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Prozess in den USA: Eltern sollen für Facebook-Aktivitäten ihrer Kinder haften

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DPA

Facebook-Logo: Frage nach Verantwortung der Eltern

Eine Schülerin soll mit einem gefälschten Facebook-Profil eine Mitschülerin lächerlich gemacht haben. Vor Gericht stehen nun die Eltern.

Ein Ehepaar im US-Bundesstaat Georgia muss womöglich für die Facebook-Aktivitäten ihrer Tochter geradestehen. Es geht um ein gefälschtes Facebook-Profil, mit dem die Tochter eine Mitschülerin vor drei Jahren gemobbt haben soll. Ein Berufungsgericht hat am Dienstag eine Klage wegen Verleumdung für zulässig erklärt.

Die Eltern könnten nun zur Verantwortung gezogen werden, weil das Facebook-Profil fast ein Jahr lang online war. Das gemobbte Mädchen hatte bereits 2011 durch ihre Eltern Klage eingereicht. Neben der Tochter soll ein weiterer Schüler an dem Mobbing beteiligt gewesen sein.

Auf dem Facebook-Profil waren verfälschte Fotos erschienen. In Beiträgen wurde der Anschein erweckt, das Mädchen sei rassistisch, befinde sich in psychologischer Behandlung und konsumiere Drogen. Die Berufungsrichter erklärten in ihrer Stellungnahme: "Einige dieser Beiträge waren offen rassistisch, sexuell oder in anderer Weise anstößig."

Wie das "Atlanta Journal-Constitution" berichtet, beschwerte sich das Mädchen zunächst bei der Schuldirektorin. Die daraufhin zu ihr zitierten Schüler gaben ihre Schuld zu und wurden zwei Tage vom Schulbesuch suspendiert. Die informierten Eltern hätten jedoch nichts unternommen, damit die Facebook-Seite verschwindet.

Erst, als die Eltern des gemobbten Mädchens im April 2012 eine Klage anstrengten, verschwand die Fake-Seite. Die Eltern des beklagten Jungen gingen zunächst erfolgreich gegen die Beschuldigungen vor. Diese Entscheidung wurde jedoch jetzt vom Berufungsgericht wieder umgestoßen. Die Eltern des beklagten Mädchens reagierten nicht, gegen sie erging ein Säumnisurteil. Nun muss das Verfahren vor einer niedrigeren Instanz erneut aufgerollt werden.

meu

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insgesamt 26 Beiträge
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1. genauso
lyssi 16.10.2014
kann es nur funktionieren. Uns Eltern muss unsere Verantwortung deutlich gemacht werden.
2. Interessant wäre zu wissen...
lari-fari-i 16.10.2014
Interessant wäre zu wissen, wie das hier in D wäre. Haften Eltern tatsächlich für ihre Kinder? Habe gehört das it eigentlich gar nicht wahr. Juristen hier? :)
3. Sicheres Internet
ärgerhochzwei 16.10.2014
Wer hat die Verantwortung für das Internet, wer ist verantwortlich? Einmal kurz nachdenken ............. ist es das Milliarden schwere Unternehmen das die Plattform zur Verfügung stellt und damit jede Menge Geld verdient, oder ist es die Mutter oder Vater der den ganzen Tag arbeitet und nicht 24 Stunden am Tag darauf achtet was sein Kind im Internet macht? Richtig es sind die Eltern genauso wie es die User von Internetbanking sind, die darauf achten müssen das Ihre Daten nicht kriminell genutzt werden. Sollten Sie doch kriminell genutzt werden, müßen Sie beweisen das es möglich war. Also Internet ist nur sicher für Menschen die sich das Wissen von Hackern aneignen für alle anderen ist es unsicher.
4.
werists 16.10.2014
Zitat von lari-fari-iInteressant wäre zu wissen, wie das hier in D wäre. Haften Eltern tatsächlich für ihre Kinder? Habe gehört das it eigentlich gar nicht wahr. Juristen hier? :)
In DE nicht und in USA auch nicht. Die Überschrift und die Schlussfolgerung ist vollkommen falsch. Die Eltern haften nur für das Nichtstun nachdem sie Kenntnis von der Fake Seite hatten. Hätten sie gleich dafür gesorgt, dass der Blödsinn gelöscht wird gäbe es auch keine Haftung.
5. Interessante Idee
sinasina 16.10.2014
Interessante Idee ... denn wenn es an den Geldbeutel der Eltern geht, dann würden sich wahrscheinlich mehr Eltern dafür interessieren, was ihre Kinder am Computer treiben. Und wer für Mobbing mal so richtig tief in die Tasche greifen musste, für den ist Mobbing dann auch nicht mehr *Verstehen Sie Spaß*
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