Cambridge-Analytica-Skandal Britische Datenschutzbehörde kündigt Höchststrafe für Facebook an

Facebook habe die Daten seiner Nutzer nicht geschützt - und so gegen das Gesetz verstoßen. Zu diesem Schluss kommt die britische Datenschutzbehörde bei ihrer Untersuchung des Cambridge-Analytica-Skandals.

Cambridge-Analytica-Büro in London (März 2018)
AFP

Cambridge-Analytica-Büro in London (März 2018)


Im Skandal um millionenfach weitergegebene Facebook-Nutzerdaten will die britische Datenschutzbehörde ICO den US-Konzern mit einer Strafe von 500.000 Pfund belegen, das sind umgerechnet etwa 565.000 Euro. Facebook habe die Daten seiner Mitglieder nicht geschützt und so gegen das Gesetz verstoßen, sagte Behördenchefin Elizabeth Denham. Zudem habe es keine Transparenz darüber gegeben, wie Daten der Plattform von Dritten abgefischt worden seien, heißt es in der ICO-Mitteilung.

Die Strafe von 500.000 Pfund ist der Höchstbetrag, den Denham verhängen konnte. Facebook kann sich vor der endgültigen Entscheidung noch zu den Vorwürfen äußern. Das Unternehmen kündigte an, den Zwischenbericht der britischen Behörde zu prüfen und in Kürze darauf zu reagieren. Die Datenschutzbeauftragte Erin Egan bekräftigte, man hätte im Zusammenhang mit Cambridge Analytica schon früher tätig werden müssen. Facebook arbeitet nach eigenen Angaben bei den Ermittlungen mit den Behörden zusammen.

Hintergrund des Skandals ist die Weitergabe von Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern an die inzwischen aufgelöste britische Beratungsfirma Cambridge Analytica. Das Unternehmen unterstützte 2016 das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump. Die von Facebook erlangten Daten verwendete es nach eigener Darstellung aber nicht für den amerikanischen Wahlkampf.

aar/Reuters/AP

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
jorgeG 11.07.2018
1. Höchststrafe
Hui, eine halbe Million Pfund, da wird Facebook aber in die Knie gehen.
Tharsonius 11.07.2018
2. 500.000?
Na wenn die Portokasse damit mal nicht ins Schwitzen kommt. *ironie-off*
touri 11.07.2018
3.
Zitat von TharsoniusNa wenn die Portokasse damit mal nicht ins Schwitzen kommt. *ironie-off*
Auch meine erste Reaktion. Lese in der Überschrift etwas von Höchststrafe und frage mich schon über wieviele 100 Mio €/Pfund wir reden und dann kommt sowas...
catcargerry 11.07.2018
4. Na ja
Zitat von touriAuch meine erste Reaktion. Lese in der Überschrift etwas von Höchststrafe und frage mich schon über wieviele 100 Mio €/Pfund wir reden und dann kommt sowas...
Ist ja schließlich nicht Auto-VW in America.
muekno 11.07.2018
5. Viel zu wenig
Das zahlen die aus der Portokasee, Verbot in GB wäre richtig
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