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Big Brother Awards: Datenkraken-Oscars für Facebook und Apple

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Negativpreise für besonders eifrige Datensammler in Staat und Wirtschaft: Bürgerrechtsaktivisten und Datenschützer zeichnen jedes Jahr Firmen und Organisationen mit den Big Brother Awards aus. Dieses Jahr unter den so Gescholtenen: Apple, Facebook - und die Volkszähler der Bundesregierung.

Datenkraken: Maskottchen bei der Verleihung der Big Brother Awards 2009 Zur Großansicht
Matthias Hornung

Datenkraken: Maskottchen bei der Verleihung der Big Brother Awards 2009

Bielefeld - Wolfgang Schäuble hat schon einen, Otto Schily sogar zwei: In diesem Jahr erhält der Vorsitzende der Zensuskommission Gert G. Wagner einen Big Brother Award - eine Auszeichnung von Datenschutzaktivisten für unersättliche Datensauger bei staatlichen Stellen und in der Wirtschaft. Wagner wird stellvertretend für die Zensuskommission ausgezeichnet - und anders als seine prominenten Vorgänger hat Wagner die Einladung zur Preisverleihung in Bielefeld sogar angenommen.

Ausgelobt wird der Big Brother Award vom Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V. (FoeBuD). In der Jury sitzen Vertreter von Datenschutz- und Menschenrechtsorganisationen sowie vom Chaos Computer Club.

Die Datenschutzaktivisten kritisieren die erste staatliche Sammlung von Informationen über die Lebensumstände aller Bundesbürger seit 1987 als "Vollerfassung". Bei dieser Volkszählung würden "sensible Persönlichkeitsprofile von über 80 Millionen Menschen erstellt", diese seien dann bis zu vier Jahre nach dem Stichtag am 09. Mai 2011 personenbezogen verfügbar. Die Jury bemängelt, dass Daten aus "Melderegistern, von der Bundesagentur für Arbeit und bundesbehördlicher Arbeitgeber zweckentfremdet" würden, dass die Betroffenen nicht "rechtzeitig und ausreichend darüber informiert werden oder dem widersprechen könnten".

Zensus-Chef wiegelt ab: "vergleichsweise langweilige Daten"

In der Tat sammelt der Staat beim Zensus aus unterschiedlichen Datenbanken (zum Beispiel Melde- und Erwerbsregister) aber auch bei Befragungen von Hausverwaltungen und Eigentümern und Haushalten Informationen über Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund, Beruf und Erwerbsstatus. In einigen Punkten wollen die deutschen Statistiker mehr wissen als die EU-Vorgaben zum Zensus vorschreiben, dazu gehört die rechtliche Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, Glaubensbekenntnis und der erweiterte Migrationshintergrund.

Der Vorsitzende der Zensuskommission Wagner hatte in einem Interview mit dem " Handelsblatt" Anfang März erklärt, beim Zensus würden "vergleichsweise langweilige Daten erhoben". Für Marketing-Zwecke etwa seien diese "total ungeeignet". Wagner zog damals den wenig treffenden Vergleich:

"Was Google über jemanden abspeichert, der eine Suchanfrage startet, sagt viel mehr über eine Person aus. Und bei Facebook finde ich doch auch viel interessantere Informationen über meine Nachbarin, als wenn ich die Volkszählungsdatei knacke."

Das stimmt vielleicht in Einzelfällen - aber gegen die Zensus-Datenerhebung kann niemand Einspruch erheben, die Teilnahme bei den Stichprobenbefragungen ist sogar Pflicht - Google-Suchanfragen hingegen sind es nicht.

Ein Preis für Facebook

In der Kategorie Kommunikation gibt es einen Big Brother Award für die "Gated Community" Facebook. Die Jury kritisiert unter anderem, dass Facebook sich mit verschiedenen Anwendungen wie zum Beispiel der iPhone-App "Telefonnummern und E-Mail-Adressen aus den Adressbüchern der Nutzer" aneigne.

