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Internet-Zensur: Website von "Charlie Hebdo" in der Türkei gesperrt

Cover der aktuellen "Charlie Hebdo": Die Website des Magazins ist in der Türkei derzeit gesperrt Zur Großansicht
AFP

Cover der aktuellen "Charlie Hebdo": Die Website des Magazins ist in der Türkei derzeit gesperrt

Nutzer in der Türkei können die Seiten des Satiremagazins "Charlie Hebdo" derzeit nur mit technischen Tricks aufrufen. Die türkische Regierung hat vor Gericht eine Sperre des Angebots erwirkt.

Die türkische Regierung hat eine Sperrung der Internetseite des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" durchgesetzt. Auf Antrag der staatlichen Internetbehörde habe ein Gericht in Ankara die Sperrung angeordnet, berichten türkische Medien am Freitag. Insgesamt seien 50 Websites oder einzelne Seiten dieser Websites gesperrt worden, das Angebot "Charlie Hebdo" selbst sei eine davon.

Begründet wird der Vorstoß mit der angeblichen Beleidigung religiöser Gefühle durch die Verbreitung von Mohammed-Karikaturen, die "Charlie Hebdo" nach dem islamistischen Anschlag auf seine Redaktion veröffentlicht hatte. Schon im Januar hatte ein türkisches Gericht die Sperrung von Websites angeordnet, die das Titelbild der damals aktuellen "Charlie-Hebdo"-Ausgabe zeigten.

Das Gericht in Ankara hatte vor einigen Tagen die Internetseite des ersten Atheisten-Verbandes der Türkei wegen angeblicher religiöser Hetze sperren lassen. Zudem wird gegen eine türkische Tageszeitung ermittelt, die ein "Charlie Hebdo"-Titelblatt mit dem weinenden Propheten Mohammed veröffentlicht hatte.

Kritiker beklagen eine zunehmende Einschränkung der Meinungsfreiheit unter der islamisch-konservativen Regierung in Ankara.

AFP/mei

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
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1. aha China oder Nordkorea mal wieder....
cumina 06.03.2015
dachte ich so beim schnellen drüberlesen. Nein, es war dann doch die (laut Erdogan) Vorzeige-Demokratie der Türkei. Ein Schelm....
2. Einschränkung
002614 06.03.2015
der Meinungsfreiheit? - oder der Religionsfreiheit? Wer sagt eigentlich, daß WIR mit der Meinung richtig liegen, es sei "Meinungsfreiheit", wenn jeder jeden beleidigen kann wie er will, weil es seine "Meinung" ist? Heißt es nicht, die Freiheit eines jeden muß gewährleistet sein, darf aber die Freiheit eines anderen nicht beeinträchtigen? Religions-Freiheit heißt auch im zwischenmenschlichen Umgang, daß Religiosität von nicht religiösen Menschen geachtet, - zumindest toleriert - werden muß, weil anderenfalls die Freiheit der Religionsausübung nicht gewährleistet ist. Immer weiter zu provozieren - weil wir es nun mal anders sehen - schränkt die Religionsfreiheit der Muslime ein.
3. Erdogan: die Türkei ist am besten, wenn es um Meinungsfreiheit geht
syracusa 06.03.2015
Zitat aus http://www.rp-online.de/politik/ausland/erdogan-die-tuerkei-ist-am-besten-wenn-es-um-meinungsfreiheit-geht-aid-1.4780785: "Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht in seinem Land ein internationales Vorbild für die Pressefreiheit. "Ich sage das sehr deutlich, die Türkei ist am besten, wenn es um Meinungsfreiheit geht.""
4. Intolerant!
bonner85 06.03.2015
Von jedem überall auf der Welt Toleranz fordern, aber selber vollkommen intolerant sein. So klappt es sicherlich mit der Völkerverständigung...
5. Erst denken...
wizzard74 06.03.2015
Zitat von 002614der Meinungsfreiheit? - oder der Religionsfreiheit? Wer sagt eigentlich, daß WIR mit der Meinung richtig liegen, es sei "Meinungsfreiheit", wenn jeder jeden beleidigen kann wie er will, weil es seine "Meinung" ist? Heißt es nicht, die Freiheit eines jeden muß gewährleistet sein, darf aber die Freiheit eines anderen nicht beeinträchtigen? Religions-Freiheit heißt auch im zwischenmenschlichen Umgang, daß Religiosität von nicht religiösen Menschen geachtet, - zumindest toleriert - werden muß, weil anderenfalls die Freiheit der Religionsausübung nicht gewährleistet ist. Immer weiter zu provozieren - weil wir es nun mal anders sehen - schränkt die Religionsfreiheit der Muslime ein.
Falsch. Die können ihre Religion weiterhin ausüben, auch wenn jemand anderer Meinung ist. Religionsfreiheit heißt eben NICHT, dass Moslems jeden, der anderer Meinung ist, maßregeln dürfen.
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