Köln - Wenn es um gezielte Angriffe auf Regierungsrechner im Westen geht, weisen Sprecher des chinesischen Außenministeriums darauf hin, dass China ebenso von Hacker-Angriffen betroffen sei. Nun gibt es Zahlen: Nach Angaben der chinesischen Organisation für Computer- und Netzwerksicherheit CNCERT wurde das Land im vergangenen Jahr an die 500.000 mal zum Ziel von Cyber-Angriffen. Die große Mehrheit infizierte chinesische Rechner mit Trojanern, die Daten ausspähen oder die befallenen Computer übernehmen sollten.
Die Behörden konnten auch die Ausgangsländer der Trojanerangriffe identifizieren. Fast jede siebte IP-Adresse, 14,7 Prozent, war in den USA beheimatet. 8 Prozent der Angriffe wurden von Indien aus durchgeführt. Interessant ist allerdings eine andere Zahl. Nach Angaben aus Peking soll insgesamt die Hälfte der Angriffe aus dem Ausland stammen, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Hacker-Angriffe aus dem eigenen Land offenbar ein ebenso großes Sicherheitsrisiko für Computernutzer und Web-Surfer darstellen.
Erst Anfang August hatte die Anti-Virus-Firma McAfee mitgeteilt, Hacker seien über Jahre in die Rechner von insgesamt 72 Regierungen, Firmen und Organisationen eingedrungen. Mit größter Wahrscheinlichkeit stehe ein Staat hinter den Attacken, die den Regierungen der USA, von Taiwan, Indien, Südkorea und Vietnam sowie den Vereinten Nationen und dem Internationalen Olympischen Komitee galten.
Der allgemeine Verdacht hatte sich gegen China als Urheber gerichtet. Offizielle Vertreter des Landes hatten zu den Vorhaltungen bislang nicht Stellung genommen, staatliche Medien hatten die Vorwürfe jedoch als "verantwortungslos" zurückgewiesen.
Bei den vom CNCERT erfassten Fällen handelt es sich allerdings um allgemeine Angriffe, von gezielten Spähattacken auf bestimmte Regierungsbeamte ist nicht die Rede.
meu
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