Im Mai 2010 berichtete SPIEGEL ONLINE über die Praxis Facebooks, beim Synchronisieren der iPhone-Anwendung mit dem Dienst alle privaten E-Mail-Adressen, Geheimnummern und dazu auch die Namen aus dem Adressbuch des Telefons in Facebooks Datenbanken zu laden. Das Unternehmen speichert diese Daten, um Kontaktnetzwerke zu analysieren.

Inzwischen hat sich an dieser Praxis vor allem eines geändert: Inzwischen können die Nutzer - nachträglich - die aus ihrem Telefon hochgeladenen Daten bei Facebook löschen. An der Tatsache, dass Facebook sich von Nutzern die Zustimmung zu diesem Datenabgriff holt, ohne klar über die Verwendung zu informieren, hat sich jedoch nichts geändert. Bei einem Versuch Ende März informierte eine neu installierte Facebook-iPhone-Anwendung über die Synchronisierung des Adressbuchs mit diesem Text:

"Wenn du diese Funktion aktivierst, werden alle Kontakte von deinem Handy (Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer) an Facebook gesendet und unterliegen dann den Datenschutzrichtlinien von Facebook. Zudem werden die Profilbilder deiner Freunde sowie andere Informationen von Facebook zu deinem iPhone-Adressbuch hinzugefügt. Bitte stelle sicher, dass deine Freunde mit deiner Nutzung ihrer Daten einverstanden sind."

Diese Erklärung unterschlägt nach wie vor, dass nicht nur alle Kontakte an Facebook gesendet, sondern dort auch dauerhaft gespeichert werden, solange der Nutzer sie nicht löscht.

Apple zeigt 117 iPhone-Seiten Datenschutzbestimmungen

Apple erhält einen Big Brother Award für die - so heißt es in der Laudatio - "Geiselnahme ihrer Kunden mittels teurer Hardware und die darauf folgende Erpressung, den firmeneigenen zweifelhaften Datenschutzbedingungen zuzustimmen".

Die Jury kritisiert, das iPhone sei quasi unbenutzbar, solange man nicht den Datenschutzbedingungen zustimme, die Apple in den Nutzungsbedingungen auflistet. Diese ziehen sich bei der Darstellung auf dem iPhone über 117 Bildschirmseiten hin. Darin lasse sich Apple reichlich Freiheiten zugestehen, unter anderem zur Datenweitergabe und präzisen Standortbestimmung.

Gerade die automatische Erhebung und Verarbeitung von GPS-Daten, die vom iPhone an Apple gesendet werden, hatte 2010 für Wirbel gesorgt. Vor allem, weil Apple nicht erklärt, welche Daten dabei erhoben und mit welchen anderen Daten sie verknüpft werden. Auf eine erneute Anfrage von SPIEGEL ONLINE zu den Fragen, die wir schon im Juni 2010 gestellt hatten, reagierte Apple mit der Standardantwort: "Kein Kommentar".

Die weiteren Preisträger

  • Der deutsche Zoll wird ausgezeichnet, weil er Firmen im Zuge von Handelserleichterungen zu freiwilligen Sicherheitsüberprüfungen auffordere, bei denen Daten von Mitarbeitern mit EU- und teilweise auch mit US-Anti-Terror-Listen abgeglichen werden. Dabei ist das in Deutschland eigentlich datenschutzrechtlich unzulässig.
  • Die Daimler Benz AG in der Kategorie Arbeitswelt, weil sie "ohne Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte" flächendeckend Bluttests von ihren Produktionsmitarbeitern einfordert.
  • Der Verlag für Wissen und Innovation in Starnberg im Bereich Verbraucherschutz, weil er Adressen sammelt, indem er an Schulen Büchergutscheine verteilen lässt, die nur einlösbar sind, "wenn man Namen und Anschrift des Kindes und mindestens eines Elternteils zurückmeldet."
  • Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) in der Kategorie Politik, weil er im Rahmen der Proteste gegen einen Castor-Transport im Wendland "den ersten nachgewiesenen polizeilichen Einsatz einer Mini-Überwachungsdrohne bei politischen Versammlungen" genehmigt hat.
  • Die Modemarke Peuterey, vertreten durch die Düsseldorfer Modeagentur Torsten Müller, in der Kategorie Technik, "weil sie Kleidung mit verdeckt integriertem RFID-Chip in Verkehr bringt, der berührungslos auslesbar ist, ohne dass die Kunden das bemerken."

