Zensur im Internet Apple löscht VPN-Apps aus chinesischem App-Store

China schränkt den Zugang zum freien Internet weiter ein: Nun sind dort offenbar die wichtigsten VPN-Apps aus dem Apple-Store verschwunden. Viele Millionen Nutzer sind betroffen.

Apps auf dem Handybildschirm
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Apps auf dem Handybildschirm


Apple hat in China offenbar alle wichtigen VPN-Apps aus dem App-Store verbannt. Betroffene Unternehmen hätten dem Nachrichtenportal "Techcrunch" zufolge eine entsprechende Nachricht von Apple bekommen - ihre App sei gelöscht worden, da der Inhalt in China illegal sei.

In China nutzen Millionen Bürger und viele Unternehmen VPN-Tunnel, um die lokale Zensur zu umgehen. Bei einer VPN-Verbindung baut ein Computer oder Handy mit spezieller Software eine verschlüsselte Verbindung zu einem Server auf, der freien Zugang zum Internet bietet. Viele Intellektuelle und Dissidenten verwenden solche Programme oder Apps, um ihre Ansichten in den sozialen Medien zu veröffentlichen.

Die Volksrepublik hatte in den vergangenen Wochen den unkontrollierten Zugang zum Internet immer weiter eingeschränkt. Im Januar hatte die Regierung eine Registrierungspflicht für App-Stores in Kraft gesetzt. Zuvor war etwa die Nachrichten-App der "New York Times" aus dem chinesischen App-Store von Apple verschwunden.

Die "Große Firewall" genannte Zensur stört VPN-Verbindungen ohnehin bereits phasenweise immer wieder massiv, worüber sich zahlreiche Internetnutzer in China beklagen. In der Volksrepublik sind nicht nur chinakritische Webseiten oder Nachrichtenportale gesperrt, sondern auch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, YouTube und selbst Googles Suchmaschine.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, auch die populäre Messenger-App WeChat sei aus dem chinesischen Apple-Store verschwunden. Nur die Nachrichten-App der NYT wurde von Apple entfernt.

kry/AP



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