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"DroidJack": Polizei durchsucht Wohnungen von Software-Käufern

Nutzer mit Android-Handy (Symbolbild): "DroidJack" kann Daten fürs Onlinebanking ausspähen und unbemerkt Bilder knipsen Zur Großansicht
DPA

Nutzer mit Android-Handy (Symbolbild): "DroidJack" kann Daten fürs Onlinebanking ausspähen und unbemerkt Bilder knipsen

Käufer der Spähsoftware "DroidJack" haben Besuch von Ermittlern bekommen. 13 Wohnungen wurden in Deutschland durchsucht, den Verdächtigen wird Computerbetrug vorgeworfen. Die Software könne man gar nicht legal nutzen, behaupten die Ermittler.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main ist in einer groß angelegten Razzia gegen Käufer der Software "DroidJack" für Android-Smartphones vorgegangen. Polizeibeamte durchsuchten die Wohnungen von 13 Verdächtigen in mehreren Bundesländern. Den Käufern der Software wird das verbotene Ausspähen von Daten und Computerbetrug vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bei der Aktion in Zusammenarbeit mit der europäischen Polizeibehörde Europol wurden auch in Großbritannien, Frankreich, Belgien und der Schweiz Wohnungen durchsucht. In Deutschland handelte es sich bei den Verdächtigen um Personen zwischen 19 und 51 Jahren aus Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Ihnen wird vorgeworfen, 2014 und 2015 die Smartphone-Spähsoftware "DroidJack" online gekauft und eingesetzt zu haben. Das Programm nehme Handys mit dem Google-Betriebssystem Android ins Visier und könne diese vollständig überwachen. Beispielsweise könne der Datenverkehr beobachtet werden. Ebenso könnten Software-Nutzer Telefon- und Umgebungsgespräche abhören und mit der Smartphone-Kamera Bilder machen - ohne Wissen des Telefonbesitzers.

Ausspionieren von Daten fürs Onlinebanking

Außerdem könnten von dem infizierten Gerät Telefonanrufe gestartet und SMS verschickt, Daten eingesehen und verändert sowie der Standort des Smartphones lokalisiert werden. Insbesondere eigne sich die Software zum Ausspionieren von Onlinebanking-Daten wie Handy-Transaktionsnummern (mTan). Beim mTan-Verfahren muss ein Bankkunde eine Überweisung mit einer Tan-Nummer bestätigten, die ihm per SMS auf das Handy geschickt wird. "DroidJack" kann die Ziffernfolge abgreifen.

Die Smartphones sind laut den Ermittlern unter anderem über manipulierte Apps, etwa ein Spiel, infiziert worden. Die Schadsoftware sei so konstruiert, dass sie auch von versierten Smartphone-Nutzern nicht ohne Weiteres entdeckt werden könne.

Ist eine legale Nutzung der Software denkbar?

Nach Aussage der Strafverfolger ist "DroidJack" kein legales Werkzeug, mit dem beispielsweise IT-Firmen Sicherheitstests vornehmen könnten. Das Programm diene "ausschließlich dazu, kriminelle Handlungen zu begehen". Eine gewagte Aussage - schließlich gehen sogenannte Penetration-Tester, also Hacker mit Firmenauftrag, oft unkonventionelle Wege, wenn es darum geht, im Auftrag ihrer Kunden deren eigene Systeme anzugreifen.

Im Internet hat sich bereits ein angeblicher Nutzer zu Wort gemeldet. Er sei von der Hausdurchsuchung betroffen, dabei habe er die Software als Test Engineer nur für "private Zwecke" genutzt. Ein IT-Sicherheitsexperte sagte SPIEGEL ONLINE, er könne sich vorstellen, eine solche Software für einen entsprechenden Sicherheitstest ebenfalls zu kaufen. SPIEGEL ONLINE hat eine Anfrage an die Staatsanwaltschaft gestellt, wie sie zu ihrer Einschätzung kommt.

Angaben über die Höhe des möglichen Schadens durch das Schadprogramm konnte die Staatsanwaltschaft noch nicht machen. Der Anbieter der Software gebe sich im Netz nicht offen zu erkennen und sitze vermutlich in Indien, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle der Nachrichtenagentur dpa. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte er nicht sagen, wie die Fahnder an die Liste der Käufer von "DroidJack" gekommen sind.

juh/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 66 Beiträge
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1. Nichts Schlimmes.
frank_w._abagnale 28.10.2015
Ich habe diese Software auch genutzt, um das "Tun" meiner Außendienstler zu verfolgen. Zwei Mitarbeiter konnte ich darauf hin wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Mir hat Droidjack also geholfen und ich kann daran nichts Schlimmes erkennen.
2. unhaltbar
bunhuelo 28.10.2015
Gibt es überhaupt Opfer dieser theoretisch vorhergesagten und vermutlich größtenteils gänzlich fiktionalen Computercyberterrorismus!!1!!-Gewalttaten? Wie kommt eine Staatsanwaltschaft denn dazu, derartig schwerwiegende Repressalien gegen Leute einzuleiten, die sich einfach nur eine Software gekauft haben - ohne, dass die betreffende Staatsanwaltschaft kreativ oder wenigstens kompetent genug ist, die legalen Nutzungsmöglichkeiten zu erkennen? Was kommt denn als nächstes - werde ich eingelocht, weil ich mit meinem GCC eventuell Cyberwaffen kompilieren könnte?
3. Ich hoffe für sie
felisconcolor 28.10.2015
Zitat von frank_w._abagnaleIch habe diese Software auch genutzt, um das "Tun" meiner Außendienstler zu verfolgen. Zwei Mitarbeiter konnte ich darauf hin wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Mir hat Droidjack also geholfen und ich kann daran nichts Schlimmes erkennen.
das sie mit den Mitarbeitern vorher den Einsatz in einer entsprechenden Vereinbarung angekündigt haben und ihre Mitarbeiter diese Vereinbarung gegen gezeichnet haben. Ansonsten war der Einsatz zur "Bespitzelung" ihrer Mitarbeiter illegal. Leider sind Mitarbeiter heute immer noch zu eingeschüchtert auf eine solche Kündigung nicht sofort mit einer Kündigungsschutzklage zu antworten. Ausserdem illegale Computerausspähung etc. etc. Hätten sie das mit mir gemacht würde mir heute ihre Firma gehören. Nur mal ein guter Tip. Ansonsten finde ich die Aktion der Staatsanwaltschaft nach den hier dargelegten Fakten für überzogen. Und die Hausdurchsuchungen unverhältnismässig.
4. Detektive
slartibartfas42 28.10.2015
Detektive nutzen ähnliche Software zum spionieren warum dann nicht auch Otto normal verbraucher,z.b. ehefrauen die ihre Männer überwachen ob sie fremd gehen, oder oder oder viele Haushalts Anwendungen sind möglich, naja schade
5. Legal, Illegal, Scheißegal
Here Fido 28.10.2015
Zitat von frank_w._abagnaleIch habe diese Software auch genutzt, um das "Tun" meiner Außendienstler zu verfolgen. Zwei Mitarbeiter konnte ich darauf hin wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Mir hat Droidjack also geholfen und ich kann daran nichts Schlimmes erkennen.
Sie können daran nichts Schlimmes erkennen, weil Sie sich selbst hemmungslos illegaler Methoden bedienen und damit hier auch noch prahlen.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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