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Forum - Internet - Schutz vor der Datengier der Konzerne?
insgesamt 144 Beiträge
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1. falsche Anklage
toskana2 08.01.2011
Zitat von sysopGrenzenlose, schnelle Internet-Kommunikation und soziale Netzwerke haben das virtuelle Miteinander komfortabler gemacht. Doch die Betreiber von Facebook, Google und Co. wollen mehr: Harte Nutzer-Daten sind heißbegehrt! Wie kann, wie soll der User mit der Datengier der Konzerte umgehen?
"Die Unersättlichen Milliarden-Geschäfte mit privaten Daten", so der Titel des neuesten SPIEGEL-Heftes. Damit aber stellt der SPIEGEL die Falschen auf die Anklagebank! Nicht "die Unersättlichen" tragen Schuld an dieser gigantischen Datenflut, die sich auf jeden Fall als Bumerang erweisen wird, sondern die Unbekümmerten und Dümmlichen, die ihre Daten frei Haus liefern! Zur Gier gehören immer zwei: der Gierige und der "Fütternde"! Was die bemühte "Kommunikation" angeht: die gab es auch früher, allerdings nicht ... auf der Weltbühne! Exhibitionismus wäre hier der passendere Begriff.
2. Richtig
Hans aus Jena 08.01.2011
Zitat von toskana2"Die Unersättlichen Milliarden-Geschäfte mit privaten Daten", so der Titel des neuesten SPIEGEL-Heftes. Damit aber stellt der SPIEGEL die Falschen auf die Anklagebank! Nicht "die Unersättlichen" tragen Schuld an dieser gigantischen Datenflut, die sich auf jeden Fall als Bumerang erweisen wird, sondern die Unbekümmerten und Dümmlichen, die ihre Daten frei Haus liefern! Zur Gier gehören immer zwei: der Gierige und der "Fütternde"! Was die bemühte "Kommunikation" angeht: die gab es auch früher, allerdings nicht ... auf der Weltbühne! Exhibitionismus wäre hier der passendere Begriff.
Ich muss Ihnen recht geben. Zuerst seine Unterhosengröße per Paybackkarte weitergeben, später seine Bilder der letzten Fete auf Facebook hochladen und dann auf die Datenkraken (und den bösen Staat, der einen nicht davor schützt) schimpfen und sein Haus verpixeln lassen... So ist der deutsche Michel.
3. US-Kilroy ist immer dabei.....
notty 08.01.2011
Zitat von sysopGrenzenlose, schnelle Internet-Kommunikation und soziale Netzwerke haben das virtuelle Miteinander komfortabler gemacht. Doch die Betreiber von Facebook, Google und Co. wollen mehr: Harte Nutzer-Daten sind heißbegehrt! Wie kann, wie soll der User mit der Datengier der Konzerte umgehen?
