Drogenkrieg in Mexiko Unbekannte köpfen mutmaßlichen Anti-Kartell-Blogger

Wer nicht schweigt, muss um sein Leben fürchten: Unbekannte haben in einer mexikanischen Grenzstadt einen Mann enthauptet und die Leiche öffentlich zur Schau gestellt. Vieles deutet darauf hin, dass ein Drogenkartell die Tat in Auftrag gab, um Web-Nutzer einzuschüchtern. 


Nuevo Laredo - In Nuevo Laredo, einer Stadt an der Grenze zu den Vereinigten Staaten, haben Unbekannte einen jungen Mann ermordet. Die Täter legten den Leichnam des Enthaupteten und seinen Kopf an einem Denkmal in der Stadt ab. Neben der Leiche wurde ein handgeschriebenes Plakat mit einer Drohung gegen Internetnutzer und Blogger abgelegt, berichten mexikanische Medien.

Dem Plakat zufolge war das Opfer in einem Anti-Drogenkartell-Forum im Netz aktiv. Die Täter behaupten, das Online-Pseudonym des Manns zu kennen: "Ich bin Rascatripas und das hier ist mir widerfahren, weil ich nicht verstanden habe, dass ich bestimmte Dinge nicht in Social Networks verbreiten sollte."

Die Täter erwähnen in der Botschaft auch die ermordete Journalisten "La Nena from Laredo", ihr sei das gleiche Schicksal widerfahren. Die Leiche von María Macías Castro, Chefredakteurin der Tageszeitung "Primera Hora" und Bloggerin war Ende September am selben Denkmal abgelegt worden.

Mitte September hatten Unbekannte in Nuevo Laredo einen jungen Mann und eine junge Frau ermordet. Die Leichen hingen an einer Fußgängerbrücke über einer Straße. In der Nähe hatten die Täter zwei Schriftstücke platziert, die Hinweise auf mögliche Hintergründe der Tat geben: "Das wird allen widerfahren, die merkwürdige Dinge im Netz veröffentlichen", stand auf einem Pappschild. Die Nachricht soll einige Blogs und Foren namentlich erwähnen, die über Gewalttaten der Drogenkartelle berichten: Frontera al Rojo Vivo und das Blog Del Narco. Unterzeichnet war diese Nachricht mit Z - möglicherweise ein Kürzel des Kartells Los Zetas.

Seit Jahren kämpfen in Mexiko Gangs gegeneinander und gegen Armee und Polizei. Präsident Felipe Calderón rief nach seinem Amtsantritt 2006 eine Militäroffensive gegen die Drogenkartelle aus, seitdem wurden laut Angaben der Behörden landesweit mehr als 45.000 Menschen getötet. Im Jahr 2010 wurden nach Regierungsangaben 15.273 Menschen im Drogenkrieg ermordet.

Als Teil des Anonymous-Kollektivs auftretende Online-Aktivisten haben angekündigt, gegen Korruption und Gewalt in Mexiko vorgehen zu wollen. Man werde " Gegenmaßnahmen ergreifen", heißt es in einer Videobotschaft der Netzbewegung. Offenbar haben die Aktivisten Zugriff auf ein Archiv mit Zehntausenden abgefangenen E-Mails aus Behörden, das sie nun auswerten.

lis



Forum - Wie kann Mexiko der Rauschgiftmafia entkommen?
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Seite 1
Skandalos, 30.07.2010
1.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Durch die Legalisierung von Drogen in den USA. Dort gibts ja eine aktuelle Initiative, die sich großer Unterstützung quer durch alle Parteien erfreut. Prohibition funktioniert einfach nicht.
karmamarga 30.07.2010
2. Wie entkommen?
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Den Shabab-Milizen das Land schenken. Dann weiss jeder im Land mit wem oder was er es zu tun hat. So wie jetzt geht die Sache endlos weiter.
Ohli 30.07.2010
3. Keine Macht der Drogenmafia
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Die Abteilung der UN, die sich des Themas Drogen angenommen hat, gibt auf ihren jählich stattfindenden Konferenzen in Wien seit 2 Jahren bekannt, das der "War on Drugs", der hauptsächlich in den 80er Jahren von Ronald Reagan proklamiert wurde, verloren ist. Jahrzehnte in denen Milliarden für die Strafverfolgung ausgegeben wurden, umsonst. Der weltweite illegale Drogenanbau hat sich erhöht, die Verkaufszahlen und der Umsatz haben sich erhöht (geschätzte 500 Milliarden US-Dollar wurden im vergangenen Jahr weltweit mit illegalen Drogen umgesetzt). Weiter so wie bisher, bedeutet weitere Profite für die organisierte Kriminalität, weiter Korruption, weiter mit dem Elend und Leid. Eine drogenfreie Gesellschaft ist eine Illusion, sagte einmal der Drogenbeauftragte der Regierung Kohl, Eduard Lintner. Das Ziel muss eine staatlich regulierte Vergabe aller zur Zeit illegalen Drogen sein. Wie eine erfolgreiche Drogenpolitik aussehen kann, zeigt der "Frankfurter Weg" und deren Projekt mit der Heroinvergabe an schwerstabhängige. Regulierung statt Repression, Akzeptanz und Toleranz, statt Stigmatisierung und Strafverfolgung von Konsumenten. Es wäre auf jeden Fall eimal wünschenswert, wenn man sich sachlich und pragmatisch mit dem Thema Drogen auseinandersetzen würde, statt wie bisher polemisch und emotional. Einen schönen Tag noch, wünscht Ohli
Roller, 30.07.2010
4.
Zitat von sysopGrausige Morde, blutige Kämpfe: In Mexiko eskaliert der Drogenkrieg. Tausende Soldaten haben die Grenzregion zu den USA nicht befrieden können. Politiker, Unternehmer, Polizei - viele sind in die Geschäfte der mächtigen Dealer verstrickt. Wie kann das Land der Rauschgiftmafia entkommen?
Ganz einfach: die Legalisierung aller Drogen.
obi wan 30.07.2010
5. Gegen jede Art von Titeln und Orden!!!!
Keine Ahnung wie Mexiko entkommen kann. Ich kann nur sagen: Sicher nicht durch so politisch vielleicht korrekte aber vollkommen nutzlose Konzepte wie Rauschgift legalisieren, Dialog suchen u.ä. Mal sehen wann hier die Ersten hier auftauchenk, die so etwas als alleiniges Allheilmittel ernsthaft verkaufen wollen.
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