Spähangriffe: USA klagen erstmals Chinesen wegen Cyberspionage an

PC: Vorwürfe der USA gegen chinesische Regierungsmitarbeiter Zur Großansicht
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PC: Vorwürfe der USA gegen chinesische Regierungsmitarbeiter

Das US-Justizministerium hat zum ersten Mal mehrere chinesische Hacker wegen Wirtschaftsspionage angeklagt. Die fünf Verdächtigen sollen zum Militär gehören und amerikanische Firmen ausgespäht haben.

Washington - Das US-Justizministerium geht gegen fünf mutmaßliche Hacker aus China vor. Die Verdächtigen sollen Teil des Militärs sein. Ihnen wird vorgeworfen, sechs amerikanische Firmen und eine Gewerkschaft ausgespäht und Handelsgeheimnisse gestohlen zu haben. Laut des Ministeriums hat eine Grand Jury Anklage erhoben.

Zu den Firmen, die von den Hackern angegriffen wurden, gehören demnach der Aluminiumproduzent Alcoa und der Kraftwerkshersteller Westinghouse. Auch ein Unternehmen aus der Solarenergiebranche soll betroffen gewesen sein. Von der Anklage, die das Justizministerium am Montag vorstellte, hatten mehrere Medien vorab berichtet.

Laut NBC ist es das erste Mal, dass die USA strafrechtlich wegen Cyberspionage gegen einen anderen Staat vorgehen. Sorgen bereitet haben etwaige Cyberangriffe aus China den Zuständigen in den USA allerdings schon immer. Beide Staaten beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig der Spionage und verschiedener Hackerangriffe.

Die Sicherheitsfirma Mandiant hatte vor einem Jahr Hinweise präsentiert, wonach eine Einheit der chinesischen Armee für mehr als hundert Cyberangriffe auf Unternehmen und Behörden in den USA verantwortlich sein soll. Die Angriffe ließen sich demnach auf ein Gebäude der Armee-Einheit 61398 in Shanghai zurückführen. Die chinesische Regierung hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Im März hatte der SPIEGEL enthüllt, dass der US-Militärgeheimdienst NSA mit großem Aufwand den chinesischen IT-Ausrüster Huawei infiltriert hatte. Demnach startete die NSA Anfang 2009 eine umfangreiche Operation gegen das Unternehmen, das als einer der größten Konkurrenten der US-Firma Cisco gilt. Bei dem Cyberangriff verschaffte sich der Geheimdienst Zugriffauf E-Mails und Quellcode von Huawei-Produkten.

juh/ore/dpa/Reuters

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1.
Atheist_Crusader 19.05.2014
Die USA hingegen würden niemals Wirtschaftsspionage betreiben. Schon gar nicht bei Freunden. Und sie würden auch nie Millionen von Menschen ausspähen. Oder gar befreundete Staatsoberhäupter. Zumindest nicht, bis zum nächsten Whistleblower.
2. Nsa
bamesjond0070 19.05.2014
Das ist DERART absurd. Mehr kann man dazu glaube ich nicht schreiben.
3. Gut gelacht
Freidenker10 19.05.2014
"Cyberspionage - USA klagen chinesische Beamte an"... Der Witz des Jahres!!!! Denen ist echt nichts zu peinlich und die deutsche Regierung wird sich bestimmt dem Protest seiner "Freunde" baldigst und unterwürfigst anschließen!
4. Na, ....
canUCme 19.05.2014
... da klagen ja gerade die Richtigen!
5. Wer im Glashaus sitzt...
stefan.k 19.05.2014
Also die USA als weltweit größter Cyberspion aller Zeiten verklagen nun Chinesen wegen...Cyberspionage? Ich hoffe eines Tages wird die Geschichte zeigen was für ein heuchlerisches und selbstherrliches Land wir da als angebliche "Freunde" (wohl eher Lehnsherren) haben.
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