Community-Löschdienste Facebook verbietet digitale Selbstmorde

Die "Suicide Machine" und "Seppukoo" sollen Netznutzern ermöglichen, ihre Spuren in Social Networks und anderswo im Netz auf einen Schlag zu tilgen. Nicht mit uns, sagt man bei Facebook - den Diensten für den digitalen Selbstmord wird der Zugang zur Community verweigert.

Facebook: Keine Profilselbstmorde bitte
DPA

Facebook: Keine Profilselbstmorde bitte


Washington - Das Social Network Facebook hat Internetangebote blockiert, mit dessen Hilfe Nutzer ihr gesamtes Facebook-Profil mit einem Klick löschen können. Die Tatsache, dass die sogenannte Web 2.0 Suicide Machine sich die nötigen Informationen zum Zugriff auf die Facebook-Profile verschaffe, um sie zu löschen, sei eine Verletzung der Regeln des sozialen Netzwerks, erklärte Facebook.

Deshalb sei der Dienst blockiert worden. Schließlich könne jeder, der der Netzwerkgemeinde nicht mehr angehören möchte, sein Profil selbst deaktivieren oder ganz löschen, erklärte das Netzwerk. Facebook prüft nach eigenen Angaben "weitere Schritte" gegen die Suicide Machine.

Tatsächlich verstößt die Web 2.0 Suicide Machine wohl gegen die Nutzungsbedingungen vieler Social Networks - denn er erfordert, dass man seine Login-Daten an die Betreiber weitergibt, die dann das eigene Profil löschen. Sowohl die Login-Daten eines anderen Nutzers zu erfragen als auch der Zugriff auf fremde Profile wird von Facebook aber untersagt.

Die "Selbstmordmaschine" erlaubt mit einem Klick das Löschen sämtlicher Profile nicht nur bei Facebook, sondern auch bei anderen Diensten wie MySpace oder Twitter. Die Seite wirbt mit dem Slogan, alle Profile zu löschen, die "Energie kosten" und alle "falschen virtuellen Freunde zu töten". Zudem sei es so möglich, sich von seinem "Alter Ego" im Internet zu befreien.

Auch die ähnlich funktionierende Internetseite Seppukoo.com wird von Facebook blockiert. Seppukoo ist eine Anspielung auf den Seppuku genannten rituellen Selbstmord japanischer Krieger. Das Portal ruft zum "virtuellen Selbstmord" auf, um sich von seinem "digitalen Körper zu befreien". Schon im Dezember 2009 bekamen die Seppukoo-Betreiber ein Schreiben der Facebook-Juristen, in dem rechtliche Schritte angedroht wurden. Der Brief wurde von den so Ermahnten prompt im eigenen Angebot veröffentlicht.

Auf der Startseite der Suicide Machine prangt mittlerweile ein Hilferuf: Facebook habe das Angebot "ohne jeden Kommentar" gesperrt. Man prüfe "Möglichkeiten, diese unbegründete Beschränkung unseres Dienstes" zu umgehen. Danach werden Besucher der Seite aufgefordert, einen Proxyserver zur Verfügung zu stellen, um Facebooks Blockade auszutricksen.

cis/AFP

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insgesamt 2 Beiträge
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blue0711 05.01.2010
1. Steine in den Weg legen?
Solange ein solcher Dienst nicht Hackertechnologie, sondern schlicht die selbst eingegebenen Nutzerdaten des "Selbstmörders" nutzt, um eine automatisierte Löschung vorzunemen, ist es doch sehr scheinheilig, dagegen vorzugehen. Das riecht förmlich danach, es den Nutzern möglichst schwer zu machen, ihre Daten umfassend zu löschen.
Meinungsmarktbeiträger 05.01.2010
2. Ohne Rückfahrschein ....
Zitat von sysopDie "Suicide Machine" und "Seppukoo" sollen Netznutzern ermöglichen, ihre Spuren in Social Networks und anderswo im Netz auf einen Schlag zu tilgen. Nicht mit uns, sagt man bei Facebook - den Diensten für den digitalen Selbstmord wird der Zugang zur Community verweigert. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,670206,00.html
... mache ich garnichts. Aus diesem Grund lasse ich die Finger von diesen "Instant Communities" ....
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