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Datenschutz: Verbraucherschützer mahnen Google ab

Laptop-Nutzer vor Google-Logo: Zeit bis zum 25. Januar Zur Großansicht
REUTERS

Laptop-Nutzer vor Google-Logo: Zeit bis zum 25. Januar

Der Streit um Googles Datenschutzrichtlinien geht weiter: Verbraucherschützer haben den Konzern erneut abgemahnt. Der beteuert, man arbeite gesetzeskonform.

Verbraucherschützer werfen Google die systematische Auswertung persönlicher Daten seiner Nutzer vor. Deswegen haben sie den Konzern erneut abgemahnt. Die Firma nutze personenbezogene Daten ohne ausdrückliches Einverständnis und verstoße damit gegen den Datenschutz, teilt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) mit.

Google habe bis zum 25. Januar Zeit, um auf die Abmahnung zu reagieren, sonst drohe eine Unterlassungsklage. Ein Google-Sprecher erklärte hingegen, die Datenschutz-Grundsätze des Konzerns seien gesetzeskonform.

Konkret bemängelten die Verbraucherschützer, dass Google ohne gesonderte Einwilligung E-Mails der Nutzer analysiere, um maßgeschneiderte Werbung anzeigen zu können. In einzelnen Klauseln der im Sommer 2015 geänderten Datenschutzerklärung weise Google die Nutzer zwar auf diese Praxis hin, räumen die Verbraucherschützer ein. Die Nutzer müssten diese Erklärung auch billigen. Allerdings würden sie in den Richtlinien nicht um Zustimmung zur konkreten Datenerhebung und Datennutzung gebeten, moniert der Verband.

Google nennt Aussage "falsch"

"Es kann nicht sein, dass Google die E-Mails seiner Nutzer ohne spezifische Einwilligung mitliest, um diesen dann maßgeschneiderte Produktinformationen anzuzeigen", erklärte vzbv-Experte Heiko Dünkel. Es sei eine gesonderte Einwilligung für Werbung notwendig.

"Die Aussage, Google würde E-Mails 'mitlesen', ist schlichtweg falsch", sagte der Google-Sprecher. Seinen Angaben nach scannen automatische Systeme die E-Mails. Dabei gehe es nicht nur um "kontextuelle Werbung", sondern auch darum, Spam und Malware zu identifizieren. "Alle anderen Maildienste haben entsprechende Systeme", sagte der Sprecher.

Der Verband beanstandet auch eine Klausel der Datenschutzerklärung, nach der nur für die Weitergabe "sensibler Kategorien" von personenbezogenen Daten eine ausdrückliche Einwilligung notwendig ist. Aus Sicht der Datenschützer ist aber eine Unterscheidung zwischen "sensiblen" und anderen personenbezogenen Daten mit dem deutschen Datenschutz nicht vereinbar.

Der vzbv hatte 2012 gegen 25 Klauseln der damaligen Google-Nutzungsbedingungen geklagt und im November 2013 vor dem Landgericht Berlin gewonnen. Das Berufungsverfahren vor dem Berliner Kammergericht sei noch nicht entschieden.

