Neue Nutzungsbestimmungen: EU-Datenschützer lassen Google nachsitzen

Google soll beim Datenschutz nachbessern - und zwar zügig, fordern die Datenschutzbehörden der EU-Länder. Das Büro in Frankreich gibt dem Konzern drei bis vier Monate Zeit für Korrekturen. Auch in Deutschland haben die neuen Nutzungsbestimmungen Kritik ausgelöst.

Google und YouTube: Alle Daten eines Nutzers können verknüpft werden Zur Großansicht
DPA

Google und YouTube: Alle Daten eines Nutzers können verknüpft werden

Brüssel - Die Datenschutzbehörden der EU-Länder erhöhen den Druck auf Google: Innerhalb von höchstens vier Monaten soll der Internetkonzern Änderungen an seinen neuen Nutzungsbestimmungen vornehmen, teilte die französische Datenschutzkommission CNIL am Dienstag mit. "Sollte Google seine Praktiken nicht in der vorgegebenen Zeit ändern, werden wir Disziplinarmaßnahmen ergreifen", drohte CNIL-Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin im Namen der 27 nationalen Datenschutzbehörden in der EU.

Vor allem dass Google die Daten aus verschiedenen Nutzerkonten verknüpfen will, stört die EU-Behörden. Künftig sollen die Dienste Gmail, das soziale Netzwerk Google+ oder YouTube stärker verbunden werden. Damit verstoße das Unternehmen gegen Regeln zum Schutz der Privatsphäre, heißt es in einem Schreiben von EU-Datenschützern.

Zudem monierten die Behörden, dass Google seine Kunden unzureichend über die Zwecke und die Kategorien der gespeicherten Daten informiere. "Die Zusammenfassung und Kürzung der Datenschutzerklärung führt nicht zu einem dringend erforderlichen Informationsgewinn, sondern zu einem Informationsverlust", kritisierte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar.

Die Nutzer seien weder um Einwilligung gebeten worden noch hätten sie eine Widerspruchsmöglichkeit. Google müsse sich zu den offenen Fragen der Datenschützer äußern und dürfe sich "nicht länger wegducken", sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums.

Google verwies darauf, dass der Konzern nicht gegen EU-Recht verstoßen habe und begründete die Neuerung damit, seine Suchergebnisse besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zuschneiden und Angebote optimieren zu können.

Frankreichs Datenschützer CNIL hatten im Februar Ermittlungen gegen Google aufgenommen. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Datenschutzbehörden vorangetrieben. Bis Mitte März wurde Google ein Fragenkatalog zur Beantwortung vorgelegt. Im Januar hatte Google erklärt, seine Datenschutzpolitik zu vereinfachen.

usp/Reuters/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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1.
Kaworu 16.10.2012
Hat sich die EU-Datenschutztruppe auch schon an Norwegen und Österreich gewandt? Ich frag nur, wegen der Vorratsdatenspeicherung...
2. Kapitulation?
discotieren 17.10.2012
Der größte Datenschutzskandal seit facebook ist diese Zusammenführung "zur Verbesserung des Nutzungserlebnisses". Meine Meinung. Durch die Zusammenführung der zahlreichen Google-"Dienste" (man kann sie auch Spionage-Tools nennen?), von denen die meisten überhaupt nichts mitkriegen (doubleclick, googleanalytics), ist letztlich eine Datenverknüpfung möglich, die es Google auf Tastendruck erlaubt, Persönlichkeitsdossiers über jeden Einzelnen Internetnutzer anzulegen. Zumindest ich könnte das, mit deren Mitteln. Und wer nimmt an, dass Google dümmer ist als ich? Ich jedenfalls nicht. ;-) Google ist eine Werbekrake, die uns bald noch erklären wird, dass es besser ist, wenn mittels Androidhandys alle Privatgespräche mitgehört und in den USA analysiert werden, weil man mit diesen Daten, das NUTZUNGSERLEBNIS VERBESSERN könne ....
3.
tubaner 17.10.2012
Zitat von KaworuHat sich die EU-Datenschutztruppe auch schon an Norwegen und Österreich gewandt? Ich frag nur, wegen der Vorratsdatenspeicherung...
Warum soll sich die EU an Norwegen wenden? Die sind doch da gar nicht Mitglied.
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Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix


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