Neue Datenschutzregeln Das ändert sich für Nutzer von Apple, Facebook, Google und Co.

Seit Freitag kommt die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU zur Anwendung. Diese Änderungen erwarten Nutzer bei den großen Internetdiensten. Ein Überblick.

Apples neue Datenschutz-Seite
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Apples neue Datenschutz-Seite

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Die neuen EU-Regeln zum Datenschutz bedeuteten für viele deutsche Nutzer in den letzten Wochen vor allem: jede Menge E-Mails im Postfach. Weil man ein Konto bei Spotify hat, vor Jahren irgendeinen Newsletter bestellt hat oder mit einer App wie myTaxi ab und zu mal ein Taxi ruft.

Die Anbieter melden sich derzeit, weil ab dem 25. Mai in der EU die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zur Anwendung kommt. Firmen müssen ihre Kunden deshalb zum Beispiel über ihre Datenschutz-Vorkehrungen gemäß der neuen EU-Regeln informieren.

Auch für große Tech-Firmen aus den USA, bei denen viele Deutsche ein Konto haben, gilt die DSGVO: Facebook, Google, Amazon und Apple zum Beispiel. Sie mussten ihre Angebote anpassen oder ergänzen, um in Zukunft hohe Bußgelder zu vermeiden.

Was weiß Apple über mich?

Apple etwa betont, dass die neuen Datenschutzregeln überhaupt kein Problem für die Firma seien. Schließlich habe man schon immer viel Wert auf guten Datenschutz gelegt. Wer ein iPad, einen Mac oder ein iPhone besitzt, kann dank der DSGVO aber nun auch einige konkrete Neuerungen in Anspruch nehmen.

Auf einer neu eingerichteten Webseite können Apple-Kunden sich informieren, welche Daten der Konzern von ihnen gespeichert hat. Dazu müssen Nutzer sich mit ihrer Apple-ID anmelden. Diese Anmeldeinformation ist die Eintrittskarte zu allen Apple-Diensten, wie etwa dem App Store, Apple Music oder dem iTunes Store.

Video: Die wichtigsten Fragen und Antworten zur DSGVO

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Konto löschen, deaktivieren - oder eigene Daten herunterladen

Nutzer können dann auf der neuen Seite falsche Daten korrigieren lassen, ihr Konto löschen oder es vorübergehend deaktivieren. Außerdem können sie eine Kopie ihrer Daten anfordern und herunterladen. Das verschafft einen Überblick, was der Konzern alles über den Einzelnen weiß - von der Einkaufsstatistik über den App-Nutzungsverkauf bis hin zu bei Apple gespeicherten Kalendereinträgen, Fotos und anderen Dokumenten.

Die einzeln anwählbaren Optionen listet Apple übersichtlich auf. Wer bei seiner Anfrage mehrere Häkchen setzt, dürfte große Datenmengen erhalten - und vielleicht ins Grübeln kommen, angesichts all der privaten Informationen in Firmenhänden.

Diese Datenmenge lässt sich zumindest - und auch darauf macht Apple auf einer neuen Webseite aufmerksam - ein bisschen minimieren. Das Apple-Betriebssystem für iPhone und iPad, iOS, bietet einige Möglichkeiten, allzu neugierigen Apps Berechtigungen zu entziehen.

Mit der DSGVO hat das nur bedingt zu tun, aber die neuen EU-Regeln können für jeden Nutzer ein guter Anlass sein, im "Einstellungen"-Menü seines iPhones, iPads oder iPod touch den Punkt "Datenschutz" anzuwählen. Dort kann man etwa festlegen, welche Apps wann auf den eigenen Standort zugreifen dürfen ("Ortungsdienste") oder überprüfen, welche Apps die eigenen Kalendereinträge auslesen dürfen.

Lesen Sie hier, wie weitere Firmen wie Facebook, Google oder Amazon auf die DSGVO reagiert haben:


Nicht nur große Tech-Firmen sind von der DSGVO betroffen. Hier erzählen acht Deutsche, was die neue Verordnung für sie im Alltag bedeutet:



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