juh/AFP/Reuters

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1. Google-Bashing
123567091 06.01.2016
Dieses ständige Google-Bashing geht mir auf die Nerven. Google ist sicher kein Heiliger, aber es muss symbolisch als Sündenbock für alle Datenprobleme hehalten, die die ganze Branche betreffen. Über andere Firmen wird nicht berichtet, höchstens mal zu Recht über Facebook. Was die machen, ist wesentlich gefährlicher. Und nein, ich bin in keinster Weise mit Google assoziiert.
2. Beobachtung
Thomas Rudi Edward Mx 06.01.2016
Was ich schon lange beobachte und was mich zugegenermassen nervt: Geben Sie doch hier oder in irgendeinem anderen Forum in irgendein Formular, auch wenn Sie die Seite nicht über Google aufgerufen haben, "Rotkäppchensekt" oder "Hundefutter" ein. Wie durch ein Wunder wird man plötzlich mit Rotkäppchensekt und Hundefutter beworben. Das heißt, die eingegebenen Texte werden schon bei der Eingabe analysiert (danach kann man sie m.E. nicht mehr mit einer IP-Adresse verbinden), von wem und wozu auch immer. DAS macht mir Sorgen, nicht die Emails.
3. Business-Modell
123567091 06.01.2016
Zitat von Thomas Rudi Edward MxWas ich schon lange beobachte und was mich zugegenermassen nervt: Geben Sie doch hier oder in irgendeinem anderen Forum in irgendein Formular, auch wenn Sie die Seite nicht über Google aufgerufen haben, "Rotkäppchensekt" oder "Hundefutter" ein. Wie durch ein Wunder wird man plötzlich mit Rotkäppchensekt und Hundefutter beworben. Das heißt, die eingegebenen Texte werden schon bei der Eingabe analysiert (danach kann man sie m.E. nicht mehr mit einer IP-Adresse verbinden), von wem und wozu auch immer. DAS macht mir Sorgen, nicht die Emails.
Da haben Sie im Prinzip Recht, nutzen Sie Google als Suchmaschine und gehen Sie auf Seiten, die Google Ads schalten, bekommen Sie natürlich entsprechende Werbung. Nutzt man diese Produktkette, sollte einem das klar sein, das ist der Preis für den kostenlosen Service. Das verschärft sich noch massiv, sollten Sie Google Chrome benutzen und dort mit Ihrem Google Konto angemeldet sein ^^ Dann bekommen Sie es auf all Ihre Geräte nachgeschmissen. Ich nehme das hin, da diese Produktkette gewisse Vorteile bietet und ich Werbung quasi nicht mehr wahrnehme. Dennoch steht es jedem frei, andere Suchmaschinen zu benutzen, Bing, oder nichtkommerziell DuckDuckGo. Es besteht ja nun keine Verpflichtung Google oder Facebook zu nutzen. Was die Leute anbieten, ist keine staatliche Infrastruktur, sondern einfach deren Business-Modell.
4. Deutschland, die EU kann über Googles
managerbraut 07.01.2016
Datenhunger - Verwertung - Auswertung von Nutzerdaten - Verstöße gegen Datenschutzgesetze jammern, klagen soviel, so oft und lange sie wollen ohne Google würde das Internet in Europa - Deutschland zusammenbrechen und die Wirtschaft massive Handels,- Gewinnabstürze zu erleiden haben. Was, wenn Google - Facebook - Twitter seine Plattformen bzw. Server für Europa - Deutschland für nur mal 14 Tage abschalten täte? Google - Facebook - Twitter - amazon, alle US Internetunternehmen werden unbeeindruckt weiter gegen allem Klagen - Gejammer Daten europäischer, deutscher Kunden - User zur weiteren Verwertung - Nutzung - Analyse ins Mutterland den USA übertragen, wie es bisher schon seit Jahren praktiziert wird und Niemand. Weder eine EU - Deutschland werden an dieser Praxis je etwas ändern können! Klagen gegen US Internetfirmen, wie Google oder Microsoft sind nicht mehr als Nadelstiche in einem etablierten globalen Unternehmens,- Wirtschaftsnetzwerk das seinen eigenen Regeln folgt. Europa - Deutschland kann sich auf einiges gefasst machen, wenn der amtierende Präsident der USA Obama erst in Pension und ein neuer US Präsident an der Macht stehend die Welt regieren wird.
5. Was soll das ganze Gezettere
na,na,na 07.01.2016
Jedes Kind weiß, dass google Geschäfte mit Daten macht, also gibt es die Möglichkeit, keine Daten mehr ins Netz zu stellen, die man dort nicht weiterverbreitet haben will. Jeder ist doch seines Glückes Schmied, also entsprechend handeln, dazu brauchen wir keine Verbraucherschützer, die ja auch nur Kohle machen wollen und nicht nur von Luft und Liebe leben.
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