YouTube-Streit in Brasilien Google-Manager frei, Videoclips gesperrt

Urteil, Verhaftung, Sperrung: Google will dem Urteil eines brasilianischen Gerichts nun doch folgen und ein heikles Video sperren - unter Protest.

YouTube-Logo: Das Videoportal sperrt in Brasilien nun doch Videoclips

YouTube-Logo: Das Videoportal sperrt in Brasilien nun doch Videoclips


Rio de Janeiro - YouTube wird Videoclips in Brasilien sperren, in denen behauptet wird, ein Politiker in dem Land habe eine Geliebte zur Abtreibung gedrängt und seinen Sohn geschlagen. Ob diese Behauptungen stimmen, ist unklar. Ein brasilianisches Gericht hatte entschieden, dass der Videoclip den Politiker beleidigt und deshalb eine Sperrung bei YouTube angeordnet.

Die Google-Tochter scheiterte auch mit einer Berufung gegen das Urteil, die es damit begründet hatte, YouTube sei als Plattform nicht verantwortlich für Inhalte.

Google kritisierte die Entscheidungen, das Unternehmen sperrte diesen und weitere Clips zunächst offenbar nicht. Am Mittwoch wurde wegen der Missachtung des Urteils der Brasilien-Chefs des Internetkonzerns vorübergehend verhaftet. Nun hat die US-Firma angekündigt, das Video zu sperren.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert aus einer Stellungnahme des Konzerns: "Wir sind tief darüber enttäuscht, dass wir keine Möglichkeit dazu hatten, offen unsere Argumente innerhalb der Wahlgerichtsbarkeit zu diskutieren." Google ist der Ansicht, dass die Videos vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind und "weiterhin in Brasilien abrufbar sein sollten."

Der US-Konzern sperrt seit Mitte September selbst Nutzern in bestimmten Staaten den Zugriff auf Anti-Islam-Videos.

lis/AFP/dpa

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