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Ehrung in Berlin: Snowden erhält Carl-von-Ossietzky-Medaille

Laura Poitras mit Medaille: Snowden wurde zugeschaltet Zur Großansicht
Getty Images

Laura Poitras mit Medaille: Snowden wurde zugeschaltet

Edward Snowden hat erneut einen renommierten Preis bekommen - und wieder gibt es nur Bilder vom Preisträger auf Leinwand. Er wird zwar oft geehrt, kann aber fast nie zur Verleihung kommen.

Die Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR) hat den Whistleblower Edward Snowden mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet. Auch die Dokumentarfilmerin Laura Poitras und der Journalist Glenn Greenwald wurden geehrt. Edward Snowden, der den Skandal um die massenhafte Überwachung im Internet angestoßen hat, wurde am Sonntag zur Verleihung in Berlin live zugeschaltet.

Das ist beinahe schon zur traurigen Gewohnheit geworden. Snowden wurde in den vergangenen eineinhalb Jahren vielfach geehrt - vom Internationalen Whistleblower-Preis über den Stuttgarter Friedenspreis bis hin zum Alternativen Nobelpreis bekam Snowden viele Preise, doch persönlich konnte er zu den Preisverleihungen in Deutschland nie erscheinen. Er lebt weiterhin in Russland, wo er Asyl genießt. Nur ganz selten wird der Preis gleich persönlich übergeben.

So entstanden immer wieder neue Bilder von ihm auf verschiedenen Leinwänden, nach der Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille sind es noch ein paar mehr geworden. Die ILMR begründete die Ehrung damit, Snowden, Poitras und Greenwald hätten mit ihren historisch einmaligen Enthüllungen die umfangreichste verdachtsunabhängige Überwachung aller Zeiten aufgedeckt.

ILMR-Präsidentin Fanny-Michaela Reisin sagte, das Trio habe über ungeheuerliche Verletzungen der Menschenrechte und nationaler Gesetze aufgeklärt, insbesondere durch die Regierungen, die vorgäben, Hüter der Freiheit und Demokratie zu sein.

Die Liga blickt in diesem Jahr auf ihr 100-jähriges Bestehen zurück. Die Medaille verleiht sie seit 1962. Benannt ist die Auszeichnung nach dem deutschen Pazifisten und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, der 1938 an den Folgen der Haft in einem Konzentrationslager starb.

juh/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Deutschland liefert aus!
Ausfriedenau 14.12.2014
Snowden wär doch völlig naiv, käme er freiwillig nach Deutschland. Die USA-Hörigkeit hat unter der Merkel-Regierung derart zugenommen, dass kein Zweifel besteht, dass Snowden an den Unrechtsstaat USA ausgeliefert werden würde.
2. auch sie
fritze28 14.12.2014
würden einen preis erhalten wenn sie über die Zusammenhänge zwischen Politik, Medien und Geheimdienste berichten. so würden sie dem Bürger diw Augen öffnen und einmal die Wahrheit schreiben.
3. USA-Hörigkeit?
TarLay 14.12.2014
Was immer das mit USA-Hörigkeit zu tun haben soll. Es würden Verträge eingehalten, für den Fall dass... mehr nicht.
4. Carl von Ossietzky
mattoregiert 14.12.2014
in Erinnerung an einen großen Mann ! In der Nachkriegsgeschichte der BRD hat man ihn als Namensgeber von Universitäten abgelehnt !
5.
xtdrive 15.12.2014
Snowden hat Deutschland vor Schaden bewahrt, da die US-Spionage gegen Deutschland aufgedeckt hat. Da gibt es keinen Vertrag, der hier eine Auslieferung zwingend vorschreibt. Trotzdem ist er hier leider nicht sicher.
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