Kartellverfahren: EU lässt Googles Zugeständnisse prüfen

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Chrome-Logo: Die EU-Kommission prüft Googles Kompromissangebot

Weniger Gängelung von Werbekunden, Kennzeichnung von Eigenwerbung in der Suchmaschine - reicht das? Die EU-Kommission stellt Googles Zugeständnisse im Kartellverfahren nun zur öffentlichen Debatte - jeder kann seine Meinung mailen, faxen oder per Brief einsenden.

Brüssel - Im Streit um Googles Geschäftspraktiken lässt die EU-Kommission Googles Suchmaschinenpraxis testen. Konkurrenten und Nutzer haben einen Monat lang Zeit, die Zugeständnisse zu prüfen, die der Konzern Europas Kartellwächtern gemacht hat (die Hintergründe zum Verfahren hier im Überblick).

Google macht in vier wesentlichen Punkten Zugeständnisse:

  • Die Wettbewerbshüter werfen Google vor, bei der Anzeige von Suchergebnissen eigene Dienste zu bevorzugen. Dabei geht es etwa um spezialisierte Bereiche wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Hotelsuche. Google habe nun angeboten, fünf Jahre lang eigene Dienste deutlicher zu markieren und mehr Links zu Seiten der Wettbewerber anzuzeigen, schrieb die EU-Kommission.
  • Google zwingt laut EU-Kommission die Betreiber von Webseiten über Vereinbarungen dazu, ihre gesamte Suchmaschinenwerbung oder zumindest den Großteil davon über Google zu decken. Nun habe der US-Konzern angeboten, dies nicht mehr zu tun.
  • Webseitenbetreiber sollen bessere Möglichkeit bekommen, die Verwendung ihrer Inhalte in den Suchdiensten von Google ausschließen zu können.
  • Werbetreibende sollen nicht mehr davon abgehalten werden, Werbekampagnen plattformübergreifend zu managen.

Je nach der Bewertung dieser Zugeständnisse könnte die EU-Kommission das Verfahren noch im Sommer beenden und Google gegen Auflagen und ohne Geldbuße mit einer reinen Selbstverpflichtung davonkommen lassen. Ob es zu einer gütlichen Lösung kommt, sei aber noch offen. Möglicherweise muss Google nachlegen: Den von Google benachteiligten Firmen reichen die Zusagen nicht aus. Das hatten die Unternehmensinitiative Icomp und die Organisation Fairsearch bereits mitgeteilt - in beiden Organisation spielt der Google-Konkurrent Microsoft eine wohl nicht ganz unwesentliche Rolle.

Seine Meinung zu den Google-Zugeständnissen soll man per E-Mail, Fax (!) oder Post schicken, die Kontaktinformationen stehen hier.

lis/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Das ist doch wohl ein Witz!
TeslaTraX 25.04.2013
Natürlich bevorzugen die eigene Dienste, warum auch nicht ? Fernsehsender machen z.B auch selten Werbung für andere Sender, und warum immer Google ? Muss das nicht für "Suchmaschinen" an sich gelten ?
2.
DocEmmetBrown 25.04.2013
Zitat von TeslaTraXNatürlich bevorzugen die eigene Dienste, warum auch nicht ? Fernsehsender machen z.B auch selten Werbung für andere Sender, und warum immer Google ? Muss das nicht für "Suchmaschinen" an sich gelten ?
Vielleicht weil kein Fernsehsender 83% Marktanteil hat und somit eine marktbeherrschende Stellung? Um das Thema Marktbeherrschung dreht es sich nunmal. Deswegen sind auch Google und MS immer gerne im Fokus: Suchmaschinen: Google 83% Desktop-Betriebssysteme: MS 92%
3. EU als Werkzeug von M$
Hugh 25.04.2013
Zitat von DocEmmetBrownVielleicht weil kein Fernsehsender 83% Marktanteil hat und somit eine marktbeherrschende Stellung? Um das Thema Marktbeherrschung dreht es sich nunmal. Deswegen sind auch Google und MS immer gerne im Fokus: Suchmaschinen: Google 83% Desktop-Betriebssysteme: MS 92%
Du hast aber gelesen, worum es hier wirklich geht? Dass die treibende Kraft hinter dem Verfahren Microsoft ist? Microsoft = Eigentümer von Bing, Shareholder von yahoo, shareholder anderer Suchmaschinen usw.usw.. Soll heißen, es geht nur darum, dass M$ Konkurrenz loswerden will. Die EU agiert hier als Werkzeug eines Monopolisten, der keine Götter neben sich dulden will.
4.
kurtliberal 25.04.2013
Zitat von HughDu hast aber gelesen, worum es hier wirklich geht? Dass die treibende Kraft hinter dem Verfahren Microsoft ist? Microsoft = Eigentümer von Bing, Shareholder von yahoo, shareholder anderer Suchmaschinen usw.usw.. Soll heißen, es geht nur darum, dass M$ Konkurrenz loswerden will. Die EU agiert hier als Werkzeug eines Monopolisten, der keine Götter neben sich dulden will.
Es ist nicht wichtig ob Microsoft die treibende Kraft dahinter ist. Microsoft musste auch schon viele hundert Millionen Euro Strafe zahlen, weil es Unternehmen mit seiner Monopolstellung verdrängt hat. Und dabei ging es nicht um Wettbewerber im Betriebssystembereich. Genauso geht es bei Google nicht nur um andere Suchmaschinen. Google dringt seit ein paar Jahren in alle lukrativen Internetbereiche vor (Preisvergleiche, Hotels, Branchendienste etc.). Und dabei nutzt es seine Monopolstellung. Meines Wissens hat Google über 90% Marktanteil in Deutschland und nicht 83% wie der User TeslaTrax schrieb. Es ist schon längst an der Zeit etwas gegen Google zu unternehmen.
5. google, markanteil zurecht...
uarehistory 26.04.2013
... ich habe viele andere dienste die mit googles angeboten ähnlich sind ausprobiert. mein fazit ist das andere einfach nur schlecht aufgebaut und unübersichtlich sind. Solange ich finde was ich suche ist mir das egal wer Marktfuehrer ist. Letzendlich hat jeder die möglichkeit andere Suchmaschinen zu finden und dann zu benutzen.
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