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Chaos Communication Camp: Hacken an der Havel

Aus Mildenberg berichtet

CC-Camp 2015: Hacker auf dem Acker Fotos
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Tief in Brandenburg treffen sich 4500 Hacker zum Zelten, Löten und Programmieren. Beim fünften Camp des Chaos Computer Clubs gibt es Lichtkunst, schnelles Internet - und einiges zu besprechen.

Ein paar Wiesen in Brandenburg haben gerade richtig schnelles Internet. Zehn Kilometer Glasfaserkabel hat der Chaos Computer Club (CCC) in den vergangenen Tagen gelegt, jetzt gibt es zwischen Büschen, Bäumen und Havel zumindest theoretisch eine Bandbreite von zehn Gigabit. Das Camp kann also beginnen.

Alle vier Jahre trifft sich die Hackerszene mit Freunden und Familien zum gemeinsamen Zeltlager. Nachdem in den vergangenen Jahren auf einem historischen Flugplatz gezeltet wurde, bietet diesmal ein alter Ziegeleipark in Mildenberg bei Zehdenick die Kulisse: ein Museumsgelände mit Backsteinbauten und hohen Schornsteinen. Mehrere Schienennetze in unterschiedlichen Spurbreiten ziehen sich durch das Areal und an jeder Ecke stehen alten Loren und Bagger. Dazwischen haben es sich die Camper mit ihren Zelten gemütlich gemacht. Drumherum: viel Gegend und ein paar verschlafene Dörfer. Eindrücke von vor Ort liefert unsere Fotostrecke.

Das Sommerfestival des Chaos Computer Clubs ist ein eher lockeres Pendant zur Jahreskonferenz im Dezember, ein Technikfestival im Freien. Zwar gibt es auch hier ein Vortragsprogramm, doch das ist nicht das Wichtigste. "Beim Camp geht es um das Zwischenmenschliche. Wir wollen uns einfach eine nette Zeit zusammen machen", sagt Jan Girlich, ein Sprecher des CCC.

Obama als Anzapfer: Die Hacker sollen feiern und Kontakte knüpfen Zur Großansicht
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Obama als Anzapfer: Die Hacker sollen feiern und Kontakte knüpfen

Botschaften ins Innere der Szene

Während die Szene beim jährlichen Kongress auch zur Öffentlichkeit spricht, sollen beim Camp eher Botschaften nach innen gesendet, Projekte und Probleme diskutiert und geplant werden. Die Hacker sollen sich hier vernetzen und feiern. Dafür betreiben die Club-Mitglieder ganz schönen Aufwand: Das Chaos Communication Camp hat jeweils ein eigenes Strom-, Telefon- und Mobilfunknetz. Und eben eine beachtliche Internetverbindung.

4500 Teilnehmer aus verschiedenen Ländern sind diesmal angereist, mit Wohnmobilen, Zelten und allem Möglichen, was man sonst noch so gebrauchen könnte: aufblasbare Swimmingpools, Sofagarnituren, Lötkolben, Antennen, Drohnen und Diskokugeln. Jeder gestaltet sein Stück vom Platz, an keinem Tag sieht das Gelände gleich aus. "Das Camp wird nie fertig aufgebaut sein, selbst am letzten Tag nicht", sagt John-Paul Bader alias "hukl" zur Eröffnung am Donnerstag. Jeder habe aber bis Montag Zeit, einen Teil beizusteuern.

Hilfe für Schwangere, Flüchtlinge und Geheimnisträger

Ein reiner Urlaub wird das Camp für viele Teilnehmer trotzdem nicht sein. In vielen Zelten wird gearbeitet, auch netzpolitische Themen stehen auf der Agenda und wollen gemeinsam gelöst werden. "Wir setzen uns immer ein inoffizielles Schwerpunktthema, diesmal liegt der Fokus auf Minderheiten und wie man sie unterstützen kann", sagt Sprecher Girlich. Das spiegelt sich im Vortragsprogramm wieder: Gemeinnützige Organisationen und Aktivisten berichten darüber, wie sie etwa Flüchtlinge mit Internet versorgen oder mit Hilfe von Technologie in bestimmten Ländern Frauen helfen, die ungewollt schwanger geworden sind.

Nacht im Chaos Communication Camp: Es leuchtet allerorts Zur Großansicht
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Nacht im Chaos Communication Camp: Es leuchtet allerorts

Doch auch klassische Technikthemen finden ihren Weg in die Zelte und auf die Bühnen: So wird es etwa um Schwächen in Windows 10, um hackbare Autos und verschlüsselte E-Mails gehen. Und natürlich um Geheimnisse: Nach der Landesverrat-Affäre um Netzpolitik.org feiert die Szene ihren erfolgreichen Protest und macht sich Gedanken darüber, wie sie Whistleblower besser schützen kann. Oder wie man einen Rechner, auf dem Geheimnisse gespeichert sind, zuverlässig zerstört. Schließlich sollen Menschen Geheimnisse über Computer verraten - aber nicht umgekehrt.

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1. Ich bin grad im Camp
matokla 14.08.2015
Der Artikel ist gut geschrieben, fängt aber leider die Stimmung und den Flair des Camps nur sehr unzureichend ein. Man muss wirklich vor Ort sein. Allein die Disziplin der Teilnehmer ist beispiellos und wäre bei einem 'normalen' Open-Air Festival oder einem Fussballspiel nicht denkbar. Und um das Camp zu ermöglichen, haben über 1000 ehrenamtliche Helfer über 2100h gearbeitet und tun das immer noch. Vielen Dank dafür....
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