Leute, ich hoffe, jeder hat diesen bemerkenswerten Bericht im heutigen "Spiegel Online" gelesen, wonach ein US-Gericht verfuegt hat, dass alle Twitter-Daten, hier im Zusammenhang mit WIKILEAKS, auszuliefern sind. Die Aktion war verdeckt und nur Twitter ist es zu verdanken, dass es herauskam.... Dies kann meines Erachtens jederzeit mit ALLEN US-Applications passieren, Apple eingeschlossen, die sich auch als Info-Abzocker hervorgetan haben. In den USA liest Kilroy wohl systematisch mit... Passt besonders auf Facebook auf, grosszuegige Datengabe kann sich negativ auswirken.
4. Öffentliche und private Daten
Michael_Wiesbaden 08.01.2011
Facebook ist kein gemeinnütziges Unternehmen, sondern möchte Gewinne machen. Das sollte man wissen, wenn sich dort anmeldet. Hat schon jemand für die Mitgliedschaft dort bezahlt? Ich glaube es nicht. Ist jemand gezwungen worden, dort Mitglied zu werden? Ich hoffe es nicht. Wo also ist das Problem? Wer Daten und Informationen über sich preis gibt, sollte das nur tun, wenn er auch keine Probleme damit hätte, darüber morgen in SPIEGEL oder BILD zu lesen. Welche Probleme gibt es sonst noch? Personalisierte Werbung? Ist mir ehrlich gesagt lieber als SPAM und Popups. Und noch mal: Wer Daten von sich preis gibt, muss in der vernetzten Welt damit rechnen, dass sie öffentlich werden. Punkt.
5. oberflächliche Freunde
Skade, 08.01.2011
ich hatte mich auch mal angemeldet, zwangsweise um das Fotoalbum eines Freundes zu sehen. War überrascht wie schnell man plötzlich Kontakte zu verschollenen Freunde hat bzw. wie gesprächig dort der Arbeitskollege ist, mit dem man sonst keinen Kontakt pflegt. Nach dem der Freund, nach meinem Anraten seine Fotos auf Picasa stellte, meldete ich mich ab, was vor über 6 Monaten gar nicht so leicht war. Um die "verschollenen" Freunde tuts mir nicht leid, wenn jemand Kontakt mit mir pflegen will dann kann er das per Mail tun, wenn er das nur über Facebook tun kann, dann ist es wohl nur Spielerei und kein Pflegen der Freundschaft. Wie "Hans aus Jena" schon geschrieben hat, oftmals sind es die Leute die laut nach Privatspähre und gegen den Überwachungsstaat rufen, aber wirklich jeden Furz in Facebook veröffentlichen. Auch schade ist es, das das Facebook eine Art zweites Internet wird. Ich habe schon oft interessante Links/Angebote/Informationen gesehen, die man nur über Facebook anschauen konnte. Manche Firmen pflegen auch keine Webseite sondern verweisen nur auf einen Facebooklink. Wahrscheinlich ist es so einfacher die Kunden zu identifizieren. Klicke ich nur auf eine Webseite, weiß man nur welche IP sich Informationen von der Webseite holte. Klicke ich auf den Facebooklink, weiß man genau das jetzt "Hans Mustermann" sich für das Produkt interessiert hat.
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Zensus 2011: So läuft die Volksbefragung ab

