich mir so eine Unterstützung ausgemalt."

kry/dpa



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