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Verfahren in New York: Microsoft und Co. wollen Cloud-Daten vor US-Zugriff schützen

Daten, die amerikanische Firmen im Ausland speichern, müssen auf Gerichtsbeschluss auch in den USA offengelegt werden. Apple, Microsoft und andere IT-Firmen fürchten deshalb um ihr Geschäft mit dem Cloud-Computing - und wehren sich.

New York - Der Zugriff der US-Regierung auf außerhalb der USA gespeicherte Daten macht den großen IT-Unternehmen Sorgen - nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Microsoft, Apple und drei weitere US-amerikanische Firmen wollen nun vor Gericht erreichen, dass die Daten nicht mehr abgegriffen werden dürfen.

Andernfalls, so fürchten die Unternehmen, könnten sie Milliarden Dollar verlieren. Das Problem: Das Geschäft mit dem sogenannten Cloud-Computing, bei dem Daten auch außerhalb der USA auf Servern in einer "Wolke" im Internet gespeichert werden, gehe kaputt, wenn Kunden sich nicht auf deren Sicherheit verlassen könnten.

Microsoft, Verizon, Apple, Cisco and AT&T beziehen sich auf ein Urteil aus dem April, nach dem amerikanische Internetanbieter die E-Mails ihrer Kunden offenlegen müssen, auch wenn die Daten in Rechenzentren im Ausland gelagert werden. Im konkreten Fall ging es um einen Durchsuchungsbeschluss, der von Microsoft verlangte, E-Mails eines Kunden herauszugeben, dessen Daten in einem Rechenzentrum in Dublin, also in Irland gespeichert waren.

Die Begründung: Müssten die US-Beamten sich jedes Mal mit ausländischen Kollegen absprechen, wenn sie in einem anderen Land auf ein E-Mail-Konto zugreifen wollen, wäre die Belastung für die US-Verwaltung substanziell und die Strafverfolgung erheblich beeinträchtigt.

Der Richter irrte, sagen die Unternehmen nun, und fordern eine Revision des Urteils. Eine erste Anhörung vor einem Berufungsgericht ist für Ende Juli geplant.

sun/AP

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insgesamt 6 Beiträge
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    Seite 1    
1. Der Druck auf die IT Konzerne...
personalprivacy 17.06.2014
scheint Wirkung zu zeigen. Sehr gut.
2.
ez2517 17.06.2014
Hoffentlich revidiert das Gericht das Urteil nicht. Es ist Zeit, dass Infrastruktur in Europa geschaffen wird, von europäischen Anbietern.
3. Und in GB speichern?
Kunerich 17.06.2014
Wenn sie ihre Daten in GB speichern, ist ein Zugriff der NSA doch nicht nötig. Das erledigt dann der dortige Geheimdienst für sie. Und alle sind glücklich.
4.
romanpg 17.06.2014
die US-Administration sollte aufpassen. Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, aber wenn sie zu lange an der Geschäftsbasis der IT-Branche sägen, wird diese sich irgendwann verdrücken und wo anders niederlassen. Diese Leuten sind hochmobil und fühlen sich ihren Aktionären mehr verbunden, als einem Land..
5.
Gott 17.06.2014
Wir brauchen symmetrische Verschlüsselung in der cloud, dann könnten die abgreifen soviel se wollen. Naja mal schaun was die Forschung in den nächsten Jahren bringen wird.
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