Der Zensus 2011
Wer wird befragt?
  • Haus- und Wohnungseigentümer - und zwar alle (haus- und wohnungsspezifische Fragen)
  • Wohnungsunternehmen (dito)
  • Wohneinrichtungen (z.B. Studentenwohnheime oder Gemeinschaftsunterkünfte)
  • Sensible Sonderbereiche (z.B. Flüchtlingslager, psychiatrische Kliniken, Hospize, Kinderheime, Gefängnisse etc.): Hier werden nicht die Bewohner/Insassen selbst befragt, sondern die Einrichtungsleitung gibt Auskünfte über die Bewohner
  • Bürger: circa 7,9 Millionen Bürger (circa zehn Prozent der Bevölkerung) werden für eine Stichprobe ausgewählt und von Interviewern besucht
  • Insgesamt werden rund 30 Prozent der Bevölkerung an den Zensus-Befragungen teilnehmen
Was wird erfasst?
  • Demografische und geografische Merkmale der Bürger (Persönlichkeitsmerkmale, Staatsangehörigkeit, Migrationshintergrund etc.)
  • Erwerbs- und bildungsstatistische Merkmale (unter anderem Beruf, Erwerbsstatus, Karrierestatus, Bildungsniveau)
  • Haushalts- und familienstatistische Merkmale (Merkmale der Familie, Stellung in der Familie, Haushalts-Typus und -größe etc.)
  • Gebäude- und wohnungsstatistische Merkmale (Art, Größe, Wohneinheiten, Bewohnerzahl, Besitzstatus, Ausstattung etc.)
  • Deutsche Sonderfragen: rechtliche Zugehörigkeit zu Religionsgemeinschaft, Glaubensbekenntnis, erweiterter Migrationshintergrund
Wie werden die Daten gesammelt?
  • Das Gros der Daten wird über staatliche Datenbanken erfasst, die sonst nicht miteinander verbunden sind. Dazu zählen Erwerbsregister (Bundesanstalt für Arbeit, Datenbanken der öffentlichen Arbeitgeber) und Melderegister.
  • Dazu kommt die Befragung von Bürgern, Wohnraumeigentümern, Wohnungsunternehmen und der Leitung von Wohneinrichtungen.
Wann kommt der Zensus 2011?
  • Er hat bereits begonnen: Die Übermittlung und der Abgleich von Melderegisterdaten, der Grundsteuer- und Grundbuchämter, die Generierung der Listen von Wohnrauminhabern etc. läuft bereits seit 2008.
  • Stichtag der Befragung ist aber der 9. Mai 2011: Alle im Zensus erfassten Daten beziehen sich auf den Status quo an diesem Tag. Der 9. Mai markiert den Beginn der Befragungen, der Erhebungsphase des Zensus.
  • Wohnraumbesitzer geben postalisch Auskunft. Die Zensus-Organisatoren rechnen mit einer Datenerfassungsphase von bis zu 15 Monaten.
  • An der Wohnungstür der 7,9 Millionen ausgewählten Bürger, die direkt befragt werden sollen, kann es ab dem 9. Mai klingeln - die Erhebungsphase wird sich hier bis zu 12 Monate ziehen.
Warum kommt der Zensus?
  • Der Zensus 2011 soll die Basisdaten für Analysen liefern, die wiederum die Grundlage für Entscheidungen bei der Planung der vom Staat bereitgestellten Infrastrukturen bilden.
  • Er dient der Korrektur der per Mikrozensus, Erwerbs- und Melderegister erhobenen Bevölkerungsdaten. Die wiederum sind Basis für Regelungen wie den Länderfinanzausgleich, die Einteilung der Bundestagswahlkreise, die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat oder die Sitze Deutschlands im Europaparlament.
  • Er dient dem Staat auch als Wohlstands-Inventur, indem er Auskunft über Wohnverhältnisse gibt, aber auch über Qualifikation und Arbeitsstatus der Bevölkerung.
  • Der Zensus ist nicht zuletzt die Umsetzung der EG-Verordnung 763/2008 in deutsches Recht und Praxis: Die EU hat damit ihre Mitgliedsländer zur Erfassung definierter Zensus-Daten in zehnjährigem Turnus verpflichtet.
Was bringt der Zensus?
Der Staat gewinnt zuverlässige Daten, die er für die bedarfsgerechte Planung in Politik und Verwaltung zu brauchen glaubt. Diese Daten betreffen die Bereiche:

  • Aktuelle, verlässliche Zahlen zur Bevölkerung (inklusive Heimbewohner, Wohnheime für migrierende Arbeitnehmer oder nichtgemeldete Pendler, Haftanstalten etc.)
  • Demografische Daten über die Bevölkerung (inklusive Details über familiäre Strukturen, sogenannte Verzeigerungen - persönliche Verbindungen zwischen Menschen, die den Melderegistern nicht immer zu entnehmen sind)
  • Sozioökonomische Daten (inklusive Fragen wie: Wie gut oder schlecht geht es den Haushalten wirklich?)
  • Daten zur Wohn- und Wohnungssituation
Fotostrecke
Rückblick: Zehn Jahre Big-Brother-Awards


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