Umgang mit Nutzerdaten EU-Datenschutzbehörden rügen Google

Mails, das soziale Netzwerk Google+ oder das Konto bei YouTube: Datenschützer bemängeln, dass Google die Daten aller Konten eines Nutzers miteinander verknüpft. Das berge "Risiken für die Privatsphäre".

Google und YouTube: Alle Daten eines Nutzers können verknüpft werden
DPA

Google und YouTube: Alle Daten eines Nutzers können verknüpft werden


Brüssel - Mit seiner Verknüpfung von Nutzerdaten hat Google erneut die Behörden auf den Plan gerufen. Das Unternehmen verstoße damit gegen Regeln zum Schutz der Privatsphäre, heißt es in einem Schreiben von EU-Datenschützern, aus dem die Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Die Behörden fordern darin den Internetkonzern zu Änderungen auf: "Die Sammlung von persönlichen Daten in solch einem großen Umfang stellt hohe Risiken für die Privatsphäre der Nutzer dar", heißt es in dem Dokument, das 24 von 27 EU-Datenschutzbehörden unterzeichnet haben. Aus diesem Grund solle Google seine Praktiken ändern. Die Behörden stuften die Vorgehensweise jedoch nicht als illegal ein.

Sie verlangen von Google aber, seine Nutzer besser über die Verwendung der persönlichen Daten zu informieren. Bei Google war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Frankreichs Datenschützer CNIL hatten im Februar Ermittlungen gegen Google aufgenommen. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Datenschutzbehörden vorangetrieben. Bis Mitte März wurde Google ein Fragenkatalog zur Beantwortung vorgelegt. Im Januar hatte Google erklärt, seine Datenschutzpolitik zu vereinfachen.

Seit März gilt eine neue Regelung, die 60 verschiedene Vorgaben von Google-Angeboten wie YouTube, Gmail und Google+ zusammenfasst. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, alle Daten zu verknüpfen, die es von einem Nutzer über die einzelnen Dienste erhält. Google begründete die Neuerung damit, seine Suchergebnisse besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zuschneiden und Angebote optimieren zu können.

juh/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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#Nachgedacht 16.10.2012
1. Na und?
Man rügt und weiter gehts. Datensammel- und Verwertungsstrategien gehören heute doch trotz aller gegenteiligen Bekundungen zur Normalität. Als Bürger oder Nutzer von "Angeboten" hat man gar keine Chance mehr seine Daten zu kontrollieren. Doch selbst wenn man nachvollziehen kann, wer Daten ohne Zustimmung weitergibt, nützt das nichts, denn mehr als ein Sorry war ein Fehler von xyz kommt nicht heraus. Datenschutzbeauftragte sind den Namen nicht wert. SPON bildet keine Ausnahme im Umgang mit Daten, denn ohne das ich selbst Google oder Facebook nutze, sind diese in Seiten eingebettet. #Nachgedacht
Selvbygger 16.10.2012
2. ?
Zitat von #NachgedachtMan rügt und weiter gehts. Datensammel- und Verwertungsstrategien gehören heute doch trotz aller gegenteiligen Bekundungen zur Normalität. Als Bürger oder Nutzer von "Angeboten" hat man gar keine Chance mehr seine Daten zu kontrollieren. Doch selbst wenn man nachvollziehen kann, wer Daten ohne Zustimmung weitergibt, nützt das nichts, denn mehr als ein Sorry war ein Fehler von xyz kommt nicht heraus. Datenschutzbeauftragte sind den Namen nicht wert. SPON bildet keine Ausnahme im Umgang mit Daten, denn ohne das ich selbst Google oder Facebook nutze, sind diese in Seiten eingebettet. #Nachgedacht
Den Satz verstehe ich nicht. Wer oder was ist in welche Seiten eingebettet?
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