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Internetwährung: GSG9 nimmt mutmaßliche Bitcoin-Betrüger fest

Bitcoin (Symbolbild): Das Errechnen des digitalen Geldes ist aufwendig und teuer Zur Großansicht
REUTERS

Bitcoin (Symbolbild): Das Errechnen des digitalen Geldes ist aufwendig und teuer

Verdächtige aus Bayern und Niedersachsen sollen sich mit gekaperten Rechnern Bitcoin im Wert von 700.000 Euro verschafft haben. Nun wurden sie festgenommen. Das BKA kam in der Nacht, begleitet von einer Spezialeinheit.

Das Bundeskriminalamt hat in Bayern und Niedersachsen zwei mutmaßliche Hacker festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine bestehende Schadsoftware modifiziert und im Internet verbreitet zu haben. Mit deren Hilfe sollen sie fremde Computer unter ihre Kontrolle gebracht und zu einem sogenannten Botnet zusammengeschlossen haben. Über die ferngesteuerten Rechner, so das BKA weiter, hätten die Täter virtuelles Geld in der digitalen Währung Bitcoin generiert.

Laut einer Pressemitteilung ermittelt das BKA im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kempten gegen insgesamt drei Beschuldigte "wegen Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetrugs". In der Nacht von Montag auf Dienstag griffen die Ermittler schließlich zu - in Zusammenarbeit mit der Spezialeinheit GSG 9.

Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Fahnder unter anderem Bitcoin mit einem aktuellen Marktwert von 700.000 Euro. Außerdem habe man bei der Durchsuchung Hinweise auf weitere Hacks und Betrugsdelikte, Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz und Straftaten in Verbindung mit der Verbreitung von Pornografie gefunden, heißt es in der Mitteilung.

Bitcoin Mining ist aufwendig und teuer

"Durch die über das Internet zur Verfügung gestellte digitale Infrastruktur eröffnen sich für Kriminelle immer wieder neuartige modi operandi mit enormen Schadensausmaßen", wird BKA-Präsident Jörg Ziercke zitiert. "In diesem Falle ist es den Tätern gelungen, durch die kompromittierten Computersysteme die digitale Währung Bitcoin zu generieren."

Bitcoin haben in den vergangenen Wochen einen Boom erlebt. Ein Bitcoin entspricht mittlerweile einem Gegenwert von mehr als 1000 Dollar. Die Währung kann man am Computer herbeirechnen - das an sich ist auch keineswegs illegal. Nur klingt es leichter und vor allem billiger als es ist. Das sogenannte "Mining" (Schürfen) ist in Wahrheit ein ähnlich mühsames Unterfangen wie das Goldschürfen - und es wird immer schwieriger. Man braucht viel Rechenleistung, und es kostet wahnsinnig viel Strom. Das dürfte die Verdächtigen dazu bewogen haben, unerlaubt fremde Rechner in ihre Dienste zu stellen, um den Vorgang zu beschleunigen und die Kosten auf andere abzuwälzen.

Sie sind übrigens nicht die ersten, die auf diese Idee kommen: Im Mai zum Beispiel missbrauchte ein Mitarbeiter einer Online-Spielefirma die Rechner der Kunden, damit sie Bitcoin für ihn errechnen. Dafür musste das Unternehmen schließlich eine Million Dollar zahlen, ergab ein Vergleich im November.

