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Computerangriffe auf Streitkräfte: Bundeswehr zählte 71 Millionen Cyberattacken 2015

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DPA

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Die Bundeswehr wurde im vergangenen Jahr offenbar millionenfach von Hackern attackiert. Mit einer eigenen Cyber-Truppe will das Verteidigungsministerium künftig zurückschlagen und sucht dafür IT-Experten.

Im vergangenen Jahr gab es offenbar millionenfach computergesteuerte Angriffe auf Server der Bundeswehr, wie der Zeitungsverbund der Madsack-Gruppe meldet. 2015 registrierte das Bundesverteidigungsministerium demnach 71 Millionen unberechtigte oder feindselige Zugriffsversuche. Davon wurde 8,5 Millionen Angriffen die "Gefahrenstufe hoch" zugeordnet.

Wie der SPIEGEL berichtete, will die Bundeswehr künftig auch während laufender Cyber-Attacken direkt zurückschlagen. Im Januar war der Bundestag darüber informiert worden, dass "Abwehrkonzepte, die über den rein passiven Schutz zur Minimierung der Auswirkungen" eines Cyberangriffs hinausgehen, bereits von der Nato untersucht worden seien. Sobald die rechtlichen Rahmenbedingungen für solche "Responsive Cyber Defence"-Operationen gegeben seien, würden die "Möglichkeiten zur Unterbindung und Beendigung eines Angriffs" bei der Bundeswehr geplant und umgesetzt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im September 2015 eine Neuorganisation der Cyberaktivitäten der Bundeswehr angeordnet. Für den Cyberspace, der nun neben Land, See, Luft und Weltraum als weiterer Kriegsschauplatz definiert ist, richtete sie ein eigenes Kommando ein.

Für die neue Einheit zur digitalen Kriegsführung will die Bundeswehr zusätzliches IT-Fachpersonal einstellen. Es soll mit dem Projekt "Digitale Kräfte" für den Dienst in der Truppe gewonnen werden. Dafür fährt das Bundesverteidigungsministerium derzeit eine aufwendige Werbekampagne, für die laut Madsack-Gruppe 3,6 Millionen Euro ausgegeben werden. Im laufenden Jahr will die Bundeswehr demnach bis zu 1500 neue Computerexperten einstellen.

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insgesamt 11 Beiträge
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1. 135 Angriffe pro Sekunde
Hmm 16.03.2016
Wer mal ne Sekunde drüber nachdenkt wird merken, dass diese 71 Mio Angriffe totaler Mumpitz sind. Und wer ein bisschen technisches Hintergrundwissen hat, weiß auch wie solch absurden Zahlen wohl zustande kommen.
2. Höchste Zeit!
denkdochmal 16.03.2016
Cyberattaken sind die aktuelle, permanente Bedrohung, ein leiser, aber wirkungsvoller Krieg, bei dem sich die Angreifer nach wie vor wirkungsvoll verstecken. Will man eine wehrfähige Bundeswehr, darf für Gegenmaßnahmen, wozu auch eigen Angriffe gehören, nichts zu teuer sein, sonst kann man den "Hardware"-Krieg - der hoffentlich nie kommt - von vorn herein abhaken.
3. Jede Website wird jederzeit rund um die Uhr angegriffen.
peter78 16.03.2016
Ich zähle hier für meine Hobby-Internet-Präsenz mal hunderte, mal tausende "Angriffe" am Tag. Jeder, der eine Website oder Mailserver betreibt, kennt das Problem mit Bot-Netzen, Spammern und Script-Kiddies. Nur die Bundeswehr kommt auf die Idee, das "normale" Hintergrundrauschen im Internet als Cyberattacke darzustellen und tränenreich über die "Angriffe" zu jammern.
4. So, so: Zurück schlagen ..
schumbitrus 16.03.2016
Vielleicht sollte man erwähnen, dass i.d.R. vollkommen unklar ist, wer für einen Anfgriff verantwortlich ist: Ganz im Ernst: Eine kleine Spezialeinheit aus IT-Saboteuren, die sich *jeder* Staat leisten kann, ist in der Lage, die Herkunft eines Angriffs aus einer Weltregion oder aus einem gewissen politischen Umfeld - unter falscher Flagge also - vorzutäuschen. Nehmen wir als plastisches Beispiel an, die Türkei wollte sich die Unterstützung der EU bzw. der Deutschen bei ihrem sicherlich diskussionswürdigen (*hust*) Vorgehen gegen die PKK sichern. Die Türkei hat mit Sicherheit ausreichend fähiges Personal, um sich in einzelne, den Kurden zugeordnete Systeme zu hacken und von dort aus Angriffe z.B. gegen die Bundeswehr zu fahren - die dann gegen wen "zurück schießen" will?! Und das ist ein bewusst einfach gehaltenes Beispiel, das man auch geopolitisch mit den großen Konflikten zwischen USA, China und Russland oder auch den vielen mittleren Konflikten z.B. Indien/Pakistan sehen muss. Schon bei einer physischen Kugel, Granate oder Rakete ist es oft schwer, zweifelsfrei den Täter und seine Motive zu erkennen. Mit dem Blick auf die nun schon seit Jahrzehnten währende Rechtsblindheit unseres Staates mit mindestens unfreiwillig geduldetem Rechtsterrorismus (Gladio, NSU, ..) und dem stetigen Hysterisieren einer "Gefahr von Links" muss man kein Prophet sein, um die Fehleinschätzungen der Militär-Strategen vorher zu sehen: Die Feinde werden auch in Zukunft immer da sitzen, wo man sie schon seit Jahrzehnten vermutet - und das ist nach außen eben Russland und nach Innen die Linke. Wer also ein Interesse daran hat, diesen Vorverurteilungen Nahrung zu geben, der wird Angriffe so aussehen lassen, dass sie die Vorurteile der militärischen Machthaber bedienen. Das Säbelrasseln mit dem Militär ist brand-gefährlich, weil damit Automatismen gekoppelt sind, die durch systematische und nicht verifizierbare Desinformation zu neuen Kriegen führen können. Das Volk kann dann eben doch wieder übertölpelt werden, so dass wieder ab 5:45 zurück geschossen werden kann - erst virtuell und mit der geeigneten Strategie als realer Krieg. Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln - und die als Fortsetzung der Ökonomie mit anderen Mitteln - wird wieder denkbar und bei Bedarf sicherlich auch als notwendig gepriesen. Wehret den Anfängen!
5. Was für ein sinnloser Artikel
christoph_seufert 16.03.2016
Was zählt denn als Cyberangriff? Ein Portscan? Ein Portscan pro Rechner? Ein Portscan pro Port? Warum setzt uns uns SPON solche Pseudo-Informationen vor?
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