Cybersicherheit China beklagt Hacker-Großangriff aus USA

Es gebe massenhaft Belege für Cyberattacken: Chinas oberster Beamter für Internetsicherheit wirft amerikanischen Hackern Angriffe auf Rechner in der Volksrepublik vor. Von der US-Regierung verlangte er mehr Kooperation.

Chinesische Flagge (Symbolbild): Konstruktive Gespräche statt Anschuldigungen
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Chinesische Flagge (Symbolbild): Konstruktive Gespräche statt Anschuldigungen


Peking - Chinesische Behörden und Unternehmen werden tausendfach von Hackern aus den USA angegriffen. Das sagte Huang Chengqing, Chinas oberster Beamter für Internetsicherheit, der staatlichen "China Daily". Man habe "Berge von Daten", die auf amerikanische Hackerangriffe gegen chinesische Einrichtungen hindeuten, sagte Huang.

Bislang war es die US-Regierung, die massive Hackerangriffe aus China beklagt. Auf einem Gipfeltreffen der beiden Länder sollen die anhaltenden Attacken nun zur Sprache kommen. Am Donnerstag und Freitag treffen sich US-Präsident Barack Obama und der chinesischen Präsident Xi Jinping in Kalifornien.

Offenbar verliert die US-Regierung nach Jahren diplomatischen Drängens die Geduld: Künftig soll für Hackerangriffe aus China direkt die Regierung in Peking verantwortlich gemacht werden, teilte das Weiße Haus vorab mit. China soll so dazu gedrängt werden, Hackerangriffe zu unterbinden.

Nun folgt der Konter: Die Hackerangriffe aus den USA seien genauso gravierend, sagte Huang. Trotzdem würde man nicht pauschal die US-Regierung dafür verantwortlich machen. Schließlich könne man der Regierung nicht nachweisen, hinter diesen Angriffen zu stehen. Huang forderte eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen Hackerattacken.

"Prinzip der Geheimhaltung"

Das CNCERT habe bereits mit den USA kooperiert: In den ersten vier Monaten dieses Jahres hätte man 32 Hinweise aus den USA auf Hackerangriffe erhalten und umgehend bearbeitet; bis auf einige, für die es keine ausreichenden Beweise gab, sagt Huang.

Erst im Mai hatte die "Washington Post" berichtet, Pläne für mehr als zwei Dutzend amerikanische Waffensysteme seien durch chinesische Hacker ausspioniert worden. Bei den Plänen habe es sich um Kampfflugzeuge, Schiffe und bedeutende Raketenabwehrsysteme für Europa, Asien und der Golfregion gehandelt, aber auch um Raketenabwehrsysteme, hatte die Zeitung unter Berufung auf einen Bericht für das Verteidigungsministerium berichtet.

Huang bestritt diesen Bericht nicht, bemerkte allerdings: Wenn die US-Regierung ihr Rüstungsprogramm geheim halten wolle, sollte sie es nicht online zugänglich machen. "Allein nach dem generellen Prinzip der Geheimhaltung hätte es nicht mit dem Internet verknüpft werden dürfen."

Die Cyberangriffe aus den USA seien genauso beträchtlich wie die Beschuldigungen aus Washington. Das CNCERT, das wöchentlich einen Bericht über Cyberangriffe gegen China veröffentlicht, behauptet: 4062 Angriffe von amerikanischen Servern hätten 2,61 Millionen Großrechner in China gekapert.

juh/Reuters/AP



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insgesamt 9 Beiträge
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symolan 05.06.2013
1.
hehe, nicht online stellen, wenn Du's geheim halten willst... Gilt umgekehrt aber auch!
redhead72 05.06.2013
2.
Zitat von sysopGetty ImagesEs gebe massenhaft Belege für Cyberattacken: Chinas oberster Beamter für Internetsicherheit wirft amerikanischen Hackern Angriffe auf Rechner in der Volksrepublik vor. Von der US-Regierung verlangte er mehr Kooperation. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/china-will-massenhaft-beweise-fuer-us-hackerangriffe-haben-a-903864.html
Die amerikanischer Hacker (und das Pentagon) waren wohl etwas angepisst, weil ihre chinesischen "Konkurrenten ziemlich beeindruckend vorgelegt haben: http://news.yahoo.com/video/chinese-hacking-pentagon-more-widespread-221906892.html Angeblich ist es denen sogar schon einmal gelungen, einen amerikanischen Flugzeugträger manövrierunfähig zu machen - haben die Amis aber selbstverständlich niemals zugegeben. Falls es einmal zum "Shoot-Out" zwischen den beiden Staaten kommen wird, wird daher diejenige Seite den Vorteil haben, bei der die wenigsten Waffensysteme aus unerfindlichen Gründen ausfallen...
christophe_le_corsaire 05.06.2013
3. Wer hackt..
...muss sich nicht wundern irgendwann selbst gehackt zu werden.
genau_so_isses 05.06.2013
4. Der Spiegel manipuliert seine Leser
Allein schon das Bild, das über dem Artikel abgebildet ist, zeigt die Strategie, die allen westlichen Berichten über China zugrunde liegt. Ein überdimesional grosses Bild, auf dem offenbar chinesische Soldaten mit Waffen in der Hand über einer Gruppe von Menschen stehen. Dadurch soll nonverbal gleich Angst und Bedrohung durch die chinesische Regierung erzeugt werden. Thematisch hat das Bild überhaupt nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun, aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht um Stimmungmache gegen China. Dass die Amis mit ihrem Echelon-System die ganze Welt, auch Europa und Deutschland fast lückenlos abhorchen und damit auch "hacken", darüber wird natürlich nicht berichtet, weil es nicht in die gewünschte Grosswetterlage passt. Anstatt dass Deutschland sich gegen die Ausspähung durch die Amis wehrt, singt man sogar deren Lied mit. Wie dumm muss Deutschland, wie dumm müssen die Europäer sein, dass sich selbst zur Schlachtbank gehen und das Messer gleich noch mitbringen ? Unfassbar ! So kann es nicht bleiben.
schüler.aus.bremen 05.06.2013
5.
Wissen die mal, wie sich die USA fühlen.
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