Nach NSA-Enthüllungen Edward Snowden für den Friedensnobelpreis nominiert

Norwegische Politiker haben den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden für den Nobelpreis vorgeschlagen: Seine Enthüllungen hätten zu einer friedlicheren Weltordnung beigetragen.

Whistleblower Edward Snowden: Die Preisverleihung wäre am 10. Dezember
AFP/ Channel 4

Whistleblower Edward Snowden: Die Preisverleihung wäre am 10. Dezember


Oslo - Der amerikanische Enthüller Edward Snowden ist für den Friedensnobelpreis nominiert worden. Zwei Politiker der Sozialistischen Linkspartei Norwegens (SV) haben den ehemaligen Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes NSA am Mittwoch offiziell vorgeschlagen.

Auf der Webseite der Partei heißt es zur Begründung: "Die öffentliche Debatte und die politischen Veränderungen, die auf seine Enthüllungen folgten, haben zu einer stabileren und friedlicheren Weltordnung beigetragen. Sein Tun hat dazu geführt, dass Vertrauen und Transparenz wieder zu Leitprinzipien in Sicherheitsfragen wurden."

Die Frist, bis zu der Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert werden können, läuft am Samstag aus. Vorschlagsberechtigt ist nur eine ausgewählte Gruppe von Menschen, darunter auch Parlamentsabgeordnete. Der Friedensnobelpreis wird jedes Jahr am 10. Dezember in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen.

Völlig unklar ist derzeit, ob Snowden zu einer eventuellen Preisverleihung nach Oslo reisen könnte. Noch bis zum Sommer genießt er Asyl in Russland. Zwar gibt es weltweit Fürsprecher, die beispielsweise dafür plädieren, ihn in Deutschland oder Brasilien aufzunehmen. Konkrete Angebote an den Mann, der von den USA wegen Hochverrats verfolgt wird, stehen aber aus.

mak/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 102 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gantenbein3 29.01.2014
1. Sehr gut
Zitat von sysopAFPNorwegische Politiker haben den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden für den Nobelpreis vorgeschlagen: Seine Enthüllungen hätten zu einer friedlicheren Weltordnung beigetragen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edward-snowden-fuer-den-friedensnobelpreis-nominiert-a-946248.html
Der Friedensnobelpreis wäre so eine Art Schwert, mit dem sich der um Snowden geschlungene gordische Knoten durchhauen ließe. Denn einen Friedensnobelpreisträger werden die US-Gerichte wohl nicht einbuchten. Auf alle Fälle ist Snowden des Friedensnobelpreises würdiger als Obama.
Ausfriedenau 29.01.2014
2. Bravo
Zitat von sysopAFPNorwegische Politiker haben den ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden für den Nobelpreis vorgeschlagen: Seine Enthüllungen hätten zu einer friedlicheren Weltordnung beigetragen. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/edward-snowden-fuer-den-friedensnobelpreis-nominiert-a-946248.html
Eine edle Tat der Linkspartei in Norwegen. Selten hat eine Person den Nobelpreis so verdient wie Snowden. Sollte er tatsächlich den Preis bekommen, werden die USA es wohl nicht mehr versuchen, ihn zu killen.
Typisch Deutscher 29.01.2014
3. Undebingt!!!!
Und für das Bundesverdienstkreuz bitte auch noch! Schließlich hat er aufgedeckt, dass die Kanzlerin abgehört wird! Und wo bleibt eigentlich die Petition für Snowdens Asyl in Deutschland? Statt einem Menschen wie Snowden zu helfen, machen diese Leute hier eine Petitions-Show gegen so einen völlig unwichtigen TV-Moderator....
mrschabak 29.01.2014
4. Nobelpreis Ja - aber nicht für Frieden
Der Mann hat für seinen beispiellosen Mut zur Enthüllung dieses ganzen NSA-Skandals einen Nobelpreis verdient. Aber die Begründung er habe dadurch mehr Frieden geschaffen halte ich für mehr als kontrovers: Dieser Mann hat durch seine Aktion einen Krieg auf seine Person selbst erklärt. Die NSA und eine Vielzahl von Amerikanern wollen diesen Mann tot sehen. Gleichzeitig hat die Enthüllung dieses Skandals, so überfällig und notwendig sie auch war, das Verhältnis zwischen den U.S.A. und anderen Nationen wie Deutschland massiv verschlechtert. Wie gesagt, Snowden verdient das höchste Ausmaß an Respekt für seine Tat, aber den Weltfrieden hat er im Zweifelsfall mit dieser Aktion sogar eher gefährdet als verbessert.
friedrich_eckard 29.01.2014
5.
Gysi hatte das ja schon in einer Bundestagsrede angeregt, aber die LINKE im Bundestag gehört wohl nicht zum Kreise der Vorschlagsberechtigten - oder hat da jemand gepennt? Jedenfalls verdienen die norwegischen Linksabgeordneten allen Dank für ihre Initiative - und jetzt gilt es natürlich, die internationale Öffentlichkeit zu mobilisieren. Da müsste es doch in Zeiten des Internet noch ganz andere Möglichkeiten geben als die, die in einem entfernt vergleichbaren Falle die Unterstützer Ossietzkys zur Verfügung hatten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.