E-Book-Rechte: Buch bleibt Buch

Punktsieg für die Verlagswelt: Der Versuch einer Literaturagentur, an den Verlagen vorbei E-Books von Bestsellern exklusiv bei Amazon zu veröffentlichen, ist gescheitert. Der Verlag Random House setzte sich durch. Teil des Deals soll aber eine Sondervergütung für digitale Veröffentlichungen sein.

Amazons Preisattacke: Mit Kampfpreisen gegen Apples iPad Fotos
REUTERS

Am Ende stand eine Einigung, über die sich alle Beteiligten - wie im Geschäftsleben üblich - mächtig erfreut zeigten: Sie markiert das Ende eines in den USA reichlich öffentlich und heftig geführten Streits über die Veröffentlichungsrechte für digitale Editionen von Büchern (E-Books). Die Literaturagentur The Wylie Agency hatte angekündigt, exklusiv über Amazon und nur im Kindle-Format 13 Bestseller, deren Rechte die Agentur zum Teil vertritt, veröffentlichen zu wollen.

Zum Teil, denn das Copyright - der Begriff bedeutet Verwertungs- und nicht etwa Urheberrecht - an den Werken liegt bei Random House. Der Buchverlag bestand darauf, dass das auch die digitalen Rechte einschlösse - eine von Verlagen in vielen Ländern vertretene Position. Die Literaturagentur sah das anders, weil sie und ihre Autoren am Erfolg solcher E-Books zu wenig partizipierten und ging eigene Wege - worauf Random House die Zusammenarbeit mit ihr abbrach. Nach wenigen Tagen gab Wylie klein bei. Vordergründig ein Sieg für den Verlag, der nun auch die digitalen Buchrechte verteilen will - und ausdrücklich nicht exklusiv an Amazon, sondern an alle kooperierenden Händler.

Bei der Agentur dürfte sich der Ärger darüber in engen Grenzen halten, denn der Alleingang hat sowohl ihr als auch den Autoren der Bücher durchaus etwas gebracht: Teil der Vereinbarung ist eine nicht näher bezifferte Sondervergütung für die digitalen Rechte - nicht nur in den USA bisher durchaus keine Selbstverständlichkeit.

E-Books werden im Buchmarkt immer wichtiger. Marktführer als Händler wie Anbieter von Lesegeräten ist nach wie vor Amazon, das kürzlich eine neue, preiswertere Version seines Kindle-Readers vorstellte (siehe Bildergalerie). Die, gab Amazon am Donnerstag bekannt, sei trotz der Konkurrenz durch Tablet-PC wie Apples iPad schon jetzt ein Bestseller - von keinem Kindle seien in kürzerer Zeit mehr Geräte verkauft worden. Konkreter wird Amazon wie üblich nicht.

Nachdem der E-Reader-Boom durch die Veröffentlichung des iPad kurzzeitig gebrochen schien, wird es in diesem Herbst eine Reihe neuer Produkte auf dem Markt geben. Auch deutsche Verlage und Handelsketten engagieren sich mit einigen Jahren Verspätung zunehmend in dem Marktsegment. Für die Ifa, die am 3. September in Berlin beginnt, erwartet die Branche interessante Neuvorstellungen in dieser Hinsicht.

pat

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