IT-Sicherheit: EU-Kommissarin fordert Meldepflicht für Hackerattacken

Die EU-Kommissarin Neelie Kroes will Europa besser vor Cyber-Attacken schützen: Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge will Kroes noch in diesem Jahr eine Strategie für europäische IT-Sicherheit vorlegen und erwägt Unternehmen zur Meldung von Hackerangriffen zu verpflichten.

Teile des Codes des Computervirus' Flame: Meldepflicht für Hackerangriffe Zur Großansicht
dapd

Teile des Codes des Computervirus' Flame: Meldepflicht für Hackerangriffe

München - Immer häufiger werden Unternehmen Opfer von Hackerangriffen und bedrohen so nach Ansicht der EU-Kommissarin Neelie Kroes die Cybersicherheit der Europäischen Union. Als Konsequenz denkt Kroes der "Süddeutschen Zeitung" zufolge jetzt über eine Meldepflicht von Cyberattacken für Unternehmen nach. "Ich bin ein großer Befürworter von Selbstregulierung, aber in diesem Fall fürchte ich, dass wir damit nicht weiterkommen", sagte die für die Digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin der Zeitung.

Noch in diesem Jahr will Kroes demnach gemeinsam mit der Innenkommissarin Cecilia Malmström und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton eine Strategie für europäische Cybersicherheit vorlegen. Dem solle dann ein Gesetzentwurf folgen, der die Konsequenzen für Internet-Anbieter oder Betreiber von Rechenzentren regle.

"Es geht nicht darum, sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben, sondern darum, voneinander zu lernen", sagte die 71-Jährige. Die Menschen müssten darauf vertrauen, dass neue Technologien wie etwa das Cloud Computing sicher seien. Andernfalls würde sich das Auslagern von Daten und Diensten ins Internet nicht durchsetzen. Europa würde damit nach Ansicht von Kroes die Chance vergeben, die lahmende Wirtschaft in Schwung zu bringen und den Spardruck auf die öffentliche Verwaltung zu mildern. Vom verstärkten Einsatz der Cloud-Technologien verspricht sich Kroes bis 2020 etwa 2,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze.

Vor einem halben Jahr hatte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) einen ähnlichen Vorschlag zur Meldepflicht für Hackerangriffe vorgebracht und war damit vor allem bei IT-Firmen auf Widerstand gestoßen. Vor knapp zwei Wochen hatte die Deutsche Telekom allerdings eine gemeinsame Sicherheitstruppe der Branche gefordert - auch ohne gesetzliche Meldepflicht.

nck/dapd/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Hurra
doitwithsed 26.11.2012
Dann wird sich mein Arbeitsbild erheblich verändern. Dann habe ich nichts anderes mehr zu tun, als Meldungen über die 50 täglichen Eindringversuche in unsere handvoll INet-Server zu verfassen.
2. Wo lebt die Frau?
noalk 26.11.2012
"Die Menschen müssten darauf vertrauen, dass neue Technologien wie etwa das Cloud Computing sicher seien." Soll sie doch mal bei der EU anfangen und alle Daten, die irgendwo auf Computern der EU-Bürokratie liegen, in die Cloud einstellen. Aber da werden ihr die Kollegen nur unverständnisvolle Blicke zuwerfen. Na ja, mit 71 Jahren ... Wieso darf die noch keiner in Rente geschickt?
3. Cloud
Meckermann 26.11.2012
---Zitat--- Andernfalls würde sich das Auslagern von Daten und Diensten ins Internet nicht durchsetzen ---Zitatende--- Eine grauenhafte Vorstellung! Die Bürger könnten auf die Idee kommen ihre Daten selbst zu verwalten oder gar vor staatlichem Zugriff zu schützen. Am Ende führt das noch zu Demokratie oder Schlimmerem. Wehret den Anfängen!
4.
_derhenne 26.11.2012
---Zitat--- ...sagte die 71-Jährige. ---Zitatende--- Um Gottes Willen... ---Zitat--- Die Menschen müssten darauf vertrauen, dass neue Technologien wie etwa das Cloud Computing sicher seien. Andernfalls würde sich das Auslagern von Daten und Diensten ins Internet nicht durchsetzen. ---Zitatende--- Neeeeein, das wär ja schrecklich! Nicht dass die Menschen noch misstrauisch werden, wenn sie ihre Daten frühlich in der Welt verteilen. Da muss die EU doch dringend was tun! Das Gegenteil ist der Fall: Die Menschen müssen vernünftig werden und diesen Prozess stoppen. ---Zitat--- Europa würde damit nach Ansicht von Kroes die Chance vergeben, die lahmende Wirtschaft in Schwung zu bringen und den Spardruck auf die öffentliche Verwaltung zu mildern. ---Zitatende--- Sehr richtig. Durch die Schaffung von Meldbehörden mit vielen EU-Beamten und vielen Pöstchen lässt sich sicher viel sparen. ---Zitat--- Vom verstärkten Einsatz der Cloud-Technologien verspricht sich Kroes bis 2020 etwa 2,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze. ---Zitatende--- Ja genau, da braucht man dann sicher viele Wolkensurfer, die dann unsere angeforderten Daten im Himmel suchen!? Und überhaupt, warum nicht gleich Milliarden Arbeitsplätze? Oder Fantastilliarden... Man glaubt sich im Irrenhaus. Frauenquote, Betreuungsgeld, Putzengutscheine, Rentensteigerungen, neue Meldebehörden zum Sparen: Absurdistan. Wir brauchen endlich wieder richtige Menschen in den Parlamenten.
5. Die Menschen müssten darauf vertrauen
hanfiey 26.11.2012
Verordnetes Vertrauen also, ich weiß auch nicht wie das melden von einem Hack was sicherer macht. Da sind Investitionen nötig die niemand stemmen will. Also wieder nur heiße Luft!.
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