17. November 2012, 10:46 Uhr

Datenschutzvergehen

Milde Strafe für Google wegen Geheim-Cookie

Google hat die Datenschutzeinstellungen von Nutzern umgangen. Der Internetkonzern wurde deshalb in den USA zu einer Geldstrafe von 22,5 Millionen Dollar verurteilt - eine Strafe, die weit hinter der Forderung von Verbraucherschutzorganisationen zurückblieb.

San Francisco - Die Strafe war abzusehen: Der Internetkonzern Google ist wegen eines Datenschutzvergehens in den USA zu einer Geldstrafe von 22,5 Millionen Dollar (17,5 Millionen Euro) verurteilt worden. Die Zahlung ist Teil eines Vergleichs, den Google vor drei Monaten mit der US-Handelskammer geschlossen hatte.

Hintergrund des Rechtsstreits war ein Cookie, den Google auf Rechnern von Nutzern des Browsers Safari platzierte: Demnach soll der Suchmaschinenbetreiber eine Lücke im Browser Safari des Konkurrenten Apple ausgenutzt haben, um Nutzern bestimmte Werbeformate zu präsentieren. Mit einem Trick speicherte Google über seinen Dienst Google+ einen Tracking-Code ("Cookie") auf den Geräten von Internetnutzern - selbst wenn diese Cookies bewusst ausgeschaltet hatten.

Mit dem Urteil blieb Richterin Susan Illston vom Bezirksgericht in San Francisco weit hinter der Forderung von Verbraucherschutzorganisationen zurück. Diese hatten argumentiert, dass Google alle vier Stunden einen Umsatz in Höhe der nun verhängten Geldstrafe erziele.

Nachdem im Februar eine Untersuchung publik wurde, in der der Informatiker Jonathan Mayer die Praxis detailliert beschreibt, hatte Google die Technik abgeschaltet. Dennoch hatte in den USA laut Angaben des "Wall Street Journal" die US-Handelsbehörde FTC den Fall untersucht. Auch die Staatsanwälte mehrerer Bundesstaaten hatten Ermittlungen aufgenommen.

jjc/dapd


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