Chinas Twitter-Pendant Weibo will homosexuelle Inhalte verbannen

Drei Monate lang will der chinesische Kurznachrichtendienst Weibo Texte, Videos, Spiele und Comics überwachen - auf Pornografie, Gewalt und Homosexualität. Die Nutzer sind entsetzt und protestieren mit einem Hashtag.

Nutzer auf Weibo
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Ein "heiteres und harmonisches Umfeld" - das möchte der chinesische Kurznachrichtendienst Weibo seiner Community bieten. Aus diesem Grund greift das Unternehmen zu einem fragwürdigen Schritt.

Am Freitag veröffentlichte Weibo neue Richtlinien, mit diesen will es homosexuelle Inhalte verbannen. In den Richtlinien heißt es, die Plattform werde für einen Dreimonatszeitraum Comics, Spiele, Texte und Videos sehr genau auf Pornografie, "blutige Gewalt" und Homosexualität hin überwachen.

Internetnutzer reagierten entsetzt und kreierten den Hashtag #Ichbinschwul. Solche Posts kamen in wenigen Stunden auf 130 Millionen Clicks und 135.000 Kommentare. "Als ein Mitglied dieser Gruppe bin ich stolz, bin ich glorreich... ich weigere mich, diskriminiert oder missverstanden zu werden", schrieb ein User.

In China ist Homosexualität seit 1997 straffrei. Gleichwohl sehen sich Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle (LGBT) immer noch mit einem Tabu belegt.

Update, 16. April 2018, 12 Uhr: Nach großer öffentlicher Entrüstung hat Chinas Kurznachrichtendienst Weibo eine Kehrtwende gemacht und will homosexuelle Inhalte doch wieder zulassen. Die Online-Plattform teilte am Montag mit, dass die angekündigte Säuberungskampagne "nicht mehr auf homosexuelle Inhalte abzielt". Sogar die "Volkszeitung", Chinas kommunistisches Parteiorgan, hatte Weibo kritisiert und Toleranz gegenüber Homosexuellen eingefordert.

kha/dpa



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