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Whistleblower: Snowden nennt Bedingung für Rückkehr in die USA

Snowden (Videotelefonat Juni 2015): Whistleblower droht lange Haftstrafe Zur Großansicht
AFP

Snowden (Videotelefonat Juni 2015): Whistleblower droht lange Haftstrafe

Er lebt in Russland - doch Edward Snowden würde in seine Heimat USA zurückkehren, sofern ihm die Regierung einen fairen Prozess garantiert. Dem Whistleblower droht eine lange Haft.

Im Juni 2013 outete sich Edward Snowden als Whistleblower. Zuvor hatte der "Guardian" erstmals über bis dahin unbekannte Überwachungsprogramme amerikanischer und britischer Geheimdienste berichtet. Die Dokumente hatte Snowden zur Verfügung gestellt.

In einem Videointerview hat der Whistleblower nun erklärt, dass er sich in die USA ausliefern lassen würde, sofern ihm die Regierung einen fairen Prozess zusichert. Snowden sprach via Skype mit Teilnehmern des New Hampshire Liberty Forum, das für mehr Bürgerrechte und gegen staatliche Überwachung kämpft.

"Ich habe der Regierung gesagt, dass ich zurückkommen würde", sagte Snowden. Bedingung sei aber ein fairer Prozess, in dem er sich öffentlich verteidigen dürfe und auch begründen könne, warum er geheime Informationen publik gemacht habe. Dann sollte eine Jury über ihn entscheiden, sagte der IT-Spezialist. Schon 2014 hatte er deutlich gemacht, dass er gern in die USA zurückkehren würde. "Ich bin kein Spion", sagte er damals.

Anklage wegen Spionage und Geheimnisverrat

Snowden hatte als externer IT-Mitarbeiter der National Security Agency (NSA) Dokumente über die weltweiten Überwachungsprogramme des US-Geheimdiensts an sich gebracht und über Journalisten verbreiten lassen. Seit Juni 2013 hält sich Snowden in Russland auf, das ihm Asyl gewährte. In seiner Heimat USA droht ihm ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrats und eine lange Haft.

Im Oktober hatte das Europäische Parlament die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Schutz zu gewähren. In einer Resolution für mehr Datenschutz appellierte das Parlament an die EU-Länder, jegliche Strafverfolgung gegen Snowden fallen zu lassen und angesichts seines Status als "Enthüller und internationaler Verteidiger von Menschenrechten" seine Ausweisung oder Überstellung durch eine dritte Partei zu verhindern.

hda/AP

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1. Heimat
ReinhardHasch 21.02.2016
Es ist halt kein Leben in der sowj. Republik wenn man die USA gewöhnt ist. Da fehlt halt so manches. Einen fairen Prozess bekpmmt er doch automatisch, das schreibt das Gesetz doch vor und die Presse wird schon darauf achten. All das hätte er mit Vernunft früher haben können.
2.
wernerz 21.02.2016
Mit einer Rückkehr in die USA würde der Mann sein Todesurteil unterschreiben. Man braucht dabei nur angesichts der Begeisterung grosser Teile des amerikanischen Volkes für einen Chaoten namens Trump zu konstatieren, was in Gottes grossartigem Land unter Demokratie verstanden wird.
3. und trotzdem verhalten sich unsere Oberen hier hasenfüßig
woistmeinaccount 21.02.2016
Nicht die Existenz der Überwachungsmechanismen ist der Skandal, sondern das Leugnen und Aussitzen durch sämtliche hiesigen Regierungen. Nichts fürchten sie mehr als Transparenz.
4. unmöglich
o.schork 21.02.2016
In den USA wird ein Exempel statuiert werden. Fairness wird ihm nicht widerfahren.
5. Und das glauben Sie im Ernst?
BeschwörungsRheotetiker 21.02.2016
Zitat von ReinhardHaschEs ist halt kein Leben in der sowj. Republik wenn man die USA gewöhnt ist. Da fehlt halt so manches. Einen fairen Prozess bekpmmt er doch automatisch, das schreibt das Gesetz doch vor und die Presse wird schon darauf achten. All das hätte er mit Vernunft früher haben können.
Nee,oder?! Einen fairen Prozess weil es "das Gesetz vorschreibt" ?! Der Mann hat zum Teil Straftaten aufgedeckt, staatliche Ungesetzmäßigkeiten sozusagen, das wird in der Anklage aber höchstwahrscheinlich keine Rolle spielen. Eigentlich ist es als US-Bürger seine Pflicht soetwas öffentlich zu machen. Und was passiert Whistleblowern in der Praxis, auch wenn die Theorie noch so schöngeredet wird?
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