Gefälschte Facebook-Konten Zuckerberg lässt Manipulation von Bundestagswahl prüfen

Mit falschen Facebook-Accounts sollen russische Drahtzieher die US-Wahl beeinflusst haben. Firmenchef Mark Zuckerberg hat nun Gegenmaßnahmen angekündigt - und will auch Aktivitäten in Deutschland untersuchen lassen.

Mark Zuckerberg
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Mark Zuckerberg hat sich mit einer Videobotschaft aus der Elternzeit zurückgemeldet: Facebook werde die Werbeanzeigen, mit denen sich mutmaßlich russische Drahtzieher in die Innenpolitik der USA eingemischt haben, dem US-Kongress offenlegen, sagte der Firmenchef Zuckerberg.

Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen an, um Regierungen an der Beeinflussung von Wahlen zu hindern. "Ich will nicht, dass jemand unsere Werkzeuge benutzt, um die Demokratie zu untergraben", sagte Zuckerberg. Er kündigte unter anderem an, politische motivierte Werbung besser kenntlich zu machen. Damit solle leichter erkannt werden können, welche Spots in Verbindung mit einer Wahl geschaltet worden seien. Der US-Konzern werde zudem derartige politische Botschaften genauer prüfen und weltweit die Zusammenarbeit mit Wahlkommissionen vertiefen.

Facebook habe "Tausende" gefälschte Accounts entdeckt und blockiert, die möglicherweise versuchten, Wahlen in vielen Ländern zu beeinflussen, zuletzt unter anderem in Frankreich. Untersucht würden auch die Aktivitäten von Nutzerkonten, die im Vorfeld der Bundestagswahl in Deutschland gelöscht worden seien. Zu Deutschland hieß es bisher, vor der Bundestagswahl sei keine derartige Aktivität festgestellt worden.

Facebook hatte vor zwei Wochen mitgeteilt, dass im Zuge von Untersuchungen zum möglichen russischen Einfluss auf die US-Präsidentenwahl rund 470 Profile identifiziert worden seien, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 etwa 3000 Anzeigen geschaltet hätten. "Unsere Analyse legt nahe, dass diese Accounts und Seiten miteinander vernetzt waren und von Russland aus betrieben wurden", erklärte damals Facebooks Sicherheitschef Alex Stamos. Sie hätten Anzeigen für rund 100.000 Dollar geschaltet.

mkl/dpa/Reuters



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