juh

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1. optional
Rahvin 04.12.2013
Der Bitcoinwert ist hochvolatil und schwankt an einem Tag (heute) zwischen 670 und 870 Euro, der Wert ist ebenfalls vom Handelsort abhängig, sowie von der Währung, gegen die man Bitcoins einzutauschen gedenkt. Aber eines steht fest: Das Herbeirechnen der Bitcoins ist alles andere als lohnenswert. Der Rechner läuft beständig, das Mining-Programm läuft. Und generiert bei 2,3 Megahashes/s in einer Woche pausenlosem Betrieb ca. 0,015 BTC. Das lohnt nur beim aktuellen BTC-Wert. Vor wenigen Wochen lag der Wert bei 230 Euro für 1 BTC. Da würde sich das Minen nicht lohnen, denn die Stromkosten wären für den dauernd laufenden Rechner dann zu hoch. Vielleicht sollte man etwas genauer auf BTC als Alternativwährung eingehen, aber dann sollte jemand darüber schreiben, der sich wirklich auskennt. Oder sich zumindest in die Materie einarbeitet. C'T hat einen interessanten Artikel über Bitcoins geschrieben, der mit Sicherheit ergiebiger ist als der hier präsentierte.
2. 1000€
Oemmelkopp 04.12.2013
Es lebe die Recherche - max 860€ im Moment. 1000€ wäre ein neues Allzeithoch.
3. Hätten die mal lieber
felix.boesche 04.12.2013
Worldcoins ord Quarkcoins geschürft. Das wäre sehr viel effektiver gewesen, und hat auch langfristig mehr potential
4. Megahasches? ;-) Das war aktuell, als Bitcoin "noch im Steinbruch gehauen wurden"...
Privatier 04.12.2013
Zitat von RahvinDer Bitcoinwert ist hochvolatil und schwankt an einem Tag (heute) zwischen 670 und 870 Euro, der Wert ist ebenfalls vom Handelsort abhängig, sowie von der Währung, gegen die man Bitcoins einzutauschen gedenkt. Aber eines steht fest: Das Herbeirechnen der Bitcoins ist alles andere als lohnenswert. Der Rechner läuft beständig, das Mining-Programm läuft. Und generiert bei 2,3 Megahashes/s in einer Woche pausenlosem Betrieb ca. 0,015 BTC. Das lohnt nur beim aktuellen BTC-Wert. Vor wenigen Wochen lag der Wert bei 230 Euro für 1 BTC. Da würde sich das Minen nicht lohnen, denn die Stromkosten wären für den dauernd laufenden Rechner dann zu hoch. Vielleicht sollte man etwas genauer auf BTC als Alternativwährung eingehen, aber dann sollte jemand darüber schreiben, der sich wirklich auskennt. Oder sich zumindest in die Materie einarbeitet. C'T hat einen interessanten Artikel über Bitcoins geschrieben, der mit Sicherheit ergiebiger ist als der hier präsentierte.
...inzwischen laufen Sie mit so schnell aus der Puste kommener Technik Gefahr, däumschendrehend und gefühlte Ewigkeiten wartend, nicht einmal mehr ausreichend Kohle für unverzichtbare Toilettenbesuche zwischendurch zu minen...;-) Zur Generierung wirklich nennenswerter Einkommen muß momentan mit dreistelligen Terahashes/s exploriert werden. Tendenz steigend. Exponentiell. PC-Hauptprozessoren, GPUs, und selbst FPGA-Lösungen sind mittlerweile out. Ok, letztere mögen noch für "Krümmelschürfer" interessant sein - aber mit sinnvollen Restlaufzeiten, die selbst im optimistischsten Fall in Monaten numeriert werden. Inzwischen verspricht nur noch der Einsatz von ASICs klingelnde Kasssen. Mit aktueller Technik jeweils für ein paar Monate, in denen die Hardware dann wieder an ihrem leistungsbedingten Lebensende angekommen ist. Und auch wenn die momentan eingesetzte ASIC-Technik das bislang beste Verhältnis des (Quotienten Hascherfolg / Stromverbrauch) bietet: Mit Strompreisen auf dem Niveau Deutscher Privatverbraucher sollte man diese Numerik-Farmen lieber nicht betreiben, sondern entweder versuchen, mit einer kreativen Unternehmensbeschreibung wie bspw. "Metallgenerierender Betrieb" ;-), vergleichsweise kostenlosen Strom zu Preisen, wie es Aluminiumhütten gewohnt sind, zu kaufen. Und als freundliche Gegenleistung selbstverständlich jeden dummen EEG-Zahler auf der Straße höflich mit Verbeugung grüßen! Oder gleich ins Ausland fliehen, wo jedermann Strom für einen winzigen Bruchteil der stromwendegeschädigten Deutschen Privatverbrauchen abgezockten Preise kaufen kann. MfG
5.
andrel 05.12.2013
Habt ihr den USB-Stick auch ins Portmonee gesteckt?
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