Google kann neuerdings auf Länderbasis Sperrungen bei seinem Blog-Dienst "Blogger" vornehmen. Warum und wie, das erklärte der Konzern bereits vor einigen Wochen in einem Zusatz in den Support-Erläuterungen. Da Google die Änderungen jedoch nicht gesondert ankündigte, macht erst jetzt ein Bericht auf Techdows darauf aufmerksam.
Auf der Blogger-Support-Seite findet sich ein am 9. Januar aktualisierter Abschnitt. Demnach können die Blogs auf länderspezifische Domains umgeleitet werden. So kann aus einer Adresse, die normalerweise blogspot.com enthält, eine Adresse mit der deutschen Top-Level-Domain werden, also blogspot.de.
Die Neuerung wird mit einer Optimierung erklärt: Inhalte könnten so auf Länderbasis organisiert werden, "was die Konsequenzen auf möglichst wenige Leser reduziert". "Das erlaubt uns, freie Meinungsäußerung und verantwortungsvolles Veröffentlichen weiterhin zu unterstützen, während wir flexibler mit rechtmäßigen Löschanfragen umgehen können", heißt es beim Blogger-Support zur Erklärung der Maßnahme.
Sprich: Wie bei Twitter kann künftig auch der Google-Dienst Blogger Inhalte in einzelnen Ländern ausblenden, die anderswo jedoch weiterhin abrufbar bleiben. So könnte ein Blog mit Nazi-Parolen in Deutschland beschnitten werden, während andere Staaten die hierzulande verbotenen Inhalte weiterhin zu sehen bekommen.
Twitter hatte in der vergangenen Woche eine Änderung bekanntgegeben, die sich derselben Thematik annimmt: dem regionalen Ausfiltern einzelner Inhalte, sofern gesetzlich notwendig und eingefordert. Im Grunde, so beschrieb es das Unternehmen, sei der Mechanismus eine Verbesserung, da diese Inhalte bislang global hätten entfernt werden müssen.
In den geänderten Blogger-Richtlinien findet sich auch ein Absatz, der auf ein Schlupfloch hinweist: Als Blog-Leser könne man mit dem Zusatz /ncr - das steht für "No Country Redirect" - eine Weiterleitung auf eine länderspezifische URL verhindern und weiterhin das gewünschte Blog ansteuern. Ähnlich ist es bei Twitter: Der Sperrmechanismus ließe sich leicht umgehen, schreibt Netzwertig da kein IP-Geoblocking eingesetzt werde, also nicht endgültig auf Grundlage der IP-Adresse blockiert würde.
Google wollte sich auf Anfrage im Laufe des Vormittags dazu äußern.
can
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Netzpolitik | RSS |
| alles zum Thema Google | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH