Cyberspionage Chinesische Hacker machen Jagd auf Drohnentechnik

Seit Jahren ist eine chinesische Hackertruppe offenbar dabei, systematisch Erkenntnisse über US-Drohnen auszuforschen. Die Gruppe operiert von Shanghai aus und greift gezielt kleinere und größere US-Unternehmen an. China hat ein massives Interesse an Drohnentechnik.

Drohnen-Messe in Washington D. C.: "Wir können ihre Technologie nur mit Neid betrachten"
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Drohnen-Messe in Washington D. C.: "Wir können ihre Technologie nur mit Neid betrachten"


New York/Washington - Die Angreifer haben eine Menge Geduld und offenbar nahezu unbegrenzte Ressourcen. Sie suchen sich ihre Ziele sorgfältig aus, locken sie mit passenden Ködern in die Falle und verschaffen sich dann Zugriff auf alles, was halbwegs interessant sein könnte. Der Angriff, den das IT-Sicherheitsunternehmen FireEye "Beebus" getauft hat, nach einer von den Angreifern verwendeten Internet-Domain, fällt in die Kategorie "fortgeschrittener, dauerhafter Angriff" (Advanced Persistent Threat, APT). Ungewöhnlich am Fall Beebus ist nicht das professionelle, geduldige Vorgehen, sondern das Ziel: Der "New York Times" zufolge geht es den Beebus-Angreifern um US-Drohnentechnologie.

Die Hacker hätten sich von großen Firmen, die im Bereich Luft- und Raumfahrttechnik tätig sind, nach und nach zu spezialisierten, kleineren Unternehmen vorgearbeitet, die auf die Entwicklung von Technologien für unbemannte Fluggeräte spezialisiert sind, berichtet die "New York Times". Mindestens 20 Rüstungsunternehmen seien in knapp zwei Jahren zum Ziel der Spione geworden, die offenbar von Shanghai aus operieren.

Chinesische Drohnen bei internationalen Messen angeboten

"Ich glaube, dass wir es hier mit der bislang größten auf Drohnentechnologie zielenden Kampagne zu tun haben", zitiert die Zeitung FireEye-Manager Darien Kindlund. Das Vorgehen der Angreifer passe "ziemlich gut mit dem Wunsch der chinesischen Regierung zusammen, ihre eigenen Möglichkeiten im Bereich der Drohnentechnologie auszubauen".

Die Gruppe, die die Attacken ausführt, wird "Comment Crew" genannt, die "NYT" bringt sie mit einer Hacker-Einheit der chinesischen Volksarmee namens Unit 61398 in Verbindung. Diese Unit 61398 war im Februar von einem weiteren US-IT-Sicherheitsunternehmen namens Mandiant in einem ausführlichen Bericht enttarnt und beschrieben worden. Die Comment Crew sei ein Teil dieser Einheit. Sie residiert Mandiant zufolge in einem gesichtslosen Bürohochhaus in Shanghai.

Dass die chinesische Regierung sich stark für Drohnentechnologie interessiert, ist kein Geheimnis. Längst stellt das Land diverse eigene Drohnenmodelle her, darunter etwa ein Fluggerät namens Wing Lung oder Pterodaktylus, das stark an die Predator-Drohne des US-Militärs erinnern soll. Bei internationalen Fachmessen bieten chinesische Unternehmen eigene Drohnen zum Kauf an, das chinesische Militär verfügte einem US-Experten zufolge schon 2011 über 280 Kampfdrohnen.

Unbemanntes Fluggerät mit 20 Kilo Sprengstoff

Gleichzeitig hinkt die chinesische Technologie der USA offenbar immer noch deutlich hinterher. Die "NYT" zitiert einen ehemaligen chinesischen Generalmajor Xu Guangyu mit den Worten, US-Drohnen seien "sehr weit entwickelt": "Wir können ihre Technologie derzeit nur mit Neid betrachten. Im Moment lernen wir von ihnen."

