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Solidaritätsaktion im Netz: "Ich bin Ahmed, der tote Polizist"

Bei ihrem Angriff auf "Charlie Hebdo" töteten die mutmaßlichen Islamisten einen muslimischen Polizisten. Im Netz zeigen sich Tausende unter dem Hashtag #jesuisahmed fassungslos.

"Ich bin nicht Charlie, ich bin Ahmed, der tote Polizist. Charlie machte sich über meinen Glauben und meine Kultur lustig und ich starb für sein Recht, das zu tun." Diese Sätze veröffentlichte der politische muslimische Aktivist Dyab Abou Jahjah am Donnerstag auf Twitter. Bis jetzt verbreiteten sie fast 18.000 Menschen per Retweet. Unter dem Hashtag #jesuisahmed bekunden Tausende ihre Solidarität und gedenken des muslimischen Opfers der Anschläge von Paris.

Ahmed Merabet ist der Polizist, den die Täter nach der Attacke auf "Charlie Hebdo" grausam hingerichtet haben. Merabet lag verletzt auf der Straße, als einer der vermummten Täter auf ihn zukam und ihn ohne zu zögern mit einem Kopfschuss tötete. Die französische Zeitung "Le Figaro" überliefert einen kurzen Dialog: Der Täter soll gefragt haben "Willst du uns umbringen?", Merabet soll geantwortet haben "Nein, ist schon gut, Chef." Das Video, das die grausame Tat festhält, geht um die Welt.

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Merabet war nach Berichten des "Guardian" 40 Jahre alt und als Polizist auf dem Revier des elften Arrondissements stationiert, dort liegt auch die Redaktion des Satiremagazins. Nach Recherchen des "Guardian" patrouillierte er gerade mit einer Kollegin in der Nähe der Redaktionsräume, als er zum Tatort gerufen wurde und dann den schwarzen Citroën sah, mit dem die Täter später flüchten sollten.

Der "Figaro" berichtet, Merabet sei praktizierender Muslim gewesen und habe sich in der Polizeigewerkschaft engagiert. "Er war immer sehr ruhig und gewissenhaft", sagt ein Gewerkschaftssprecher. "Er wurde geschlachtet wie ein Hund."

kbl

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