BSA-Studie Jedes vierte Programm in Deutschland ist illegal installiert

Software im Wert von rund 6,7 Milliarden Euro läuft auf den Rechnern deutscher Nutzer - bezahlt werde nur für 74 Prozent der Programme, so das Ergebnis einer Studie des Branchenverbandes Business Software Alliance. Im weltweiten Vergleich ist das allerdings ein Spitzenwert.

Software-CD (Symbolbild): Wieder um einen Prozentpunkt zurückgegangen
DPA

Software-CD (Symbolbild): Wieder um einen Prozentpunkt zurückgegangen


Hamburg - Software-Piraterie ist in Deutschland, im internationalen Vergleich betrachtet, ein relativ kleines Problem. Die Business Software Alliance (BSA) hat für ihren jährlichen Piraterie-Report unter anderem rund 15.000 Nutzer in 33 Ländern befragt. Weltweit war im vergangenen Jahr demnach fast jedes zweite installierte Programm eine illegale Kopie, so das Ergebnis. In Deutschland waren es der Studie zufolge 26 Prozent. Die Studie bezieht ihre Daten aus zwei Quellen: Der Nutzerbefragung einerseits und Berechnungen des Marktforschungsunternehmens IDC andererseits, die der BSA zufolge auf "harten Marktdaten" basieren.

"Piraterie-Muffel" seien die deutschen Nutzer, meldet der Branchenverband BSA das Ergebnis der Umfrage. Ein Drittel der Befragten nannte rechtliche Folgen als Grund für den Einsatz legaler Produkte, 43 Prozent fanden es demnach einfach richtig, Software zu kaufen.

Auf dem Software-Markt in Deutschland setzten die Hersteller laut BSA im vergangenen Jahr 4,9 Milliarden Euro um. Wären alle installierten Programme ordnungsgemäß bezahlt worden, hätten die Hersteller rund 1,7 Milliarden Euro mehr einnehmen können. Der Anteil der illegal installierten Software ist demnach von 28 Prozent im Jahr 2009 und 27 Prozent im Jahr 2010 wieder um einen Prozentpunkt zurückgegangen.

Weil aber der Software-Markt insgesamt gewachsen ist, sind die entgangenen Einnahmen durch nicht-lizenzierte Software um rund 150 Millionen Euro gestiegen. Im weltweiten Ranking der potentiell entgangenen Einnahmen steht Deutschland laut BSA an Platz sieben, hinter den USA, China, Russland, Indien, Brasilien und Frankreich. Der Anteil illegal eingesetzter Software ist in den USA mit 19 Prozent besonders niedrig, der Markt aber so groß, dass unlizenzierte Software im Wert von rund 7,6 Milliarden Euro im Einsatz sei, so die Autoren der Studie.

In Asien, Osteuropa, im Nahen Osten und in Afrika liegen die Durchschnittswerte mehr als doppelt so hoch, bei 58 bis 62 Prozent. In einzelnen Ländern - Libyen, Simbabwe, Bangladesch - beträgt die sogenannte "Piraterie-Quote" sogar 90 Prozent und mehr.

Künftig, freut sich die BSA, werde es wohl weniger Software-Piraterie geben. Die Branche erwartet ein sprunghaftes Wachstum von Tablet-Computern, Software-Angeboten, die über das Internet ohne installierte Programme funktionieren, sowie Laptops mit vorinstallierten Software-Paketen.

ore



insgesamt 46 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
raven_wolf 15.05.2012
1. ja
Zitat von sysopDPASoftware im Wert von rund 6,7 Milliarden Euro läuft auf den Rechnern deutscher Nutzer - bezahlt werde nur für 74 Prozent der Programme, so das Ergebnis einer Studie des Branchenverbandes Business Software Alliance. Im weltweiten Vergleich allerdings ein Spitzenwert. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,833197,00.html
sowie Laptops mit vorinstallierten Software-Paketen. Die wird bei mir erstmal grundsätzlich gelöscht. Das Wissen um das neu installieren sinkt in Deutschland. Von daher behalten alle ihre vorgefertigten Fertiggerichte.
sappelkopp 15.05.2012
2. Kann ich mir nicht vorstellen...
Zitat von raven_wolfsowie Laptops mit vorinstallierten Software-Paketen. Die wird bei mir erstmal grundsätzlich gelöscht. Das Wissen um das neu installieren sinkt in Deutschland. Von daher behalten alle ihre vorgefertigten Fertiggerichte.
...mit Windows oder iOS umzugehen, ist für mich eine ähnliche Schlüsselkompetenz wie lesen und schreiben können. Was im Text eher gemeint ist, sind Pakete, die nur funktionieren, wenn Sie online sind, da wird es hingehen.
raven_wolf 15.05.2012
3. durch das sperren jeglicher hackseiten
Zitat von sappelkopp...mit Windows oder iOS umzugehen, ist für mich eine ähnliche Schlüsselkompetenz wie lesen und schreiben können. Was im Text eher gemeint ist, sind Pakete, die nur funktionieren, wenn Sie online sind, da wird es hingehen.
geht das Grundwissen auch abwärts, stelle ich fest. Deutschland ist nicht mehr tendenziell bei Entwicklungen dabei. Die Jungendlochen beschäftigen sich heute mit Youtube und Gesichtsbook. Durch das Arbeiten mit Fertiggerichten verlernt man das Zubereiten
meinmein 15.05.2012
4.
Seit ich einen Win 7 Laptop habe, geht nichts mehr von meinen ganzen "gefundenen" Programmen. Macht aber nichts, warum soll man noch brennen oder Filme zusammenmixen oder Fotoalben erstellen oder der ganze Mist, mit dem man früher seine Zeit am Rechner verschwendet hat? Gekauft wird jedenfalls nichts. Für Basisfunktionen gibt es Freeware.
olicrom 15.05.2012
5. Wozu die Aufregung? Ist doch demnächst eh alles für lau...
Zitat von sysopDPASoftware im Wert von rund 6,7 Milliarden Euro läuft auf den Rechnern deutscher Nutzer - bezahlt werde nur für 74 Prozent der Programme, so das Ergebnis einer Studie des Branchenverbandes Business Software Alliance. Im weltweiten Vergleich allerdings ein Spitzenwert. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,833197,00.html
.... oder hab ich die Piraten schon wieder mal falsch verstanden?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.