Für China könnten Drohnen etwa ein Werkzeug sein, im pazifischen Raum "unsere Souveränität zu schützen", so Xu zur "NYT". Chinesische Offizielle haben allerdings auch andere Ideen dafür, was man mit Drohnen alles anfangen könnte. Im Februar berichtete die staatlich gelenkte chinesische Zeitung "Global Times" von der Jagd auf einen mutmaßlichen Drogendealer, der für den Tod von 13 chinesischen Seeleuten verantwortlich gemacht wurde, auf dem Staatsgebiet von Burma. Man habe zunächst erwogen, ein unbemanntes Fluggerät mit 20 Kilogramm Sprengstoff auf den Mann anzusetzen, den Plan aber verworfen, weil man ihn lebend fangen wollte, was schließlich auch gelang. Im November wurden er und drei angebliche Mitglieder seiner Gang in China zum Tode verurteilt.

Nicht nur China setzt Hacker ein, um ausländische Unternehmen zu infiltrieren: Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, haben Hacker in Diensten des britischen Geheimdienstes GCHQ das belgische Telekommunikationsunternehmen Belgacom angegriffen, um dessen Spezialrouter für Mobilfunk-Roaming für gezielte Überwachungsmaßnahmen nutzen zu können. Zum Einsatz kam bei dem Angriff auf das Telekommunikationsunternehmen offenbar eine Software der amerikanischen NSA, die mit dem GCHQ eng kooperiert.

cis

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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
asdf01 21.09.2013
1. ...
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESeit Jahren ist eine chinesische Hackertruppe offenbar dabei, systematisch Erkenntnisse über US-Drohnen auszuforschen. Die Gruppe operiert von Shanghai aus und greift gezielt kleinere und größere US-Unternehmen an. China hat ein massives Interesse an Drohnentechnik. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/chinesische-hacker-auf-der-jagd-nach-drohnen-technologie-a-923691.html
Bei den Chinesen geht man ja schon immer davon aus, dass sie alles und jeden ausspionieren, wenn es für sie machbar ist, insofern ist die Meldung natürlich alles andere als "shocking news". Überraschend wäre es, wenn sie mal irgendeinen Bereich von ihren Spionageaktivitäten dezidiert ausklammern würden.
humbahumba 21.09.2013
2. Tolles Bild. Leider zeigt es keine US-Drohne!
Das Bild zeigt einen Camcopter S-100 der oesterreichischen Firma Schiebel Elektronische Geraete!
asteinx 21.09.2013
3. Haha Simpson style
Als ob die Schlapphüte der NSA die alleinige Lizenz zum Tröten besitzen. Natürlich wird ordentlich Wirtschafts- und Rüstungsspionage betrieben. Der kleine aber feine Unterschied bei uns ist doch, dass unsere Alliierten uns in die Pfanne hauen. Das kommt hoffentlich bald bei Merkels grauer Masse an. Ich habe da eher die Hoffnung auf unsere Wirtschaft. Die werden wenigstens gerafft haben, dass jedes Patent, was die einsenden, auch mitgelesen wird. Unsere Wirtschaft wird wahrscheinlich eher verstehen was die Möchtegernverbündeten da alles abgreifen.... Naja zumindest meine Hoffnung stirbt zuletzt.
Lekcad 21.09.2013
4.
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINESeit Jahren ist eine chinesische Hackertruppe offenbar dabei, systematisch Erkenntnisse über US-Drohnen auszuforschen. Die Gruppe operiert von Shanghai aus und greift gezielt kleinere und größere US-Unternehmen an. China hat ein massives Interesse an Drohnentechnik. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/chinesische-hacker-auf-der-jagd-nach-drohnen-technologie-a-923691.html
Wo ist das Problem? Die sichern nur ihr "Supergrundrecht" auf Sicherheit. Damit ist die Diskussion beendet.
vitalik 21.09.2013
5. Chinesen
Jeden Computer kann man früher oder später knacken. Ich bin gespannt, wenn die Chinesen die US-Dronen übernehmen und steuern können. Dann sind die Dronen nichts mehr Wert und bestimmte Teile der Welt können aufatmen.
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