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Online-Archiv: Deutsche Digitale Bibliothek gestartet

Es ist eine Art deutsche Antwort auf Google Books: Am Mittwoch ist die Deutsche Digitale Bibliothek gestartet, ein Online-Archiv für Kunst und Kultur, das die Exponate und Schätze von Museen und Bibliotheken digital verfügbar machen soll. Bislang aber noch als Beta-Version.

Deutsche Digitale Bibliothek: Derzeit noch "beta" Zur Großansicht

Deutsche Digitale Bibliothek: Derzeit noch "beta"

Berlin - Die Deutsche Digitale Bibliothek, ein gemeinsames Internetportal der Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland, ist in einer ersten Version gestartet. Vertreter von Bund und Ländern schalteten am Mittwoch in Berlin den Zugang zu der Datenbank frei. Unter der Adresse www.deutsche-digitale-bibliothek.de kann jedermann jetzt in dem öffentlichen Bestand nach Büchern, Bildern, Filmen, Noten und Musikstücken suchen. Derzeit trägt das Angebot noch die Bezeichnung "beta" im Titel, als Hinweis darauf, dass es sich um ein noch im Aufbau befindliches Projekt und nicht die finale Version der Seite handelt.

"Das ist eine wirkliche Demokratisierung von Kunst und Kultur", sagte Vorstandssprecher Hermann Parzinger bei der Vorstellung. Bisher sind 5,6 Millionen Datensätze von 90 Einrichtungen zugänglich. Im kommenden Jahr soll der Regelbetrieb anlaufen.

Die Digiale Bibliothek soll eine "digitale Kultur- und Wissenschaftslandkarte" werden, eine Plattform, auf der man sich "auch mit Gleichgesinnten zu einem Thema austauschen" kann. Die Seite solle künftig auch "virtuelle Museumsbummel" ermöglichen, etwa über 3-D-Betrachtungen von Skulpturen und Kulturdenkmälern. Zum Teil lassen sich Bilder von Kunstobjekten direkt auf der Seite ansehen, anderswo wird auf die Angebote der zahlreichen kooperierenden Institutionen verlinkt. Dort kann man dann etwa digitalisierte Bücher online lesen. Zum Teil finden sich die Resultate aber auch direkt auf den Seiten der Deutschen Digitalen Bibliothek - so kann man sich alte Schellackplatten von Werken Schillers oder Goethes anhören.

Auch Objekte, die "aus konservatorischen Gründen nicht zugänglich sind", könnten nun für jedermann verfügbar gemacht werden, so Parzinger. Das Imagevideo, das zur Eröffnung auf die Seite gestellt wurde, verspricht außerdem: "Selbstverständlich werden dabei Urheberrecht und Datenschutz gewahrt."

Bislang sind über 1800 Einrichtungen an dem Projekt beteiligt, darunter Museen, Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und Archive. Die digitale Bibliothek sei ein Großprojekt, das "immer weiter wachsen und letztlich nie zu Ende sein" werde, so Parzinger.

Mit der Bibliothek möchten Bund und Länder auch Projekten wie der Leseplattform Google Books etwas entgegensetzen. Für den Aufbau der Infrastruktur hat der Bund bis Ende 2011 8,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Als Anschubfinanzierung steckten Bund und Länder bis heute weitere 7,8 Millionen in das Projekt. Pro Jahr sollen weiterhin 2,6 Millionen Euro für den Betrieb bereitstehen - vorerst allerdings nur bis 2015. Dann wird neu über die Finanzierung verhandelt.

