Internet-Sicherheit USA und China wollen Cyber-Krieg verhindern

Vor einem halben Jahr beschuldigten amerikanische Geheimdienstler China, hinter Hacker-Angriffen auf die USA zu stecken. Bei einem Treffen beteuerten die Verteidigungsminister der beiden Länder jetzt, beim Thema Cyber-Sicherheit zukünftig kooperieren zu wollen.

Gemeinsam gegen Hacker: Verteidigungsminister Leon Panetta und Liang Guanglie
AP

Gemeinsam gegen Hacker: Verteidigungsminister Leon Panetta und Liang Guanglie


Washington - Das amerikanische und das chinesische Verteidigungsministerium wollen bei Fragen der Computer- und Netzsicherheit künftig enger zusammenarbeiten. Das sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Montag bei einem Treffen mit seinem chinesischen Amtskollegen Liang Guanglie.

Die Zusammenarbeit solle zukünftige Fehleinschätzungen verhindern, die zu Konflikten führen könnten, so Panetta. Beide Staaten verfügten über hoch entwickelte technologische Fähigkeiten, deshalb sei es wichtig, die Kooperation zu vertiefen und die Cyber-Sicherheit zu stärken.

Erst vor einem halben Jahr hatten amerikanische Geheimdienstvertreter China öffentlich beschuldigt,hinter Hacker-Angriffen gegen die USA zu stecken.

Und schon früher haben US-Behörden regelmäßig chinesische Hacker verdächtigt, Urheber von Angriffen gegen US-Einrichtungen zu sein. Im Sommer vergangenen Jahres bestätigte die chinesische Armeeführung erstmals, eigene Elite-Hacker zu beschäftigen, eine Art Cyber-Armee.

Der chinesische Verteidigungsminister Liang Guanglie wies jetzt die Anschuldigung zurück, dass gezielte Angriffe gegen die USA direkt von China ausgingen. Er und der US-Verteidigungsminister Panetta seien sich einig, dass sich China nicht alle Cyber-Angriffe auf die USA zuschreiben ließen.

Seit neun Jahren war es der erste derartige Besuch eines chinesischen Verteidigungsministers in den USA. Das Treffen in Washington sollte dazu dienen, die militärischen Beziehungen in verschiedenen Bereichen zu stabilisieren. Neben der Zusammenarbeit im Cyberspace sprachen die Offiziellen über weitere Bedrohungen und Herausforderungen, unter anderem über nukleare Waffen und Nordkorea. Liang lud Panetta zum Gegenbesuch in der zweiten Jahreshälfte ein.

juh/dapd/Reuters



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