cis/dpa

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Eine bessere Linksammlung
papeteries2 29.11.2012
Nun ja, leider empfinde ich das Portal als eine bessere Linksammlung. Zur Nofretete gibt es ein Bild und einen Text, mehr nicht. Innovativ wäre die Möglichkeit, sie rotieren zu können, eine starke Zoomstufe o.ä. Aber nix da. Ein anderes Beispiel ist ein Buch, das ich dort gesucht habe. Wieder nur ein Coverbild und der Link zu vorhaltenden Bibliothek, erst dort dann die Möglichkeit die Einzelseiten anzuschauen. Wo bitte ist das innovativ? Und was daran kostet die im Artikel genannten Millionen? Schön wäre es gewesen alte Bücher als PDF ziehen zu können, gerne noch mit OCR dahinterliegend, wie es z.B. die Humboldt-Uni (allerdings gebührenpflichtig) anbietet. Schade - und teuer für die Steuerzahler...
2. Urheberrechte
GeBrau 29.11.2012
Jeder kleine Schüler wird mit Unsummen vor Gericht verklagt, wenn er ein Musikstück oder ein E-Book öffentlich uploadet. Öffentlich-rechtliche Institutionen dürfen aber offensichtlich hemmungslos nicht nur alte Bücher, sondern auch neuere ohne Rücksicht auf Urheberrechte öffentlich machen. Der Diebstahl geistigen Eigentums wird immer gern beim kleinen Bürger angeprangert. Und auch gern, wenn es gegen Google geht. Aber selbst schert man sich offenbar keinen Deut um Recht und Gesetz.
3. im prinzip nicht schlecht...
Liquid 29.11.2012
außer dass die ganze geschichte sicher wieder unmengen an geld verschlungen hat. aber an die leichtigkeit von http://www.googleartproject.com wird diese seite leider nicht kommen. wenn man schon ein gegenstück zu google machen will dann richtig und vor allem. Alles, alle kirchenbücher, alle dokumente, bestände aus den weltkriegen und, und, und; denn dann macht recherche auch richtig spaß.
4. geldverschwendung
lexicon 29.11.2012
Man investiert in die konservierung von altem, überholten wissen, statt in den fortschritt zu investieren. Was aussieht wie eine informationsquelle, wird von den urheberrechten stark eingeschränkt. Internet und digitale archivate werden zukünftig sowieso durch bessere formate ersetzt. Mit dem geld hätteman lieber ein altes museum restaurieren können oder direkt an schulen investiert.
5. Nun...
Atomkrafteimer 29.11.2012
Zitat von papeteries2Nun ja, leider empfinde ich das Portal als eine bessere Linksammlung. Zur Nofretete gibt es ein Bild und einen Text, mehr nicht. Innovativ wäre die Möglichkeit, sie rotieren zu können, eine starke Zoomstufe o.ä. Aber nix da. Ein anderes Beispiel ist ein Buch, das ich dort gesucht habe. Wieder nur ein Coverbild und der Link zu vorhaltenden Bibliothek, erst dort dann die Möglichkeit die Einzelseiten anzuschauen. Wo bitte ist das innovativ? Und was daran kostet die im Artikel genannten Millionen? Schön wäre es gewesen alte Bücher als PDF ziehen zu können, gerne noch mit OCR dahinterliegend, wie es z.B. die Humboldt-Uni (allerdings gebührenpflichtig) anbietet. Schade - und teuer für die Steuerzahler...
Nunja, es handelt sich noch um eine Beta-Version. Und selbst nach der Release-Stufe gibt es noch viel Ausbaukapazität. Es ist ein Anfang und die Grundidee ist nicht schlecht. Erinnern Sie sich zufällig noch, wie Google damals angefangen hat? Und was daran Millionen kostet... glauben Sie ein Datenbanksystem dieser Größe erstellt, verwaltet und füttert sich von allein? Hinzu kommen noch Datentraffic, Server, Verwaltung und Organisation. 8,5 Millionen, davon 2,5 für den Betrieb können da, je nach dem, durchaus realistisch sein. Nein, dürfen sie natürlich genau so wenig wie alle anderen auch. Also reden Sie keinen Blödsinn. Diese Einrichtungen besitzen entweder die entsprechenden Nutzungsrechte (z.B. vom Urheber selbst eingeräumt) oder die Urheberrechtsnansprüche sind längst verfallen. That's all.
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